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Donald Trump
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Donald John Trump [] (* 14. Juni 1946 in New York City) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er war von 2017 bis 2021 der 45. und ist seit dem 20. Januar 2025 der 47. Präsident der Vereinigten Staaten. AuĂerdem ist er Unternehmer und ehemaliger Showmaster. Er gilt als einer der umstrittensten Politiker der US-Geschichte und ist der erste Präsident, gegen den zwei Amtsenthebungsverfahren angestrengt wurden und der sich nach seiner ersten Präsidentschaft mit mehreren Strafprozessen konfrontiert sieht â unter anderem wegen VerschwĂśrung gegen die USA. Er ist der erste strafrechtlich verurteilte US-Präsident.
Trump leitete von 1971 bis 2017 den Mischkonzern The Trump Organization. Trotz eines geerbten VermĂśgens und mehrerer Insolvenzen in der Immobilienbranche wurde er zum Sinnbild eines erfolgreichen Geschäftsmannes. Ab 2004 wurde er als Gastgeber von The Apprentice populär, einer bis 2015 ausgestrahlten Reality-TV-Sendung. Im Laufe der Jahre unterstĂźtzte Trump verschiedene politische Parteien, ist aber seit 1987 mit kurzer Unterbrechung als Mitglied der Republikaner registriert. Als deren Kandidat gewann er die Präsidentschaftswahl 2016 gegen die Demokratin Hillary Clinton. Der Wahlkampf war von UnregelmäĂigkeiten gekennzeichnet; seine Kampagne erhielt illegale UnterstĂźtzung durch Russland, was später zu einer Sonderermittlung und zu Haftstrafen fĂźr Mitglieder seines Wahlkampfteams fĂźhrte. Er erregte im Wahlkampf mit seinem einfachen Sprachstil, provokanten ĂuĂerungen und radikalen Vorschlägen Aufmerksamkeit. Wahlentscheidend war, dass es Trump trotz zahlreicher SexismusvorwĂźrfe gegen ihn und offensichtlicher Unwahrheiten gelang, sich als Anwalt der einfachen Leute und der evangelikalen Christen darzustellen. Sein als Trumpismus charakterisierter Politikstil ist eine Mischung aus Populismus, Konservatismus, Autoritarismus, Protektionismus (Neomerkantilismus), Wirtschaftsliberalismus, Nationalismus und Isolationismus. Die erste Präsidentschaft Trumps war von zahlreichen Kontroversen geprägt.
Zu den vielen Skandalen in Trumps Amtszeit gehĂśrt sein Versuch, Waffenhilfe fĂźr die Ukraine von Ermittlungen gegen Hunter Biden, den Sohn Joe Bidens, seines Konkurrenten bei der Präsidentschaftswahl 2020, abhängig zu machen. Daher erĂśffnete das Repräsentantenhaus im Dezember 2019 das erste Impeachment wegen des Vorwurfs des Machtmissbrauchs und der Behinderung des Kongresses. Ein zweites Verfahren wurde im Januar 2021 wegen Anstiftung zum Aufruhr eingeleitet, wenige Tage nach dem Angriff auf das Kapitol durch einen von Trump aufgehetzten Mob. Beide Verfahren endeten mit formalen FreisprĂźchen durch den republikanisch dominierten Senat. Ein Untersuchungsausschuss des Kongresses kam im Dezember 2022 hingegen zu dem Schluss, die ErstĂźrmung des Kapitols sei von Trump initiiert worden, um sich verfassungswidrig an der Macht zu halten. Ein von der Nachfolgeregierung eingesetzter Sonderermittler kam zum selben Ergebnis und erĂśffnete im August 2023 ein Strafverfahren gegen Trump. Im selben Monat klagte ihn der Bundesstaat Georgia u. a. wegen versuchter Wahlbeeinflussung an. Schon im März 2023 war er wegen mutmaĂlich gefälschter Geschäftsunterlagen und im Juni wegen der Entwendung von Geheimdokumenten angeklagt worden.
Trotz der vielen Skandale und juristischen Anklagen wurde Trump fßr die Präsidentschaftswahl 2024 erneut zum Kandidaten der Republikaner ernannt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Juli 2024 im US-Bundesstaat Pennsylvania verßbte ein Mann mit einer Schusswaffe ein Attentat auf Trump. Dieser ßberlebte den Anschlag mit einer leichten Verletzung an seinem rechten Ohr. Im November 2024 konnte er die Wahl zum US-Präsidenten gegen Kamala Harris, Spitzenkandidatin der Demokratischen Partei, fßr sich entscheiden. Donald Trump ist damit nach Grover Cleveland der zweite Präsident, dem nach einer Abwahl später eine Wiederwahl gelang.
Contents
⢠PersÜnliches
⢠Herkunft
⢠Familie
⢠Religion
⢠Geschäftliches
⢠Kryptowährungen
⢠Wahlsieg
⢠Epstein-Akten
⢠Innenpolitik
⢠Vorwahl
⢠Unterstßtzer
⢠Rezeption
⢠Sprache und Stil
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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PersĂśnliches
Herkunft
Donald Trump wurde 1946 im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Er ist das vierte von fĂźnf Kindern des amerikanischen Immobilienunternehmers Fred C. Trump (1905â1999) und der schottischen Fischerstochter Mary Anne MacLeod (1912â2000), die während der Weltwirtschaftskrise im Februar 1930 in die Vereinigten Staaten ausgewandert war.cite-ref-1[1]
Die Eltern seines Vaters, geboren als Friedrich Trump und Elisabeth Christ, waren aus Kallstadt in der Pfalz eingewandert.cite-ref-2[2] Trumps Onkel John G. Trump war Elektrotechniker und von 1936 bis 1973 Professor am Massachusetts Institute of Technology; er war ein Pionier bei der Erzeugung elektrischer HÜchstspannungen.cite-ref-3[3] Neun Onkel und Tanten stammten wie Donald Trumps Mutter aus ärmlichen Verhältnissen von der Hebriden-Insel Lewis and Harris.cite-ref-hannan-4-0[4] Nach einem dieser schottischen Onkel wurde er Donald genannt.cite-ref-5[5]
Donald Trump machte mehrfach falsche Angaben zur Herkunft seiner Vorfahren: In seinem Buch The Art of the Deal (1987) gab er an, sein GroĂvater stamme aus Karlstad in Schweden, womit er eine wahrheitswidrige Erzählung seines Vaters aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs weitertrug.cite-ref-6[6] Donald Trump sagte jedoch später, dass er stolz auf seine deutsche Abstammung sei und behauptete, dass er 1999 GroĂmarschall bei der German-American Steuben Parade war.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] Mindestens viermal während seiner Präsidentschaft behauptete Trump fälschlicherweise, sein Vater sei in Deutschland geboren worden.cite-ref-9[9] Fred Trump hatte seine deutsche Abstammung bis zu den 1980er-Jahren verschwiegencite-ref-10[10] und seinen Kindern seine Muttersprache nicht beigebracht.cite-ref-04-11-0[11]
Kindheit und Ausbildung
Als Donald Trump 1946 geboren wurde, befand sich die Wohnungsbaubranche, in der sein Vater Fred Trump als Unternehmer tätig war, in einer schweren Krise. Zwar herrschte nach der Heimkehr von Ăźber sechs Millionen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg eine immense Nachfrage nach Wohnraum, aber wegen des groĂen Bedarfs an Baumaterialien waren diese fĂźr preiswerte Wohnprojekte, auf die sich Fred Trump während des Krieges spezialisiert hatte, kaum zu bezahlbaren Preisen zu bekommen.cite-ref-12[12]
Nachdem Präsident Harry S. Truman zur Ankurbelung des Wohnungsbaus die staatliche FĂśrderung durch die Federal Housing Administration erheblich verbessert hatte, startete Fred Trump, der schon zuvor stark von derartigen FĂśrdermaĂnahmen profitiert hatte, 1947 ein GroĂprojekt mit 1344 Mietwohnungen namens Shore Haven in Brooklyn, das durch die Lokalpresse als âTrump Cityâ bekannt wurde.cite-ref-13[13] In Queens baute er, ein bislang eher bescheidener und sehr auf Sparsamkeit bedachter Mann, einen repräsentativen Wohnsitz mit 23 Zimmern und neun Badezimmern. Dazu kamen zwei Cadillacs, fĂźr die er einen Chauffeur einstellte.cite-ref-14[14]
Donald Trump wuchs in dem Bewusstsein auf, etwas Besonderes und anderen Ăźberlegen zu sein. Sein Vater bestärkte ihn darin, indem er sagte, er sei ein âKĂśnigâ und mĂźsse bei allem, was er tue, ein âKillerâ werden. Schon im Vorschulalter fiel Donald durch seine Aggressivität gegenĂźber anderen Kindern auf. Wie seine Geschwister besuchte er zunächst die Kew-Forest School in Queens. In der Schule wie im Elternhaus galten strenge Regeln, aber Donald lieĂ sich nicht bändigen und musste deshalb oft nachsitzen. Gute Leistungen zeigte er im Schulsport, insbesondere in den Ballsportarten. Sein Lieblingssport war Baseball, dessen âMekkaâ Mitte der 1950er-Jahre New York mit seinen drei Spitzen-Clubs war. Wegen seines massiven KĂśrpereinsatzes war Trump bei Gegnern gefĂźrchtet.
Um dem geordneten, ruhigen Leben in Queens zu entfliehen, machte er samstags mit einem Freund heimliche Ausflßge nach Manhattan, wo sie sich, angeregt durch das am Broadway sehr erfolgreiche Musical West Side Story, Springmesser zulegten. 1959 entdeckte Fred Trump die Messersammlung seines Sohnes und erfuhr so von den heimlichen Ausflßgen. Er beschloss, dass eine radikale Veränderung notwendig sei, und schickte den Sohn an die etwa 100 Kilometer entfernte New York Military Academy in der Kleinstadt Cornwall (New York), ein Privatinternat mit vormilitärischer Ausbildung. Dort herrschte eine strenge Disziplin: Donald Trump musste auf jeglichen Luxus verzichten und hatte keinerlei Privilegien wegen seiner Herkunft.
Er arrangierte sich und fand Gefallen daran, Auszeichnungen fßr das sauberste Zimmer und die glänzendsten Schuhe zu bekommen. Erstmals entwickelte er einen Ehrgeiz fßr gute schulische Leistungen. Im Baseball wurde er Mannschaftskapitän und gelangte so erstmals in eine Schlagzeile: Trump Wins Game for NYMA. 1964 verlieà er die Akademie mit dem Highschool-Abschluss.cite-ref-15[15]
AnschlieĂend studierte Trump Wirtschaftswissenschaft, zunächst von 1964 bis 1966 in New York an der Fordham University und ab 1966 an der Wharton School in Philadelphia, der renommierten wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der University of Pennsylvania mit einem Fachbereich fĂźr Immobilienwirtschaft. Während seiner Studienzeit war Trump akademisch, persĂśnlich und politisch unauffällig.cite-ref-16[16] Laut seinen Biographen Kranish und Fisher verbrachte er fast so viel Zeit bei der Arbeit mit seinem Vater in New York wie in Lehrveranstaltungen an der Wharton School.cite-ref-17[17]
Nach dem Studienabschluss 1968 mit dem Bachelorgrad wurde er, nachdem er vier Mal bei attestierter Tauglichkeit als Student zurßckgestellt worden war, aus medizinischen Grßnden nicht zur Ableistung seiner Wehrpflicht und einem damit mÜglichen Einsatz im Vietnamkrieg einberufen. Nähere Angaben finden sich in den Akten nicht; nach Trumps eigenen Angaben im Jahre 2016 handelte es sich um Fersensporne.cite-ref-18[18]cite-ref-19[19]
Familie
â
Hauptartikel
:
Familie Trump
1977 heiratete Trump das aus der Tschechoslowakei stammende Model Ivana ZelnĂÄkovĂĄ Winklmayr. Aus dieser Ehe gingen die SĂśhne Donald Jr., genannt Don (* 1977), und Eric (* 1984) sowie die Tochter Ivanka (* 1981) hervor. 1990 reichte Ivana die Scheidung wegen âgrausamer und unmenschlicher Behandlungâ (cruel and inhuman treatment) ein, woran die Medien lebhaften Anteil nahmen.cite-ref-nyt-1-20-0[20] Im Jahr 1992 wurde die Scheidung vollzogen.cite-ref-21[21] In einer eidesstattlichen Aussage zur Scheidung gab Ivana Trump an, von ihrem Mann 1989 vergewaltigt worden zu sein.cite-ref-22[22] In einem Fernsehinterview im Jahre 2018 erklärte sie, sie habe die Anschuldigungen auf Anraten ihrer Anwälte erfunden.cite-ref-23[23] Von 1993 bis 1999 war Trump mit der amerikanischen Schauspielerin Marla Maples verheiratet, mit der er die Tochter Tiffany (* 1993) hat. 2005 heiratete er das slowenische Model Melania Knauss; 2006 wurde ihr gemeinsamer Sohn Barron geboren.
Die SĂśhne Don und Eric haben nach dem Amtsantritt ihres Vaters als Präsident die Leitung des Familienunternehmens The Trump Organization Ăźbernommen. Die Tochter Ivanka, die als Model und Unternehmerin erfolgreich war, zählte ebenso wie ihr Ehemann Jared Kushner zu den wichtigsten Beratern des Präsidenten. Trump ist zehnfacher GroĂvater.cite-ref-24[24]
Trumps ältere Schwester Maryanne Trump Barry (1937â2023) war bis Februar 2019 Richterin am Berufungsgericht des 3. Bundesgerichtskreises.cite-ref-25[25] Sein älterer Bruder Fred jr. (1938â1981), genannt Freddy, arbeitete einige Jahre im Unternehmen des Vaters mit, zeigte jedoch nicht den Ehrgeiz und die strenge Disziplin, die dieser forderte. Er schlug dann eine Laufbahn als Pilot ein, die er aber wegen seines erheblichen Alkoholkonsums nach einiger Zeit aufgab, und starb im Alter von fast 43 Jahren an Herzversagen.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
Religion
Trump wurde als Kind in der Presbyterianischen Kirche konfirmiert. Im Oktober 2020 erklärte er, sich fortan als nicht konfessionsgebundenen Christen zu sehen.cite-ref-28[28]
Geschäftliches
Einstieg in die Immobilienbranche
Trumps Vater Fred Trump war mit dem Bau von Wohnhäusern in den New Yorker Stadtteilen Brooklyn und Queens sowie in Norfolk (Virginia) Multimillionär geworden.cite-ref-nyt-29-0[29] Donald Trump arbeitete schon neben dem Studium im Unternehmen des Vaters, Trump Management, mit und konnte nach dem Abschluss 1968 dank der Zurßckstellung vom Wehrdienst voll einsteigen. Schon 1971, im Alter von etwa 25 Jahren, ßbernahm er die Geschäftsfßhrung, während sein 65 Jahre alter Vater die Position eines Chairmans einnahm. Damit hatte er die Verantwortung fßr 14.000 Mietwohnungen, von denen viele an Geringverdiener vermietet waren.cite-ref-30[30]
Das Milieu, mit dem es Donald Trump nun zu tun hatte, wenn er etwa ausstehende Mieten einziehen musste, war ihm fremd und unangenehm. Er lebte selbst in luxuriĂśsen und geordneten Verhältnissen in Queens und war an der Wharton School unter angehenden Geschäftsleuten gewesen, von denen nicht wenige aus weitaus reicheren Familien stammten als er selbst. Sein Ziel war es, in Manhattan FuĂ zu fassen, also nahm er sich dort 1971 eine Mietwohnung in der Upper East Side. Erstmals einer breiteren Ăffentlichkeit bekannt wurde er jedoch nicht wegen unternehmerischer Erfolge, sondern als Angeklagter in einem Prozess wegen Rassendiskriminierung. Am 16. Oktober 1973 erschien sein Name auf den Titelseiten der New York Times und anderer Zeitungen, wo sein Unternehmen Trump Management beschuldigt wurde, Afroamerikaner bei der Auswahl der Mieter systematisch zu diskriminieren.cite-ref-31[31]
Eine weitgehende Rassentrennung bei der Belegung von Mietshauskomplexen war lange Zeit Ăźblich und nicht strafbar gewesen. Die Federal Housing Administration, zuständig fĂźr die staatliche FĂśrderung des Wohnungsbaus, hatte von gemischten (âunharmonischenâ) Belegungen abgeraten. Doch 1968 war der Fair Housing Act in Kraft getreten, der eine derartige Diskriminierung bundesweit verbot. In New York schickte man daraufhin Testpersonen schwarzer und weiĂer Hautfarbe los, die sich um dieselben Wohnungen bewerben sollten. Dabei fiel Trumps Unternehmen besonders negativ auf, bis hin zu Aussagen von Mitarbeitern, sie hätten die strikte Anweisung erhalten, schwarze Interessenten abzuweisen oder auf fĂźr sie vorgesehene Wohnanlagen zu beschränken.cite-ref-32[32]
Angesichts der Anklage auch gegen sie beide persĂśnlich suchte Trump mit seinem Vater eine Anwaltskanzlei auf, wo man ihnen riet, einen Vergleich anzustreben, bei dem sie straffrei bleiben wĂźrden. Stattdessen wendete sich Trump an den renommierten Anwalt Roy Cohn. Cohn, der in der McCarthy-Ăra als rechte Hand Joseph McCarthys einen zweifelhaften Ruhm erlangt hatte, inzwischen aber eine der einflussreichsten Personen in New York war, willigte ein. Der Prozess zog sich zwei Jahre hin und endete 1975 dann doch mit einem Vergleich, der mit der Verpflichtung verbunden war, auf eigene Kosten in der lokalen Presse eine Erklärung abzugeben, dass AngehĂśrige aller Rassen als Mieter von Trump-Wohnungen willkommen seien.cite-ref-33[33]
Zu dieser Zeit befand sich die Stadt New York in einer schweren Krise. Die städtische FĂśrderung von Wohnungsbauprojekten, aus welcher die Trumps bislang ihre Gewinne generierten, musste 1975 aus Geldmangel eingestellt werden. Aber Donald Trump sah in der Krise fĂźr seine eigenen Pläne in Manhattan eine Chance. Im Rahmen der Zerschlagung der bankrotten Eisenbahngesellschaft Penn Central standen groĂe Flächen sowie vier einst renommierte Hotels in Manhattan zum Verkauf. FĂźr eines dieser Hotels, das heruntergekommene 62-stĂśckige Commodore (heute Grand Hyatt New York), fanden sich keine Interessenten. Als Neuling in diesem Gewerbe ohne eigenes Kapital und ohne die nĂśtigen Kontakte hatte Trump allerdings zunächst schlechte Aussichten. Louise Sunshine, die zuvor das Fundraising fĂźr Hugh Carey, den Gouverneur des Bundesstaats New York, betrieben hatte und Fred Trump als einen der grĂśĂten Spender gewonnen hatte, verschaffte ihm die nĂśtigen Kontakte. Die Hotelkette Hyatt war als mĂśglicher Betreiber des Hotels nach einer Restaurierung und Modernisierung an dem Projekt interessiert, weil sie in New York noch kein Hotel hatte. GegenĂźber Penn Central behauptete Trump, er habe bereits eine Vereinbarung mit Hyatt, obwohl das noch nicht der Fall war. Daraufhin räumte ihm die Gesellschaft ein Vorkaufsrecht ein, falls er mit 250.000 US-Dollar in Vorleistung gehe. Dieses Geld hatte Trump nicht; schon das Honorar fĂźr den Architekten Der Scutt musste sein Vater bezahlen. Dennoch behauptete Trump gegenĂźber der Stadt, deren Genehmigung er fĂźr das Projekt benĂśtigte, er habe bereits einen Vertrag mit Penn Central, und erhielt auf dieser Grundlage die Genehmigung, obwohl es inzwischen bessere Angebote von anderen Bewerbern gab. Mit einer persĂśnlichen BĂźrgschaft seines Vaters fĂźr die erforderlichen Kredite gelang es ihm schlieĂlich, das Gebäude mit Hyatt als 50:50-Teilhaber zu erwerben und 1980 als modernes First-Class-Hotel fertigzustellen. Zusätzlich sorgte Abraham D. Beame, der scheidende BĂźrgermeister von New York und ein langjähriger Freund Fred Trumps, dafĂźr, dass 1977 am letzten Tag seiner Amtszeit eine Steuerbefreiung fĂźr Donald Trump gewährt wurde â die erste derartige Ausnahmegenehmigung fĂźr ein privates Projekt in der Geschichte New Yorks â, wodurch dieser bis 2017 schätzungsweise 400 Millionen US-Dollar einsparen sollte.cite-ref-34[34]
Ebenfalls 1977 heiratete Trump in erster Ehe Ivana ZelnĂÄkovĂĄ (vgl. Familie) in der Marble Collegiate Church in Manhattan, die seine Eltern gelegentlich besucht hatten. Deren Pfarrer Norman Vincent Peale, der die Trauung vollzog, war ein bekannter Vertreter des positiven Denkens. Trump bezeichnete ihn später als seinen einzigen wichtigen Ratgeber neben seinem Vater. Seine Frau nahm er schon bald als Vizepräsidentin in die Geschäftsleitung auf; sie war fĂźr die Innenraumgestaltung des Grand Hyatt, des Trump Towers und weiterer Gebäude verantwortlich, obwohl ihr Erfahrung in diesem Bereich fehlte.cite-ref-35[35]
Der Trump Tower und der Aufstieg zur BerĂźhmtheit
FĂźr das nächste Projekt, den repräsentativen Trump Tower, erwarb Trump ein altes Kaufhaus an der Fifth Avenue, um das GrundstĂźck nutzen zu kĂśnnen. Indem er die Skulpturen an der Art-dĂŠco-Fassade zerstĂśren lieĂ, obwohl er dem Metropolitan Museum versprochen hatte, ihm die Skulpturen gegen eine von der Steuer absetzbare Spendenquittung zur VerfĂźgung zu stellen, zog er sich erneut Kritik in der Presse zu. FĂźr den aufgrund der Bausituation sehr aufwändigen Abriss des Gebäudes setzte er zahlreiche illegale polnische Einwanderer ein, die unter sehr schlechten Bedingungen und fĂźr geringen Lohn arbeiten mussten. Um den Bau des neuen Gebäudes zu beschleunigen, lieĂ Trump sich â wie viele seiner Konkurrenten zu dieser Zeit â auf Unternehmen und Gewerkschaften ein, die von der Mafia kontrolliert wurden und zu denen sein Anwalt Cohn gute Beziehungen hatte. So blieb die Arbeit am Trump Tower von einer Streikwelle 1982 unbeeinträchtigt. Als das Gebäude 1983 bezugsfertig war, waren die Kosten durch den Verkauf der 266 Wohnungen bereits beglichen. Zu den Käufern gehĂśrten BerĂźhmtheiten wie Steven Spielberg und Michael Jackson. Die Geschäfte im fĂźnfgeschossigen Atrium wurden fĂźr bis zu eine Million US-Dollar pro Jahr vermietet. Im 26. Stockwerk richtete Trump sein BĂźro ein und lieĂ die drei obersten Stockwerke als äuĂerst luxuriĂśses Penthouse mit 53 Zimmern fĂźr die inzwischen fĂźnfkĂśpfige Familie ausbauen.cite-ref-36[36]
Durch dieses mit seinem Namen versehene Gebäude wurde Trump Ăźber die Grenzen New Yorks hinaus berĂźhmt. Damit stieg seine KreditwĂźrdigkeit, so dass er im Jahr 1985 das Anwesen Mar-a-Lago fĂźr fĂźnf Millionen US-Dollar â weit unter dem Marktwert â erwerben konnte.cite-ref-37[37] Er erschien auf der Titelseite des Männermagazins GQ und dessen Besitzer Si Newhouse schlug ihm vor, in seinem Verlag Random House ein Buch mit Trump als angeblichem Autor herauszubringen. Das von einem Ghostwriter verfasste The Art of the Deal wurde 1987 ein Bestseller.cite-ref-38[38] Der Ghostwriter erklärte später, das Buch sei der grĂśĂte Fehler seines Lebens gewesen und spendet darum seine Tantiemen.cite-ref-39[39]
Personen aus seinem damaligen Umfeld schildern, dass Trumps Verhalten sich in diesen Jahren verändert habe. Hatten frĂźher seine Mitarbeiter immer Zugang zu ihm gehabt, so ging er jetzt auf Distanz und umgab sich mit Leuten, die ihm applaudierten und keine Bedenken äuĂerten. Dazu gehĂśrten auch drei Leibwächter. AuĂerdem entwickelte er eine Neigung zu ZornesausbrĂźchen.cite-ref-40[40]
Auf der anderen Seite entwickelte er ein groĂes Interesse an der Berichterstattung Ăźber ihn. Es wurde eine tägliche Routine, am Morgen alles zu lesen, was in den letzten 24 Stunden Ăźber ihn geschrieben oder gesagt worden war. Anfragen von Journalisten beantwortete er meist selbst und oft umgehend. Und er versuchte, mit positiven Anreizen oder auch mit der Androhung juristischer Konsequenzen auf die Art der Berichterstattung einzuwirken. Dabei ging es ihm um die FĂśrderung seiner Geschäfte, aber vor allem darum, jederzeit mĂśglichst prominent Aufmerksamkeit zu erlangen. Da insbesondere den Boulevardzeitungen bald alles berichtenswert erschien, was mit ihm oder Ivana zu tun hatte, begann er â oft als angeblicher Insider unter falschen Namen wie âJohn Barronâ â GerĂźchte zu streuen. Und er gewann viele Fans vor allem unter einfachen Leuten der Blue-Collar-Klasse, die in ihm einen der ihren sahen, der es zu etwas gebracht hatte, und auch unter Einwanderern, fĂźr die er die VerkĂśrperung des amerikanischen Traums war.cite-ref-41[41]
Spielcasinos in Atlantic City und schwierige 1990er-Jahre
Trump wollte bereits im Grand Hyatt ein Spielcasino einrichten, aber seine Versuche, eine Legalisierung des GlĂźcksspiels in New York zu erreichen, waren erfolglos. Doch 1977 war im benachbarten Bundesstaat New Jersey das GlĂźcksspiel legalisiert worden. Trump erwarb eine Lizenz fĂźr drei Casinos in Atlantic City und errichtete das bis dahin hĂśchste Gebäude der Stadt, das 39-stĂśckige Trump Plaza Hotel & Casino, das 1984 fertiggestellt wurde. Im Jahr darauf konnte er von der Hilton Corporation ein weiteres Gebäude erwerben, weil Hilton keine Lizenz fĂźr Spielcasinos erhielt. Er nannte es Trump Castle Hotel & Casino und Ăźbertrug dessen Leitung zur allseitigen Ăberraschung seiner Gattin Ivana. Die Gewinne aus dem Casinogeschäft blieben allerdings weit unter Trumps Erwartungen und entwickelten sich rĂźckläufig. 1988 machte das Trump Castle Verluste; daraufhin entzog er seiner Ehefrau die Verantwortung.cite-ref-43[43]
Im Falle des Casinos im Trump Plaza beschuldigte Trump die Betreiberfirma, Harrahâs aus Las Vegas, des Missmanagements.cite-ref-44[44] Das Casino wurde 2014 geschlossen und verfiel seither. Ab 2016 gehĂśrte es Carl Icahn. Da der Verfall des Hochhauses fortschritt, strengte die Stadt Atlantic City aufgrund der Gefahren (unter anderem herabfallende Fassadenteile), die von ihm fĂźr die Umgebung ausgingen, die Beseitigung des Gebäudes an und lieĂ es am 17. Februar 2021 sprengen.cite-ref-11-45-0[45]
Trump war davon Ăźberzeugt, mit einem dritten, noch grĂśĂeren Casino-Hotel unter seinem Namen die GlĂźcksspiel-Szene an der OstkĂźste beherrschen zu kĂśnnen. Deshalb erwarb er 1987 das erst halb fertiggestellte Taj Mahal. Zu seiner Ăberraschung bekam er â inzwischen hoch verschuldet â aber keine regulären Kredite mehr fĂźr dessen Fertigstellung und nahm deshalb Hochzinsanleihen in Anspruch.cite-ref-46[46]
Ungeachtet der wachsenden finanziellen Probleme legte sich Trump 1988 noch eine eigene Fluggesellschaft zu, wofĂźr er weitere Kredite aufnahm. FĂźr 365 Millionen US-Dollar erwarb er von Eastern Air Lines deren nicht mehr rentable Fluglinien zwischen New York, Washington und Boston sowie die 21 zugehĂśrigen Boeing 727. Seine Idee war, die alten Maschinen luxuriĂśs aufzurĂźsten und damit die Linien wieder rentabel zu machen. Er lieĂ Ledersitze einbauen, Ahorn-Furniere und Chrombeschläge installieren und die Toiletten mit vergoldeten Waschbecken ausstatten, was fĂźr jedes Flugzeug etwa eine Million US-Dollar kostete. Als im Juni 1989 unter dem Namen Trump Shuttle der Flugbetrieb aufgenommen wurde, machte die Gesellschaft â zumal wegen der Schuldenbelastung â von Anfang an Verluste.cite-ref-47[47]
Am 10. Oktober 1989, wenige Monate vor der geplanten ErĂśffnung des Taj Mahal, kamen drei seiner wichtigsten Mitarbeiter im Casino-Bereich bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Trump zeigte sich davon so betroffen, wie seine Mitarbeiter ihn nie erlebt hatten, und er bezeichnete es später als das schlimmste Erlebnis seit dem Tod seines Bruders Freddy. Er rief persĂśnlich die AngehĂśrigen an und nahm an den Beerdigungen teil.cite-ref-48[48] Zwei Wochen vor der ErĂśffnung des Taj Mahal erschien ein Artikel im Wall Street Journal, in dem der Analyst Marvin Roffman mit der Prognose zitiert wurde, das Casino-Hotel werde Ăźber einige Monate einen Boom erleben, aber sich auf Dauer nicht halten kĂśnnen, weil die erforderliche Nachfrage in Atlantic City nicht vorhanden sei. Trump reagierte sofort mit einem Fax an Roffmans Firma, in dem er unter Androhung juristischer Schritte verlangte, Roffman sofort zu entlassen oder eine Entschuldigung vorzulegen. AuĂerdem rief er Roffman persĂśnlich an und drängte ihn, eine Erklärung zu verfassen, dass das Taj Mahal einer der grĂśĂten Erfolge sein werde. Roffman wurde von der Firmenleitung genĂśtigt, einen Widerruf zu unterzeichnen, und anschlieĂend entlassen.cite-ref-49[49] Später verklagte Roffman seinen Arbeitgeber wegen der unrechtmäĂigen Entlassung und erstritt vor Gericht eine Abfindung von 750.000 USD.cite-ref-50[50]
Die ErĂśffnung des âTajâ im April 1990 wurde eine Woche lang grandios inszeniert. Es kamen Ăźber 100.000 Besucher und auf dem HĂśhepunkt trat Trump mit dem Stargast Michael Jackson auf. Dass das Casino am zweiten und dritten Tag von der zuständigen BehĂśrde geschlossen wurde, weil groĂe Mengen SpielmĂźnzen verschwunden waren, konnte Trump mit der Behauptung, man sei wegen des unerwartet starken Ansturms beim Zählen der MĂźnzen nicht hinterhergekommen, in den Medien zum Positiven wenden. Hinter den Kulissen war er jedoch sehr aufgebracht und beschuldigte unter anderem zwei der drei kĂźrzlich umgekommenen leitenden Mitarbeiter, fĂźr das entstandene Chaos verantwortlich zu sein.cite-ref-51[51] Trump war geschäftlich ebenfalls im Profiboxen tätig. Im Juni 1990 erwarb er die Veranstaltungsrechte fĂźr einen Kampf Mike Tysons in Atlantic City,cite-ref-52[52] nachdem er bereits 1988 in derselben Stadt den Kampf zwischen Tyson und Michael Spinks veranstaltet hatte. FĂźr die Rechte am Duell Tyson-Spinks bezahlte Trump eigener Angabe nach elf Millionen US-Dollar.cite-ref-53[53]
Im Juni 1990 konnte Trump erstmals seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Seine Schulden waren auf 3,2 Milliarden US-Dollar angewachsen und von seinen 22 Aktivposten erzielten nur drei einen Gewinn.cite-ref-54[54] Ein Zusammenschluss vieler Gläubiger, mit denen er schon seit dem FrĂźhjahr verhandelte, kam zu dem Ergebnis, dass alle verlieren wĂźrden, wenn sie Trump fallen lassen wĂźrden, weil insbesondere die Casinos ohne die Verbindung mit seinem Namen kaum zu halten sein wĂźrden. Im August 1990 gewährten sie ihm die benĂśtigten weiteren Kredite und erwarben im Gegenzug das Pfandrecht auf groĂe Teile seines Besitzes, darunter die drei Casinos, sein Anwesen Mar-a-Lago, seine Megayacht Trump Princess und sein Privatflugzeug. AuĂerdem verpflichtete Trump sich, einen Chief Financial Officer einzustellen, der das Finanzwesen der Trump Organization in Ordnung bringen sollte.cite-ref-55[55] In dieser Situation erschien sein zweites Buch, Trump: Surviving at the Top, wieder bei Random House.
Auf dem HĂśhepunkt der finanziellen Schwierigkeiten, als er immer weitere fällige Zahlungen nicht leisten konnte, pflegte Trump Tag fĂźr Tag das Image des äuĂerst erfolgreichen Geschäftsmanns und Milliardärs.cite-ref-56[56] Tatsächlich nahm er im Dezember 1990 nochmals die UnterstĂźtzung seines mittlerweile 85-jährigen Vaters in Anspruch, der, um der Pfändung seiner Schenkung zu entgehen, SpielmĂźnzen im Wert von 3,5 Millionen US-Dollar fĂźr das Trump Castle erwarb, die nie verwendet wurden. Zu diesem Zeitpunkt war das Castle das am stärksten gefährdete seiner Casinos, weil die Kunden zum Taj Mahal abwanderten, und fĂźr den Schuldendienst waren bereits drei Zahlungen Ăźberfällig.cite-ref-57[57] FĂźr die Abfindung seiner ersten Ehefrau Ivana bei der Scheidung zweigte Trump ohne Genehmigung der Banken 10 Millionen US-Dollar aus dem Unternehmen ab und präsentierte bei der Hochzeit mit Marla Maples im Juli 1991 dieser im Fernsehen einen Ehering im Wert von 250.000 US-Dollar. Auf Nachfragen seiner aufgebrachten Geldgeber gab er an, der Ring sei nur geliehen.cite-ref-58[58]
1995 grĂźndete Trump, immer noch hoch verschuldet, eine Aktiengesellschaft und ging damit an die BĂśrse. Damit konnten Investoren an der vermeintlich erfolgreichen âMarke Trumpâ teilhaben, während er selbst als Chairman die Geschäfte leitete und eine jährliche VergĂźtung in MillionenhĂśhe erhielt. Die AG besaĂ zunächst nur das Trump Plaza in Atlantic City, erwarb aber im folgenden Jahr zu ĂźberhĂśhten Preisen auch die beiden anderen, hoch verschuldeten Casino-Hotels. Damit war sie, ganz entgegen den Erwartungen der Anleger, mit 1,7 Milliarden US-Dollar verschuldet, während Trump erstmals seit 1989 wieder in der Forbes-Liste der reichsten Amerikaner verzeichnet wurde. In der Folge machte die Gesellschaft wegen des Schuldendienstes Jahr fĂźr Jahr Verluste. Der BĂśrsenkurs, der 1996 einen HĂśchstwert von 35 US-Dollar erreicht hatte, sank bis 2005 auf 17 Cent. Dann wurde der Handel ausgesetzt und im Rahmen eines Vergleichs erstattete Trump den Anteilseignern einen Teil ihrer Verluste. Bis 2009 erhielt er jedoch als Manager VergĂźtungen von insgesamt 44 Millionen US-Dollar. Ohne die hoch verschuldeten Casinos, die niemals wirklich profitabel waren und deren Betreibergesellschaft Trump Entertainment Resorts zwischen 2004 und 2014 dreimal Konkurs anmeldete,cite-ref-11-45-1[45] stieg er offiziell wieder zum Milliardär auf.cite-ref-59[59]
TV-Auftritte: The Apprentice und Wrestling
Nach der Krise in den 1990er-Jahren war die Marke Trump nicht mehr so makellos, wie sie zuvor erschienen war, aber letztlich war es Trumps Image, das ihn gerettet hatte. Nun bot sich eine Gelegenheit, sein Ansehen erheblich zu steigern. Im Jahr 2002 trat der Fernsehproduzent Mark Burnett an ihn heran und unterbreitete ihm seinen Plan der Reality-Show The Apprentice, fĂźr die er Trump als den Star verpflichten wollte, um den und dessen Unternehmen sich alles drehen wĂźrde. Trump hatte sich nie fĂźr Reality-TV interessiert, lieĂ sich aber schnell davon Ăźberzeugen, dass Burnetts Projekt enorme MĂśglichkeiten bieten wĂźrde, die Marke Trump noch bekannter und beliebter zu machen. Burnett versprach ihm, dass er pro Episode nur ein paar Stunden Zeit investieren mĂźsse, und Trump verlangte, dass sein Privatjet in jeder Episode auftauchen mĂźsse und auch das Taj Mahal gezeigt werde. Schon nach dieser ersten Unterredung war der âDealâ perfekt, ohne dass Trump irgendeinen Rat eingeholt hatte. Und er sicherte sich eine 50-prozentige Beteiligung an dem Projekt.cite-ref-60[60]
Eine Fernsehgesellschaft fĂźr die Show zu finden, erwies sich fĂźr Burnett als schwierig, zumal Trump eine Zusammenarbeit mit der CBS Corporation ablehnte, weil diese zuvor nicht weiter an den von ihm veranstalteten SchĂśnheitswettbewerben Miss USA und Miss Universe interessiert gewesen war. SchlieĂlich wurde Burnett mit NBC, die ihn als erfolgreichen Produzenten der Reality-Serie Survivor schätzte, einig. Trump sollte nach der Vorstellung von NBC jedoch nur fĂźr ein Jahr verpflichtet werden, gefolgt von anderen bekannten Unternehmern. Das Konzept der Show war, dass 16 Kandidaten darum kämpften, einen Einjahresvertrag als Mitarbeiter der Trump Organization zu erhalten. FĂźr Trump war nur die recht bescheidene Rolle vorgesehen, zu Beginn jeder Folge die diesmal zu lĂśsende Aufgabe zu erläutern und am Ende zu verkĂźnden, welcher Kandidat aus dem Rennen ausschied.cite-ref-61[61]
Schon nach der ersten Folge war klar, dass das Drehbuch geändert werden musste. Trump hatte ein erstaunliches Talent als Showmaster gezeigt und die Verantwortlichen bei NBC wie die 20 Millionen Zuschauer waren begeistert von seinem Auftritt. Trump hielt sich nicht, wie in solchen Shows Ăźblich, an die detaillierten Vorgaben, sondern improvisierte von Anfang an. Sein Spruch âYou're fired.â (âSie sind gefeuert.â) war nicht vorgesehen, sondern kam spontan. Aber er zeigte bald auch andere Seiten, wirkte manchmal nachdenklich und unsicher, beriet sich mit den Mitarbeitern, die neben ihm saĂen, und folgte mitunter ihrem Rat. Und er lernte schnell, so einen Spannungsbogen aufzubauen und starke Emotionen bei den Kandidaten hervorzurufen. Die Zuschauerzahlen stiegen im Verlauf der ersten Staffel auf 27 Millionen.cite-ref-62[62]
Dank der Popularität von The Apprentice war Trump bald auch sehr gefragt als Gast bei Talkshows, wo er begann, Ăźber politische Themen zu sprechen. Im RĂźckblick gilt der Erfolg seiner Show, deren Star er bis 2015 blieb, als eine Voraussetzung fĂźr die Chance, das Präsidentenamt zu erlangen.cite-ref-63[63] Nach seinen umstrittenen ĂuĂerungen als Präsidentschaftskandidat (siehe unten) verzichtete NBC im Juni 2015 auf die zukĂźnftige Mitwirkung Trumps bei The Apprentice.cite-ref-dump-64-0[64]
Trump arbeitete mehrfach mit dem Wrestling-Konzern WWE (vormals WWF) zusammen. 1988 und 1989 fungierte er als Hauptsponsor von WrestleMania und trat bei den Events auch vor den Kameras in Erscheinung, bei WrestleMania XX (2004) hatte er einen Gastauftritt. 2007 trat Trump in der WWE-Show Raw auf und begann er eine Fehde mit WWE Eigentßmer Vince McMahon, genannt The Battle of the Billionaires. In einem Stellvertreterkampf zwischen Bobby Lashley (Trump) und Umaga (McMahon) bei WrestleMania 23 gewann Lashley, woraufhin Trump McMahon im Ring den Kopf kahl schor (Hair Match). 2013 wurde Trump in die WWE Hall of Fame aufgenommen.cite-ref-65[65] Auch als Präsident pflegte Trump Beziehungen zur McMahon-Familie. Linda McMahon wurde von Trump zur Leiterin der Small Business Administration berufen und organisierte die Finanzierung seines Wahlkampfes zur Präsidentschaftswahl 2020, Vince McMahon wurde von Trump in eine Kommission zum Neustart der Wirtschaft während der COVID-19-Pandemie berufen.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]
Vermarktung der Marke Trump
Parallel zur Vorbereitung der ersten Staffel von The Apprentice startete Trump ein weiteres Projekt: Er wollte Herrenbekleidung unter seinem Namen auf den Markt bringen. Mit groĂem persĂśnlichen Einsatz und unter dem Eindruck des Erfolgs der ersten Staffel seiner Show gelang es ihm, den Hersteller Phillips-Van Heusen als Lizenznehmer zu gewinnen, der u. a. unter der Marke Calvin Klein produzierte. Die Vergabe von Lizenzen war mit keinen Kosten und keinerlei Risiken verbunden und sie verschaffte ihm neben der vor allem angestrebten Allgegenwart seines Namens auch EinkĂźnfte in Form der LizenzgebĂźhren. DafĂźr richtete er eine eigene Abteilung im Trump Tower ein und bis 2016 wuchs die Zahl der vergebenen Lizenzen auf 25. Dazu gehĂśren etwa das Mineralwasser Trump Ice und die Parfums Trump Success und Donald Trump the Fragrance.cite-ref-68[68] In den 2020er-Jahren vermarktete Trump von Lizenznehmern produzierte Sammelkarten und Sneaker unter seinem Namen.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70]
Im Jahre 2005 stellte Trump sein Projekt namens Trump University vor. Dabei handelte es sich um Seminare, die vermitteln sollten, wie man als Investor am Immobilienmarkt reich werden kÜnne. Trump versprach, die besten Fachleute als Dozenten zu engagieren und selbst an der Entwicklung der Lehrinhalte mitzuwirken, was jedoch beides nicht eintraf. Die erste Veranstaltung war jeweils kostenlos und diente laut den Anweisungen fßr die Vortragenden der intensiven Werbung fßr kostenpflichtige Seminare, deren Preis von 1.495 bis 34.995 US-Dollar reichte. Interessenten mussten bei der Anmeldung detaillierte Angaben ßber ihre VermÜgensverhältnisse machen, die angeblich dazu dienen sollten, ihnen persÜnliche Ratschläge geben zu kÜnnen, aber tatsächlich ausgewertet wurden, um geeignete Adressaten fßr das teuerste Angebot, Trump Gold Elite, zu identifizieren. Ein weiteres Versprechen war, dass Trump an diesem Projekt nichts verdienen, sondern nur Kenntnisse weitergeben wolle, und die Gewinne fßr wohltätige Zwecke spenden werde. Auch das trat nicht ein. Bis zur Einstellung des Betriebs 2010 gelang es, fast 600 Personen fßr Trump Gold Elite zu gewinnen. Viele von ihnen verlangten später eine Rßckerstattung, weil sie sich betrogen sahen.cite-ref-74[74]
Parallel begann Trump, Namenslizenzen fĂźr Bauprojekte zu vergeben, in den USA und in anderen Ländern. Dabei wurde der Eindruck erweckt, es handele sich um Projekte der Trump Organization, während er tatsächlich nur GebĂźhren fĂźr die Verwendung seines Namens kassierte. AuĂerdem grĂźndete er Trump Mortgage (âTrump Hypothekenâ) und verbreitete groĂen Optimismus in Bezug auf den Immobilienmarkt, obwohl sich bereits ein Ende des Booms abzeichnete. Als mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA die Finanzkrise ab 2007 einsetzte, gerieten viele der mit Trumps Namen versehenen Projekte in groĂe Schwierigkeiten, während er als bloĂer Lizenzgeber die betroffenen Unternehmer teils verklagte, wenn sie um einen Aufschub der ihm geschuldeten Zahlungen baten. Umgekehrt verklagten viele Kleininvestoren, die im Vertrauen auf Trump Wohnungen in einer noch nicht erstellten und lediglich lizenzierten Wohnanlage erworben hatten, ihn wegen Betrugs. Die zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen zogen sich Ăźber Jahre hin, bis Trump 2016 ein Ende setzte.cite-ref-75[75]
Im September 2024 bewarb Trump Ăźber seine Plattform Truth-Social den Verkauf von insgesamt 147 EinzelstĂźcken der âThe Trump Victory Tourbillonâ, einer Armband-Uhr, Ăźber die Firma The Best Watches on Earth zum Einzelpreis von 100.000 Dollar.cite-ref-76[76] Der Anzeigetext begann mit den Worten: âHallo zusammen! Hier spricht euer Lieblingspräsident.â Nach dortigen Angaben besteht die auf dem Zifferblatt mit dem Namenszug Trumps versehene Uhrcite-ref-77[77] aus annähernd 200 Gramm Gold und aus mehr als 100 Diamanten.cite-ref-78[78] Eine Angabe des Gewichts der Diamanten in Karat fehlte. Diese Angaben ergänzte er mit der Anmerkung âDas sind eine Menge Diamanten. Ich liebe Gold. Ich liebe Diamanten.âcite-ref-79[79] Eine Uhr dieser Qualität soll verkehrsĂźblich einen Wert von schätzungsweise 40.000 Dollar haben.cite-ref-80[80]
Zweifel an VermÜgensverhältnissen
Seit Trump als Unternehmer eine gewisse Bekanntheit erlangt hatte, stellte er durchweg seinen Reichtum als Beleg fĂźr eine auĂerordentliche GeschäftstĂźchtigkeit heraus, und darauf grĂźndete er schlieĂlich auch seinen Anspruch, in besonderem MaĂe fĂźr das Präsidentenamt qualifiziert zu sein. Die ganzen Jahre waren seine Angaben Ăźber sein VermĂśgen aber nie nachprĂźfbar und deshalb ein Gegenstand von Kontroversen. Als 1976 die New York Times einen Artikel Ăźber ihn brachte, behauptete er, ein VermĂśgen von 200 Millionen US-Dollar zu besitzen. Im selben Jahr bezifferte er sein steuerpflichtiges Einkommen auf knapp 25.000 US-Dollar, und in den Jahren 1978 und 1979 gab er ein negatives Einkommen von insgesamt 3,8 Millionen an. In diesem Zeitraum lieh er sich bei der Chase Manhattan Bank 35 Millionen und 7,5 Millionen von seinem Vater.cite-ref-82[82]
Im Verlauf der 1980er-Jahre stiegen die Angaben Ăźber Trumps VermĂśgen erheblich. Als die Zeitschrift Forbes 1982 ihre jährliche Liste der 400 reichsten US-Amerikaner startete, gab Trump ein VermĂśgen von 500 Millionen US-Dollar an; Forbes listete ihn und seinen Vater jedoch nur mit gemeinsam schätzungsweise 200 Millionen. Dieser Wert stieg von Jahr zu Jahr und erreichte 1989 mit 1,7 Milliarden ein Maximum. In diesem Jahr wurde bekannt, dass Trump Schulden in HĂśhe von mehreren Milliarden hatte, und Forbes stufte ihn auf 500 Millionen herab, wodurch er aus der Liste ausschied. Stattdessen verĂśffentlichte die Zeitschrift einen Artikel, in dem seine Schulden dargestellt und ihm groĂe Probleme attestiert wurden, fällige Zahlungen zu leisten (Cashflow). Sechs Jahre in Folge erschien er nicht mehr in der Forbes-Liste (vgl. oben: Spielcasinos in Atlantic City und schwierige 1990er-Jahre).cite-ref-83[83]
Während seiner gesamten Karriere ging Trump juristisch gegen Personen und Organisationen vor, die sich kritisch zu seiner Selbstinszenierung als sehr erfolgreicher Unternehmer und zu seinem angeblichen Reichtum äuĂerten. Ein Beispiel, das besondere Aufmerksamkeit erregte, ist sein Konflikt mit dem New-York-Times-Autor Timothy OâBrien. Dieser äuĂerte sich in seinem 2005 erschienenen Buch TrumpNation. The Art of Being The Donald, das auf ausfĂźhrlichen Interviews mit Trump und Mitarbeitern seines Unternehmens beruhte, skeptisch zu den kursierenden Angaben zu Trumps VermĂśgen (von 1,7 bis 9,5 Milliarden US-Dollar). Daher befragte OâBrien drei nicht namentlich genannte Insider, die das VermĂśgen auf 150 bis 250 Mio. US-Dollar schätzten. Eine Woche vor der VerĂśffentlichung des Buchs erfuhr Trump von diesen Details und von der Absicht einer Vorab-VerĂśffentlichung in der NYT. Er veranlasste ein Schreiben seines Anwalts an den Verleger des Buchs, in dem dieses als falsch, bĂśsartig und verleumderisch bezeichnet wurde, und eine Aufforderung an die NYT, den geplanten Artikel vorab zur Beseitigung von Fehlern vorzulegen. Die Zeitung lieĂ sich nicht beeindrucken und brachte den Artikel mit der Ăberschrift Whatâs he really worth? (Was ist er wirklich wert?). Nach der VerĂśffentlichung des Buchs verklagte Trump OâBrien und dessen Verleger mit einem veranschlagten Streitwert von 5 Milliarden. Der Rechtsstreit zog sich bis 2011 hin und endete mit einer Niederlage Trumps.cite-ref-84[84] In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass Trumps Kreditgeber Deutsche Bank ihn ebenfalls nicht als Milliardär einstufte, sondern auf ein VermĂśgen von 788 Mio. US-Dollar schätzte. Das wies Trump ebenso zurĂźck.cite-ref-85[85]
Bei der AnkĂźndigung seiner Präsidentschaftskandidatur (siehe unten) im Juni 2015 gab Trump ein VermĂśgen von mehr als acht Mrd. US-Dollar an, was er im Juli 2015 auf Ăźber zehn Mrd. erhĂśhte. Der Unterschied sollte auf eine zunächst unzureichende Bewertung einiger Immobilien zurĂźckgehen.cite-ref-86[86] Auf der Grundlage Ăśffentlich zugänglicher Daten schätzte Forbes im Juni 2015 das VermĂśgen Trumps auf 4,1 Mrd. US-Dollar, das Medienunternehmen Bloomberg im Juli 2015 auf 2,9 Mrd.cite-ref-87[87] In der Forbes-Liste âThe Worldâs Billionairesâ vom 20. März 2017 fiel Trump mit einem geschätzten VermĂśgen von 3,5 Mrd. US-Dollar (3,3 Mrd. Euro) von Platz 324 auf Platz 544 zurĂźck. Als Grund wurden Wertverluste seiner Immobilien vor allem in New York genannt.cite-ref-88[88] Im Februar 2018 schätzte Forbes das VermĂśgen Trumps auf 3,1 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 1,5 Milliarden auf Immobilienwerte in New York City, 500 Millionen auf Immobilienwerte auĂerhalb von New York City, 560 Millionen auf Golfclubs, 180 Millionen auf Markengeschäfte und 290 Millionen auf liquide Mittel (cash) und persĂśnliche VermĂśgensgĂźter.cite-ref-89[89]
Trump hat, anders als die meisten anderen US-Spitzenpolitiker, seine Steuererklärungen nicht verĂśffentlicht.cite-ref-90[90] Im Mai 2017 gab er dem Office of Government Ethics eine Selbstauskunft zu seiner Finanzlage ab, gemäà der er Ăźber mindestens 1,4 Mrd. US-Dollar Aktiva verfĂźgte, denen Verbindlichkeiten in HĂśhe von mindestens 310 Mio. â wahrscheinlich mehr als 500 Mio. US-Dollar â gegenĂźberstanden.cite-ref-91[91] Das Wall Street Journal hatte dagegen im Januar 2017 geschrieben, er schulde allein der Deutschen Bank etwa 2,5 Mrd. US-Dollar; weitere groĂe Kreditgeber seien Wells Fargo, JPMorgan Chase, Fidelity Investments, Prudential plc und The Vanguard Group.cite-ref-92[92]
Trump verdankt nach eigener Darstellung sein VermÜgen allein seiner Geschäftstßchtigkeit. Sein Vater habe ihm lediglich ein Startkapital in HÜhe von einer Million Dollar geliehen, das er mit Zinsen zurßckgezahlt habe. Dagegen ergaben im Oktober 2018 verÜffentlichte Recherchen der New York Times, dass er seit seiner frßhen Kindheit auf vielfältige Weise aus dem VermÜgen des Vaters Zuwendungen von ßber 400 Millionen Dollar erhalten hat.cite-ref-93[93]
Laut Recherchen von The New York Times zahlte Trump in 10 der 15 Jahre im Zeitraum von 2005 bis 2020 keine Einkommensteuern an das US-amerikanische Finanzamt, da er angab, mehr Verluste als Einnahmen zu haben. Die NYT gab ebenfalls an, dass Trump Ausgaben in HĂśhe von 70.000 US-Dollar fĂźr Haarstyling während der Jahre als Moderator der TV-Show The Apprentice geltend machte.cite-ref-3-94-0[94] Des Weiteren hat er laut NYT (mit Stand September 2020) offene Verbindlichkeiten in HĂśhe von 421 Millionen US-Dollar, die grĂśĂtenteils aus Krediten seines Golf-Hotels Trump National Doral Miami und seines Hotels im Old Post Office Pavilion stammen, fĂźr die er persĂśnlich haftet.cite-ref-3-94-1[94] Im Wahlkampf der US-Präsidentschaftswahl 2020 wurde thematisiert, dass Trump die Identität der Gläubiger geheim hält.cite-ref-95[95]cite-ref-96[96]
Zu dieser Zeit schrieb die Financial Times, Trump habe mindestens 1,1 Milliarden US-Dollar Schulden.cite-ref-97[97] Im Dezember 2021 entschied ein Bundesrichter, dass Trump seine Steuerunterlagen an einen Ausschuss des US-Kongresses zu Ăźbergeben habe.cite-ref-98[98]
Im November 2022 wies der Oberste Gerichtshof der USA Trumps Forderung, die US-amerikanische SteuerbehĂśrde habe seine Steuerunterlagen dem fĂźr Steuerpolitik zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses nicht zu Ăźbergeben, ab. Trump war der erste Präsident seit Richard Nixon, der die Offenlegung seiner Steuererklärungen verweigerte.cite-ref-99[99] Im Folgemonat verĂśffentlichte der Finanz- und Steuerausschuss des US-Repräsentantenhauses Trumps Steuererklärungen der Jahre 2015 bis 2020. FĂźr 2015 und 2016 erklärte Trump Bruttoeinkommen von je minus rund 32 Millionen US-Dollar; mit seinem Amtsantritt 2017 schrumpfte es auf minus 12,9 Millionen US-Dollar. In den Jahren 2018 und 2019 gab er einen Gewinn von 24,4 bzw. 4,4 Millionen US-Dollar an. Im Coronajahr 2020 meldete er einen Verlust von 4,8 Millionen US-Dollar an.cite-ref-100[100]cite-ref-101[101] In den Jahren 2016 bis 2020 zahlte Trump insgesamt 1,1 Millionen US-Dollar Einkommenssteuer. Von 2015 bis 2020 setzte Trump insgesamt mindestens 55 Millionen US-Dollar an Ausgaben und Kosten von der Steuer ab. Im selben Zeitraum verzeichnete Trump Einkommen in fast zwei Dutzend Ländern, mit denen er als Präsident auch politisch zu tun hatte: GroĂbritannien, Irland, TĂźrkei, China, Georgien, Aserbaidschan, Indonesien, SĂźdkorea, Indien, den Philippinen, Israel, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Dominikanische Republik, Panama, Kanada, Brasilien, Mexiko, den Karibikstaaten Grenada und Saint Martin. Oft zahlte er dort mehr Steuern oder einen hĂśheren Steuersatz als in den USA.cite-ref-102[102]
Kryptowährungen
Trump hatte sich in der ersten Amtszeit negativ Ăźber Bitcoin und andere Kryptowährungen geäuĂert und diese als Bedrohung fĂźr den US-Dollar bezeichnet. Später änderte er jedoch seine Meinung und sprach sich im Wahlkampf 2024 auf der Bitcoin-Konferenz fĂźr die Einrichtung einer nationalen Bitcoin-Reserve aus.cite-ref-103[103] Im September 2024 kĂźndigte Donald Trump an, dass sein Sohn mit einem neuen Unternehmen namens World Liberty Financial in den Kryptomarkt einsteigen wĂźrde. Kontrolliert wird das Unternehmen von Trumps FamilienangehĂśrigen sowie von zwei SĂśhnen von Steve Witkoff, dem Sondergesandten Trumps fĂźr den Nahen Osten in seiner zweiten Amtszeit. Eine von den Trumps kontrollierte Unternehmenseinheit besitzt 60 Prozent von World Liberty und hat Anspruch auf 75 Prozent aller Einnahmen aus den Verkäufen von Token.cite-ref-104[104] Im Oktober kĂźndigte World Liberty seine erste Initiative zur Vermarktung einer Kryptowährung namens $WLFI an. Bis Ende Oktober hatte das Unternehmen lediglich $WLFI-Token im Wert von 2,7 Millionen verkauft, was sich nach Trumps Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen 2024 schlagartig änderte, als der Preis in die HĂśhe schnellte.cite-ref-05-105-0[105] Im März 2025 kĂźndigte World Liberty die EinfĂźhrung von USD1 an, einem an den Dollar gekoppelten Stablecoin, der durch US-Staatsanleihen, Dollarreserven und andere Bargeldäquivalente gedeckt ist.cite-ref-12-106-0[106] In Geschäftsbeziehungen mit Wold Liberty Financial sind u. a. die Kryptowährungsunternehmer Justin Sun und Changpeng Zhao getreten, welche beide in den USA mit den StrafverfolgungsbehĂśrden in Konflikt gerieten. Kurz nach Suns investment in den $WLFI-Token wurden die Ermittlungen der SEC gegen ihn eingestellt.cite-ref-107[107] Ein Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi kĂźndigte im Mai 2025 eine Investition von zwei Milliarden US-Dollar in den Stablecoin USD1 ein, was der Familie Trump ein nahezu risikofreies Zinseinkommen verschaffen wĂźrde. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sprach im Zusammenhang mit dem Geschäft vom âgrĂśĂten Korruptionsskandal der modernen Geschichteâ.cite-ref-108[108]
Wenige Tage vor seiner zweiten AmtseinfĂźhrung gab Trump am 17. Januar 2025 seinen eigenen Meme-Coin mit dem Namen $TRUMP heraus und bewarb diesen auf seinen Social-Media-Kanälen. Nach der Ausgabe der ersten Token stieg das VermĂśgen von Trump um mehrere Milliarden US-Dollar an, was Trump später als âPeanutsâ bezeichnete.cite-ref-109[109] Eine von der New York Times in Auftrag gegebene Analyse kam zu dem Schluss, dass 813.294 Wallets durch den Handel mit dem Coin 2 Milliarden Dollar verloren hätten, während das Unternehmen des Präsidenten und seine Partner etwa 100 Millionen Dollar an HandelsgebĂźhren eingenommen haben.cite-ref-110[110] Bis März 2025 lagen die Gewinne fĂźr die Herausgeber durch Verkäufe und GebĂźhren bei Ăźber 350 Millionen US-Dollar, während die Tokens den GroĂteil ihres Wertes verloren hatten.cite-ref-06-111-0[111] Im Mai 2025 kĂźndigte ein mit TikTok (das in den USA von einem Verbotsverfahren bedroht ist) verbundenes Scheinunternehmen eine Investition von 300 Millionen US-Dollar in $TRUMP an.cite-ref-112[112]
Politik vor der Präsidentschaft 2017â2021
Politische Aktivitäten seit den 1980er-Jahren
Donald Trumps Verhältnis zu Politikern war lange Zeit ganz auf seine geschäftlichen Interessen ausgerichtet. Er bemĂźhte sich, wie es sein Vater immer getan hatte, intensiv um gute Beziehungen zu Politikern, die ihm einmal nĂźtzlich sein kĂśnnten, wobei deren politische Positionen keine Rolle spielten. Entscheidend war, welche der Kandidaten, von denen Anfragen kamen, er als Siegertypen einordnete. Dabei kam es durchaus vor, dass er bei einem Wahlkampf beide Seiten unterstĂźtzte. Die Beschränkungen fĂźr Spenden an Politiker und Parteien umging er, indem er sie z. B. Ăźber verschiedene Tochtergesellschaften laufen lieĂ. Von 1995 bis 2016 spendete er Ăźber drei Millionen US-Dollar fĂźr Kandidaten der beiden groĂen Parteien.cite-ref-113[113]
Ab 1984 bezeichnete er die nukleare AbrĂźstung bei verschiedenen Gelegenheiten als das fĂźr ihn wichtigste politische Problem, um das er sich selbst kĂźmmern wolle. Dies sei durch Gespräche mit seinem Onkel John G. Trump, einem angesehenen Physiker, der 1985 starb, ausgelĂśst worden. Dazu bedĂźrfe es eines auĂerordentlichen Verhandlungsgeschicks, Ăźber das keiner der ihm bekannten Politiker verfĂźge. Dieses Ansinnen wurde bald weithin bekannt und zumeist mit Belustigung aufgenommen. Den Friedensnobelpreisträger und AbrĂźstungs-Aktivisten Bernard Lown, der als einer der ersten Amerikaner den neuen sowjetischen Machthaber Michail Gorbatschow persĂśnlich getroffen hatte, bat Trump 1986 zu einem Gespräch im Trump Tower und erĂśffnete ihm, er wolle generalbevollmächtigter US-Botschafter in der UdSSR werden und den Kalten Krieg âinnerhalb einer Stundeâ beenden.cite-ref-114[114] Der sowjetische UNO-Botschafter lud Trump nach Moskau ein.cite-ref-115[115] Anfang Juli 1987, zum amerikanischen Nationalfeiertag, reiste Trump nach Moskau.cite-ref-116[116]
Im Juli 1987 lieĂ Trump sich erstmals als Anhänger der Republikaner registrieren und verĂśffentlichte groĂformatige Zeitungsanzeigen mit politischen Botschaften,cite-ref-nytimes-1987-117-0[117] darunter die Forderung, westliche VerbĂźndete nicht länger zu schĂźtzen.
1989 lieĂ er eine ganzseitige Anzeige in der New York Times stornieren, die sich fĂźr Antirassismus einsetzte. Anlass war die Vergewaltigung einer Frau am 19. April im Central Park. Der Fall polarisierte die Medien: Die einen, wie Trump, hetzten gegen Schwarze und befeuerten den Rassismus, die anderen warnten vor einer Lynchjustiz.cite-ref-118[118]
Mit seiner These, die USA bewegten sich auf eine Katastrophe (âdisasterâ) zu und Länder wie Japan, die Islamische Republik Iran und Saudi-Arabien wĂźrden Ăźber sie lachen, kam er in die Schlagzeilen, und sein bald darauf erschienenes Buch The Art of the Deal wurde ein Bestseller.cite-ref-119[119] Im Oktober 1999 wechselte er zu Ross Perots Reform Party und bewarb sich als deren Kandidat bei den parteiinternen Vorwahlen zum Präsidentschaftswahlkampf 2000. Auch in diesem Zusammenhang verĂśffentlichte er ein Buch (The America We Deserve), in dem er Perots Ablehnung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) und insbesondere dessen Warnung vor einem Abwandern von Arbeitsplätzen nach Mexiko aufgriff. Er gewann die Vorwahlen in Michigan und Kalifornien, stieg dann aber aus dem Wahlkampf aus.cite-ref-120[120] Im August 2001 lieĂ sich Trump als Demokrat registrieren, und fĂźr 2004 und 2008 deutete er an, mĂśglicherweise gegen George W. Bush anzutreten. Da 2004 auch seine Show The Apprentice anlief und er schon zuvor jeweils ein Buch promotet hatte, wurden seine derartigen Bemerkungen aber kaum noch ernst genommen.cite-ref-121[121] Nachdem er John McCain als Präsidentschaftskandidaten 2008 unterstĂźtzt hatte,cite-ref-122[122] schrieb er sich im September 2009 wieder als Republikaner ein. Von Dezember 2011 bis April 2012 gab Trump in der Wählerliste keine ParteizugehĂśrigkeit an, um sich dann wieder â bis heute â als Republikaner registrieren zu lassen.cite-ref-123[123] Seine Parteispenden verteilte er bis 2012 fast ausgewogen an die beiden groĂen Parteien. Zudem spendete er der Clinton Foundation 100.000 US-Dollar und unterhielt lange gute Beziehungen zu Hillary Clinton.cite-ref-124[124]
Vor der Präsidentschaftswahl 2012 spielte Trump erneut Ăśffentlich mit dem Gedanken, sich als Kandidat aufstellen zu lassen; im Mai 2011 sagte er ab.cite-ref-125[125] Einige Wochen zuvor hatte er Präsident Obama aufgefordert, seine Geburtsurkunde zu verĂśffentlichen, und stellte sich damit zeitweilig an die Spitze der verschwĂśrungstheoretischen Birther-Bewegung, die Obamas Legitimität als Präsident anzweifelte, weil er angeblich in Afrika geboren sei (siehe Opposition gegen Barack Obama).cite-ref-126[126] Damit brach er erstmals das bis dahin geltende Tabu, rassistische ĂuĂerungen in der Politik zu verwenden, und machte sich weit verbreitete Ressentiments zunutze. Aufgrund seiner dadurch bedingten Bekanntheit als politischer Akteur â in bundesweiten Umfragen Mitte April war er der beliebteste republikanische Kandidat â lud ihn die Washington Post als Gast zum White House Correspondentsâ Dinner am 30. April 2011 ein. Dort präsentierte ein gut vorbereiteter Obama als Hauptredner in einer pompĂśsen Inszenierung seine Geburtsurkunde auf groĂen Bildschirmen und machte sich anschlieĂend unter groĂem Gelächter Ăźber Trump lustig, indem er etwa spĂśttelte, dieser sei jetzt sicher froh, sich wichtigeren Dingen widmen zu kĂśnnen wie den Fragen, ob die Mondlandung wirklich stattgefunden habe oder was in Roswell wirklich geschehen sei. Trump verlor zunehmend die Fassung, errĂśtete schlieĂlich und verlieĂ fluchtartig die Veranstaltung. Diese Blamage wurde allseits als das Ende seiner politischen Ambitionen aufgefasst.cite-ref-127[127]
FrĂźhere Positionen
Trumps politische Positionen lagen frßher deutlich links des republikanischen Mainstreams; so hat er sich fßr eine allgemeine Krankenversicherung, fßr SteuererhÜhungen und das Recht auf Abtreibung (Pro-Choice) eingesetzt,cite-ref-wendepunkt-128-0[128] sprach sich 2004 gegen den Irakkrieg auscite-ref-129[129] und bezeichnete den Demokraten Bill Clinton als erfolgreichen, den Republikaner George W. Bush aber als den schlechtesten aller US-Präsidenten.cite-ref-130[130]
Die Zeitschrift The Economist gelangte in einer Analyse im September 2015 zu der Einschätzung, Trump nehme Ideen aus dem gesamten politischen Spektrum auf: Im Bereich der Einwanderungspolitik stehe er rechts des republikanischen Mainstreams; andererseits kritisierte Trump die Tätigkeit von Hedgefonds und Lobbyisten, lobte die staatlichen Gesundheitssysteme anderer Länder und vertrat wirtschaftspolitisch teils protektionistische Positionen. Einige Positionen aus dem Wahlkampf relativierte oder räumte er nach der Wahl; Ăźber einige seiner zentralen Wahlversprechen meinte Trump: âSie sind nicht mehr so wichtig.âcite-ref-131[131]
Der konservative Historiker Bruce Bartlett urteilte im Juni 2017, Trump sei als Präsident viel extremer als erwartet â die moderaten Republikaner hätten jeden Widerstand aufgegeben, und seine politische Agenda sei so weit rechts, dass Ronald Reagan neben Trump wie ein Linksliberaler aussehe.cite-ref-132[132]
AuĂenpolitik
In ganzseitigen Zeitungsanzeigen verĂśffentlichte Trump 1987 politische Erklärungen, wonach â am Beispiel von Japan und Saudi-Arabien â Staaten fĂźr ihren Schutz durch die USA zahlen sollten.cite-ref-133[133] Im März 1990 erläuterte Trump im Playboy, Staaten wie Japan und Westdeutschland hätten den USA die Selbstachtung genommen: âIhre Produkte sind besser, weil sie so hoch subventioniert werdenâ, während die USA mit ihrem milliardenschweren Verteidigungsbudget dafĂźr sorgen, âdass sie nicht in 15 Minuten von der Erdoberfläche gefegt werdenâ.cite-ref-134[134] Trump damals: âUnsere VerbĂźndeten machen Milliarden damit, uns zu linken.âcite-ref-135[135] Er bezeichnete die transatlantische Militärallianz NATO im Wahlkampf als âobsoletâ, eine Position, die er nach seiner Wahl im April 2017 räumte. Er drängt aber auf die ErhĂśhung der Verteidigungsausgaben der Mitgliedsstaaten â insbesondere Deutschlands, wie er beim Antrittsbesuch Angela Merkels im März 2017 betontecite-ref-136[136] â und fordert eine Neuausrichtung auf die Bekämpfung des Terrorismus.cite-ref-137[137]
Jahrelang lobte Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin als AnfĂźhrer (âleaderâ)cite-ref-138[138] und nannte ein gutes Verhältnis zwischen ihm und Putin auch gut fĂźr die USA.cite-ref-139[139] So hatte er Wladimir Putin, als dieser im Jahr 2007 in der Time zur Person des Jahres ernannt worden war, in einem Schreiben gratuliert und sich dabei als einen groĂen Putin-Fan bezeichnet. AuĂerdem lud er Putin im Jahr 2013 zu dem jährlich stattfindenden Miss-Universe-SchĂśnheitswettbewerb ein, dessen EigentĂźmer er zu der Zeit war und welcher in jenem Jahr in Moskau ausgetragen wurde.cite-ref-140[140]
Zur vÜlkerrechtswidrigen Annexion der Krim erklärte Trump im Sommer 2016, er habe gehÜrt, dass die Leute auf der Krim lieber bei Russland sein wollten, Putin es nach Trumps Wahlsieg aber nicht wagen werde, in die Ukraine einzumarschieren (was zu dem Zeitpunkt mit der Besetzung der Krim bereits geschehen war).cite-ref-141[141] Nach Vorwßrfen gegen Trumps Wahlkampfteam, mit russischen Vertretern kollusiv gegen Hillary Clinton zusammengewirkt zu haben, kritisierte Trump im Februar 2017 die Krim-Besetzung durch Russland.cite-ref-142[142] Trumps Entscheidung im April 2017, Raketen auf Syrien abzufeuern, bekräftigte die veränderte Haltung zu Russland. Im Dezember 2017 stimmte Trump einer von seinem Vorgänger Obama abgelehnten Waffenlieferung an die Ukraine zu.cite-ref-auto-143-0[143]
Im Februar 2016 erklärte Trump, im Krieg gegen den Terror das Waterboarding und viel Schlimmeres (âa hell of a lot worseâ) wieder einzufĂźhren, während er im März 2016 angab, dass er die Streitkräfte der Vereinigten Staaten nicht zu GesetzesverstĂśĂen anweisen werde und bekräftigte, dass er an Verträge gebunden sei.cite-ref-144[144]cite-ref-145[145]
Bildung
Trump wollte sämtliche Kompetenzen im Bildungssystem bei den Bundesstaaten belassen; bundesweite Vorgaben seien zu bĂźrokratisch und wenig effizient â trotz hoher Bildungsausgaben wĂźrden die Vereinigten Staaten bei Studien im Vergleich mit anderen westlichen Industrieländern schwach abschneiden.cite-ref-146[146] Trump setzte sich dafĂźr ein, dass sich SchĂźler die Schule selbst aussuchen kĂśnnen, und kĂźndigte an, 20 Milliarden US-Dollar fĂźr ein wettbewerbsfĂśrderndes Gutscheinsystem zu investieren, damit insbesondere Kinder aus ärmeren Verhältnissen auf bessere Schulen gehen kĂśnnen. AuĂerdem unterstĂźtzte Trump Charter Schools.cite-ref-147[147]
Einwanderungs- und FlĂźchtlingspolitik
Nach der Präsidentschaftswahl 2012 hatte Trump erklärt, die Niederlage des republikanischen Kandidaten Mitt Romney hänge mit dessen harter Position in der Einwanderungsfrage zusammen. Romneys zentralen Programmpunkt, illegal Eingewanderte dazu zu bringen, aus freien StĂźcken das Land zu verlassen (âself deportationâ), bezeichnete Trump im November 2012 als âverrĂźcktâ.cite-ref-148[148]
Mitte August 2015 legte Trump in seinem eigenen Präsidentschaftswahlkampf sein erstes politisches Positionspapier vor, das harte MaĂnahmen zur Immigration vorschlug: Sämtliche 11 Millionen illegal Eingewanderten sollten ausgewiesen werden. An der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko solle eine durchgehende Mauer gebaut werden, deren Kosten Trump der mexikanischen Regierung auferlegen wollte. Zudem sollte das bisher geltende Geburtsortsprinzip des US-StaatsbĂźrgerschaftsrechts aufgegeben werden (siehe Ankerkind).cite-ref-149[149]
Betreffend muslimischer Einwanderer schlug Trump am 19. November 2015 eine Datenbank vor, in der alle Muslime in den Vereinigten Staaten erfasst werden sollten, was ihm im Vergleich zu den Mitbewerbenden um die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten einen Popularitätsschub verschaffte. Nach dem Terroranschlag in San Bernardino forderte Trump ein temporäres Einreiseverbot fĂźr Muslime, bis das âProblemâ gelĂśst sei.cite-ref-150[150] Trumps ĂuĂerungen wurden von Prominenten und Politikern, auch Parteikollegen, scharf kritisiert.cite-ref-151[151] In GroĂbritannien unterzeichneten binnen weniger Tage mehr als 550.000 Personen eine Petition, die ein Einreiseverbot fĂźr Trump forderte.cite-ref-152[152]cite-ref-153[153] Nachdem er im Herbst 2015 zunächst die Aufnahme zusätzlicher syrischer FlĂźchtlinge in der FlĂźchtlingskrise befĂźrwortet hatte,cite-ref-154[154] erklärte er einige Wochen später, im Falle seiner Wahl alle syrischen FlĂźchtlinge aus den USA abschieben zu wollen (wĂśrtlich: âtheyâre going backâ).cite-ref-155[155] Die damalige FlĂźchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte er âverrĂźcktâ (âinsaneâ).cite-ref-156[156]
Energiepolitik, Klimaschutz und Naturschutz
Im November 2012 schrieb Trump auf Twitter, das Konzept der globalen Erwärmung sei von Chinesen geschaffen worden, um der industriellen Fertigung in den USA die Konkurrenzfähigkeit zu nehmen.cite-ref-wong-157-0[157] Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten Ende September 2015 äuĂerte Trump, er glaube nicht an die anthropogene globale Erwärmung und halte den Klimawandel nicht fĂźr ein drängendes Problem, sondern fĂźr ein natĂźrliches Phänomen. Klimaschutz-Auflagen fĂźr US-Unternehmen halte er fĂźr falsch.cite-ref-158[158] Nach der Wahl sagte Trump der New York Times, er sehe eine Verbindung zwischen menschlicher Aktivität und Klimawandel, stelle die Frage, wie stark diese Verbindung sei, und denke darĂźber nach, wie teuer der Klimawandel fĂźr US-Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit sei. Klimaschutzabkommen sehe er sich genau an und sei ihnen gegenĂźber offen.cite-ref-159[159] Kurz zuvor hatte die chinesische Regierung Trumps bisherige Position kritisiert und angekĂźndigt, die eigene Klimaschutzpolitik in jedem Fall fortzufĂźhren, was Experten als mĂśgliche Verschiebung der weltweiten Gewichte in diesem Politikbereich zugunsten von Schwellenländern bezeichneten.cite-ref-wong-157-1[157]
In der Energiepolitik kĂźndigte Trump im Mai 2016 eine âKehrtwendeâ mit einer Lockerung von Umweltvorschriften und einer RĂźckbesinnung auf fossile Brennstoffe an. Er nannte als Hauptziel, die USA von importierten Energieträgern, namentlich aus dem OPEC-Raum, unabhängig zu machen. DafĂźr wolle er bisher unerschlossene Vorkommen nutzen, insbesondere auch an und vor der KĂźste. DafĂźr wolle er alle unter Obama eingefĂźhrten Einschränkungen aufheben und so jährlich mindestens eine halbe Million neue Arbeitsplätze schaffen sowie zugleich Energie gĂźnstiger machen.cite-ref-160[160] Trump lehnte die Windenergie ab. Schon 2012 twitterte er, Windkraftanlagen seien ein âĂśkologisches und ästhetisches Desasterâ, nachdem er in einem Rechtsstreit um die Errichtung eines Windparks nahe einem seiner schottischen Golfplätze unterlegen war. Im November 2016 behauptete er, Windkraftanlagen wĂźrden VĂśgel tĂśten, hohe Subventionen benĂśtigen und nicht in den USA, sondern vor allem in Deutschland und in China hergestellt.cite-ref-161[161]
Im September 2025 bezeichnete er den Klimawandel als das grĂśĂte jemals gegen die Welt begangene BetrugsmanĂśver (Originalzitat: "the greatest con job ever perpetrated on the world").cite-ref-162[162]
Gleichgeschlechtliche Ehe
GegenĂźber einer EinfĂźhrung homosexueller EheschlieĂungen zeigte sich Trump kritisch, erklärte aber, die Entscheidung solle den einzelnen Bundesstaaten Ăźberlassen bleiben. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes zur landesweiten Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe (Obergefell v. Hodges) teilte er mit, die Entscheidung mĂźsse nun akzeptiert werden und tauge nicht mehr als Wahlkampfthema. Anfang September 2015 forderte er die Verwaltungsbeamtin Kim Davis aus Kentucky auf, nicht länger die Ausfertigung von Heiratsurkunden fĂźr homosexuelle Paare zu verweigern. Davis hatte durch ihre Weigerung fĂźr internationales Aufsehen gesorgt und war wegen ihres Verhaltens zeitweise inhaftiert worden. Andere Präsidentschaftskandidaten wie Mike Huckabee unterstĂźtzten Davis und kritisierten Trump fĂźr seine Haltung.cite-ref-163[163]
Schwangerschaftsabbruch
In seinem zur Präsidentschaftswahl 2000 verĂśffentlichten Buch The America We Deserve sprach sich Trump fĂźr die MĂśglichkeit von SchwangerschaftsabbrĂźchen aus (âPro-Choiceâ). Auch Jahre später bekräftigte er diesen Standpunkt in einem Interview.cite-ref-164[164] Während seiner Präsidentschaftskampagne 2016 erklärte Trump hingegen, âAbtreibungenâ abzulehnen (âPro-Lifeâ). Im Falle einer gesundheitlichen Gefährdung der Schwangeren, nach einer Vergewaltigung sowie bei Inzest will er nach eigener Aussage jedoch Ausnahmen zulassen.
Sozialversicherung und Gesundheitspolitik
Wie sämtliche Republikaner des Wahlkampfs 2016 forderte Trump im Wahlkampf eine RĂźcknahme der 2010 unter Präsident Obama eingefĂźhrten Gesundheitsreform (âObamacareâ). Diese verschlechtere die Qualität des Gesundheitswesens und fĂźhre zu ĂźberhĂśhten Preisen. Nach seiner Auffassung begĂźnstige sie auĂerdem einseitig die Versicherungskonzerne. Stattdessen befĂźrwortet Trump einen sogenannten free market plan, mit dem durch eine Stärkung des Wettbewerbs im Gesundheitsbereich die Kosten gesenkt und Qualität verbessert werden soll. Im Lauf des Wahlkampfs erklärte Trump immer wieder, dass er Obamas Gesundheitsreform aufheben und ersetzen wolle.
Kßrzungen im Bereich von Social Security, Medicare und Medicaid lehnte Trump hingegen im Wahlkampf ab,cite-ref-165[165] womit er sich von den meisten republikanischen Mitbewerbern 2016 abhob. Er änderte seine Position allerdings im Amt (siehe Gesundheit). Allerdings plädierte er dafßr, die Programme der Sozialversicherung effizienter zu gestalten.cite-ref-166[166] Trump setzte sich fßr eine bessere Versorgung der Veteranen ein.cite-ref-167[167]
Steuern und Finanzen
In der Steuerpolitik setzte sich Trump im August 2015 deutlich von den republikanischen Mitbewerbern ab, die sämtlich angebotsorientiert eine Senkung der Steuersätze fĂźr VermĂśgende und Bezieher hoher Einkommen oder einen Einheitssteuersatz (eine Flat Tax) forderten (vgl. Trickle-down-Theorie). Trump behauptete, er wolle das Steuersystem vereinfachen, Reiche â ihn selbst eingeschlossen â stärker besteuern und die Mittelschicht entlasten. Vor allem konservative Medien kritisierten diese Vorschläge als Populismus.cite-ref-168[168] Zudem wolle er Steuerflucht intensiver bekämpfen und SteuerschlupflĂścher schlieĂen.cite-ref-169[169]
Trump legte nach seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat ein neues Steuerkonzept vor, das Entlastungen auch fĂźr Reiche entsprechend der Parteilinie vorsieht.cite-ref-170[170] Trump behauptete, sein Steuerkonzept sei aufkommensneutral. Durch Effizienzsteigerungen im Ăśffentlichen Dienst und beim Militär sowie Mehreinnahmen durch ein starkes Wirtschaftswachstum wolle er binnen weniger Jahre einen ausgeglichenen Bundeshaushalt erreichen.cite-ref-171[171] Trumps Steuerkonzept war abhängig von anderen Politikbereichen wie dem Gesundheitssystem, aus dem Trump Mittel fĂźr die Senkung von Steuern generieren will. So lieĂ er im April 2017 einen wiederum veränderten Plan erarbeiten, dessen Umsetzung als sehr fraglich galt.cite-ref-172[172] Trump unterschrieb kurz nach seinem Amtsantritt ein Dekret, den DoddâFrank Act zu ĂźberprĂźfen. Trump hatte dieses Gesetz zur Bankenregulierung, das Obama 2010 als Reaktion auf die Finanzkrise unterzeichnet hatte, als âDesasterâ bezeichnet.cite-ref-173[173]
Zu Sommerbeginn 2024 stellte Trump bei einem nichtĂśffentlichen Besuch bei den Republikanern auf dem Capitol Hill Ăberlegungen fĂźr ein vom bisherigen Steuersystem der USA abweichendes vĂśllig anderes Steuersystem vor. Danach sollen kĂźnftig nicht mehr vorwiegend die Erträge aus Erwerbstätigkeit besteuert werden, sondern vielmehr Steuern auf die Waren erhoben werden, welche die Amerikaner im Ausland kaufen. Seiner Ansicht nach kĂśnnten solche ZĂślle die Einkommenssteuer als Haupteinnahmequelle des Bundes ersetzen. In der Folgezeit hat Trump wiederholt Ideen geäuĂert, die zusammengenommen die Art und Weise, wie die Amerikaner besteuert werden, grundlegend verändern wĂźrden, indem die Einkommensteuer reduziert wird und gleichzeitig expansive ZĂślle als MĂśglichkeit zur ErhĂśhung der Bundeseinnahmen vorgesehen sind.cite-ref-174[174]
Todesstrafe
In ganzseitigen Zeitungsanzeigen forderte Trump 1989/90 â wegen eines Vergewaltigungsfalls um die Central Park Five und den damaligen New Yorker BĂźrgermeister Ed Koch angreifend â eine RĂźckkehr zur Todesstrafe; âdiese Räuber und MĂśrderâ, die Trump hassen wolle, sollten âgezwungen werden zu leidenâ und der Abschreckung dienen.cite-ref-175[175] Damals wurden fĂźnf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren (vier Afroamerikaner und ein Hispanischstämmiger) aus Harlem fälschlich wegen der Vergewaltigung einer weiĂen Investmentbankerin verurteilt und saĂen bis zu 13 Jahre in Haft, bis der tatsächliche Täter gestand.cite-ref-176[176] Im Wahlkampf erklärte Trump 2015, er werde als Präsident bei Polizistenmorden die Todesstrafe zwingend vorschreiben. Ob dies durch geltendes Recht abgedeckt ist, ist umstritten. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes aus dem Jahr 1976cite-ref-177[177] schlieĂt das obligatorische Verhängen der Todesstrafe fĂźr bestimmte Delikte aus.cite-ref-178[178]
Waffenrecht
Trump hat im Laufe der Jahre oft seine Position zu konkreten Aspekten des Waffenrechts in den USA gewechselt.cite-ref-179[179] Im Jahr 2000 äuĂerte er sich relativ moderat;cite-ref-180[180] später plädierte er fĂźr eine weite Auslegung des Zweiten Verfassungszusatzes, der US-BĂźrgern das Recht auf Waffenbesitz einräumt. Wie die Mehrheit der Republikaner lehnt er Verschärfungen des Waffenrechts ab. Er hat behauptet, sie seien nicht geeignet, Gewalttaten zu verhindern. Er hat unzureichende TherapiemĂśglichkeiten und PräventionsmaĂnahmen fĂźr Amokläufe verantwortlich gemacht und behauptet, Gewalttäter wĂźrden sich fĂźr ihre Taten gezielt Einrichtungen aussuchen, in denen das Tragen von Waffen untersagt ist (âgun free zonesâ), weshalb niemand Amokläufer durch die Anwendung von Gegengewalt frĂźhzeitig stoppen kĂśnne.cite-ref-181[181] Nach den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 behauptete Trump, die strengen Waffengesetze in Frankreich hätten eine Mitschuld an der hohen Opferzahl.cite-ref-182[182]
Wirtschaft
Laut eigener Aussage befĂźrwortet Trump den freien Markt, vertritt jedoch unter dem Motto âAmerica Firstâ den Standpunkt, dass US-Unternehmen ihre ausländischen Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten zurĂźckverlagern sollen; dies sollte unter anderem durch hohe StrafzĂślle fĂźr Importe und Steuererleichterungen provoziert werden. AuĂerdem mĂźssten angeblich ungĂźnstige Handelsverträge wie die Transpazifische Partnerschaft (TPP) neu ausgehandelt werden.cite-ref-183[183] Diese Positionen wurden in konservativen Kreisen wie dem Club for Growth als protektionistisch und âVerachtungâ der freien Marktwirtschaft kritisiert.cite-ref-184[184]cite-ref-185[185]cite-ref-186[186] Trump befĂźrwortete im Wahlkampf eine Anhebung des Mindestlohns auf mindestens 10 US-Dollar, wollte dies jedoch den einzelnen Bundesstaaten Ăźberlassen.cite-ref-187[187]
Präsidentschaftskandidatur 2015/16
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Hauptartikel
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Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2015/16
Am 16. Juni 2015 gab Donald Trump im Trump Tower seine Kandidatur bei der Wahl am 8. November 2016 fĂźr die Republikanische Partei bekannt. Er fĂźhrte seinen Wahlkampf mit dem Slogan âMake America Great Againâ (âMacht Amerika wieder groĂ(artig)â), den zuvor schon Ronald Reagan 1980 benutzt hatte.
Der Wahlkampf galt als auĂerordentlich kontrovers und spaltend. Bei Trumps Auftritten kam es in einem bis dahin bei US-Vorwahlen der jĂźngeren Geschichte nicht gekannten Umfang zu Gewalttätigkeiten zwischen seinen Anhängern und Gegnern. Trump setzte auf populistische Themen wie die Reduktion der Immigration insbesondere von Muslimen sowie eine handels- und auĂenpolitische Abschottung (Protektionismus und Isolationismus) und attackierte seine Rivalen persĂśnlich. Er verbreitete VerschwĂśrungstheorien und forderte eine Inhaftierung seiner demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton (Slogan: âLock Her Upâ, âSperrt sie einâ). Seine einfache Rhetorik, seine provokativen Forderungen und sein konfrontativer Stil polarisierten (siehe Sprache und Stil). Als erfahrene und bekannte Medienfigur erhielt er weitaus mehr mediale Aufmerksamkeit als alle Mitbewerber, insbesondere durch seine routinierte Nutzung sozialer Medien zur direkten Ansprache seiner Anhänger (siehe Verhältnis zu den Medien). Von Beginn an dominierte er so den Wahlkampf und fĂźhrte in den Umfragen zur parteiinternen Vorwahl der Republikaner ab Ende Juli 2015 kontinuierlich. Eine deutliche Mehrheit blieb ihm gegenĂźber stets negativ eingestellt.cite-ref-188[188]
Trumps mangelnde Politikerfahrung wurde gegen ihn angefĂźhrt, gereichte ihm aber bei seinen Anhängern â die Ăźberwiegend aus enttäuschten, eher ländlichen WeiĂen ohne hĂśhere Bildung bestanden (siehe Anhänger als Teil einer âschweigenden Mehrheitâ) â zum Vorteil: Trump inszenierte sich als AuĂenseiter, dessen persĂśnlicher Wohlstand seine Unabhängigkeit sichere, um sich gegen die als korrupt und abgehoben porträtierten politischen Eliten durchzusetzen, was in Trumps weiterem Slogan âDrain the Swampâ (âTrocknet den Sumpf ausâ) zum Ausdruck kam. Nicht nur Trumps politische Gegner und viele linksliberale Medien, sondern auch viele einflussreiche Gruppen und Politiker der Republikanischen Partei waren Trump gegenĂźber skeptisch bis ablehnend und rechneten lange nicht mit der MĂśglichkeit eines Sieges. Den Widerstand innerhalb der Partei entschärfte Trump mit der Unterzeichnung einer Loyalitätserklärung am 3. September 2015, zog allerdings auch danach wiederholt eine unabhängige Kandidatur in Betracht. In den Vorwahlen ab dem 1. Februar 2016 setzte sich Trump weitgehend ungefährdet durch und erreichte am 26. Mai 2016 die Mehrheit der Delegiertenstimmen fĂźr den Nominierungsparteitag im Juli 2016 in Cleveland, auf dem er zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt wurde und mit seinem Running Mate Mike Pence gegen die demokratischen Kandidaten Hillary Clinton und Tim Kaine antrat.
VorwĂźrfe des Rassismus und Sexismus
Trump wurden immer wieder rassistische und sexistische ĂuĂerungen zur Last gelegt. Kritik an diesen hat er in der Regel durch gesteigerte Aggression beantwortet.cite-ref-189[189] So sorgte Trump bereits in seiner Rede zum Einstieg in den Wahlkampf fĂźr EmpĂśrung, als er Ăźber eingewanderte Mexikaner sagte, sie brächten Drogen, Kriminalität und seien Vergewaltiger â âund einige, nehme ich an, sind auch gute Leuteâ.cite-ref-190[190] Mehrfach unterlieĂ es Trump, sich vom Ku-Klux-Klan-Anhänger David Duke zu distanzieren, der Trump seine UnterstĂźtzung zugesichert hatte. Nachdem Ende Mai 2016 ein Strafverfahren gegen Trump wegen Betrugs durch seine Trump University in den Fokus der Aufmerksamkeit gerĂźckt war, griff Trump den zuständigen Bundesrichter Gonzalo P. Curiel an und erklärte ihn wegen dessen âmexikanischen Erbesâ fĂźr nicht neutral.cite-ref-191[191] Juristen und Politiker â auch aus Trumps eigener Partei â kritisierten dies scharf; Paul Ryan etwa bezeichnete seine ĂuĂerung als âLehrbuchbeispielâ von Rassismus.cite-ref-192[192] Nachdem die Eltern des im Irakkrieg gefallenen muslimischen US-Soldaten Humayun Khan bei der Democratic National Convention aufgetreten waren und Trumps ĂuĂerungen gegen Immigration und den Islam kritisiert hatten, griff Trump diese persĂśnlich an und unterstellte etwa, Khans Mutter habe dort nichts gesagt, weil ihr das ihre Religion vorgeschrieben habe.
In der ersten Fernsehdebatte des Vorwahlkampfs im August 2015 hielt die Moderatorin Megyn Kelly Trump vor, er habe ihm missliebige Frauen seit Jahren mit obszĂśnen Bemerkungen (âfette Schweineâ, âHĂźndinnenâ, âSchlampenâ und âwiderliche Tiereâ) belegt. Einen Tag später fĂźhrte Trump deren kritische Fragen auf Blutungen bei ihr zurĂźck, was allgemein als sexistischer Hinweis auf Menstruationsprobleme gedeutet wurde und fĂźr EmpĂśrung sorgte.cite-ref-193[193] Noch grĂśĂeres Aufsehen erregten im Oktober 2016 Videoaufzeichnungen eines Gesprächs Trumps mit Billy Bush von 2005, in dem Trump unter anderem meinte: âIch bin automatisch hingezogen zu SchĂśnen â ich fange einfach an, sie zu kĂźssen. Es ist wie ein Magnet. Einfach kĂźssen. Ich warte nicht mal. Und wenn du ein Star bist, lassen sie es dich tun. Du kannst alles tun. [âŚ] Sie an der Muschi packen. Du kannst alles tun.â (âIâm automatically attracted to beautiful â I just start kissing them. Itâs like a magnet. Just kiss. I donât even wait. And when youâre a star they let you do it. You can do anything. [âŚ] Grab them by the pussy. You can do anything.â).cite-ref-194[194]cite-ref-195[195] Die VerĂśffentlichung fĂźhrte zu massiver, auch parteiinterner Kritik an Trump, der sich entgegen seiner Gewohnheit entschuldigte. Etwa fĂźnfzig der hĂśchsten republikanischen Amts- und Mandatsträger entzogen ihm innerhalb eines Tages die UnterstĂźtzung; einige forderten ihn zum RĂźckzug aus dem Wahlkampf auf.cite-ref-196[196] Die damalige First Lady Michelle Obama sagte, Trumps ĂuĂerungen hätten sie âbis ins Innerste erschĂźttertâ: âDie beschämenden Kommentare Ăźber unsere KĂśrper, die Geringschätzung unserer Ambitionen und unseres Intellekts, die Ăberzeugung, dass man mit einer Frau machen kann, was man will â das ist grausam. Es ist beängstigend.â Die vorgebrachte Rechtfertigung, es handle sich um âalltägliches Umkleidekabinen-Geschwätzâ, sei âeine Beleidigung fĂźr anständige Männer Ăźberallâ.cite-ref-197[197] In den Wochen darauf machten mehrere Frauen Ăśffentlich, von Trump sexuell belästigt worden zu sein (siehe VorwĂźrfe sexueller Ăbergriffe).
UnterstĂźtzer und Geldgeber
Zu Trumps bedeutendsten Geldgebern und UnterstĂźtzern bei der Präsidentschaftswahl 2016 gehĂśrten der Milliardär Robert Mercer und dessen Tochter Rebekah. Mercer, ein Ăśffentlichkeitsscheuer Informatiker und Hedgefonds-Manager, verfolgte seit etwa zehn Jahren das Ziel, das politische Establishment zu entmachten. Zu diesem Zweck lieĂ er mit neuen Methoden, wie er sie auch sehr erfolgreich im Hedgefonds-Bereich eingesetzt hatte, die Ăśffentliche Meinung erforschen und ermittelte dabei eine wachsende Bereitschaft in der BevĂślkerung, einen AuĂenseiter zum Präsidenten zu wählen. 2016 schien den Mercers die Zeit dafĂźr reif zu sein. Nachdem sie zunächst den in den Vorwahlen ausgeschiedenen Kandidaten Ted Cruz â als AuĂenseiter innerhalb des Establishments â massiv unterstĂźtzt hatten, setzten sie danach auf Trump. In beiden Fällen nutzten sie dafĂźr eine Lobby-Organisation (Super-PAC), in die sie insgesamt 13 Millionen US-Dollar investierten. Nach dem RĂźcktritt von Trumps Wahlkampf-Manager Paul Manafort gelang es ihnen zudem, den schon lange von ihnen als den Hauptfinanziers von Breitbart News gefĂśrderten Stephen Bannon sowie Kellyanne Conway, die bislang das Super-PAC geleitet hatte, und David Bossie, der mit seiner Mercer-finanzierten Organisation Citizens United die gerichtliche Erzwingung der VerĂśffentlichung von Hillary Clintons Mail-Verkehr auf den Weg gebracht hatte, in Trumps Team zu platzieren.cite-ref-mayer-198-0[198]
Bannon konnte schon 2011 die Mercers dafĂźr gewinnen, mit 10 Millionen US-Dollar in die damals noch unbedeutende Breitbart-Website einzusteigen, und wurde im Gegenzug in den dortigen Vorstand berufen. Im selben Jahr hatte der bisherige Filmproduzent ein erstes Gespräch mit Donald Trump im Trump Tower, wobei es um dessen Ăberlegungen ging, 2012 gegen Obama anzutreten. Bannon gewann den Eindruck, dass Trump aufgrund seiner Fähigkeit, Menschenmassen zu begeistern, geeignet sein kĂśnnte, die amerikanische Politik aufzumischen. Als Andrew Breitbart 2012 Ăźberraschend starb, Ăźbernahm Bannon die Leitung des Unternehmens und baute es, finanziert durch die Mercers, zur bedeutendsten Plattform der Alt-Right-Bewegung aus. Dabei erĂśffnete er auch Trump die MĂśglichkeit, abseits der Mainstream-Medien seine Themen wie die angebliche Geburt Obamas in Afrika oder seine Thesen zur Einwanderungspolitik zu verbreiten. Bannons ebenfalls 2012 mit Peter Schweizer gegrĂźndetes und durch die Mercers finanziertes Government Accountability Institute betrieb sehr erfolgreich die Demontage von Trumps Konkurrenten Hillary Clinton und Jeb Bush, u. a. durch die Produktion des Films Clinton Cash, der erstmals bei den Filmfestspielen von Cannes 2016 gezeigt wurde und in dem es um angebliche kriminelle Machenschaften von Bill und Hillary Clinton geht.cite-ref-mayer-198-1[198]
Einige Berater aus dem Wahlkampfteam grĂźndeten im Januar 2017 die Non-Profit-Organisation America First Policies, die im Unterschied zu Super-PACs (und anderen Political Action Committees) ihre Spender nicht offenlegen muss und im Juni 2017 eine Million US-Dollar fĂźr eine Werbekampagne gegen den Senator Dean Heller aufbrachte (vgl. oben unter âGesundheitâ).cite-ref-199[199]
VorwĂźrfe geheimer Absprachen mit russischen BehĂśrden
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Hauptartikel
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Russische Einflussnahme auf den Wahlkampf in den Vereinigten Staaten 2016
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Hauptartikel
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Sonderermittlung zur Beeinflussung des Wahlkampfs in den Vereinigten Staaten 2016
Während des Wahlkampfs 2016 wurden erstmals VorwĂźrfe laut, dass Donald Trumps Wahlkampagne sich mit russischen Geheimdiensten abgesprochen habe, um seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton zu schaden. Nach der Wahl wurde am 10. Januar 2017 ein Dossier des frĂźheren britischen Geheimdienstmitarbeiters Christopher Steele verĂśffentlicht, das unverifizierte Indizien zusammenstellte, nach denen Mitarbeiter Trumps Russen zur Koordinierung von Attacken â wie der VerĂśffentlichung von E-Mails der Wahlkampagne Clintons â getroffen hätten.cite-ref-200[200] Zudem sei Trump durch vorherige Ăberwachung erpressbar. Als bekannt wurde, dass Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael T. Flynn sich während des Wahlkampfs mehrfach mit russischen BehĂśrdenvertretern getroffen, Zahlungen empfangen und dies nicht offengelegt hatte â ein mĂśglicher VerstoĂ gegen den Foreign Agents Registration Act â, trat er nach drei Wochen im Amt am 13. Februar 2017 zurĂźck. Danach endeten laut Medienberichten die geheimen Versuche der von Trump eingesetzten Mitarbeiter, das State Department zur Lockerung der nach der Annexion der Krim 2014 verhängten Sanktionen gegen Russland zu bewegen.cite-ref-201[201]
Im März 2017 machte der FBI-Direktor James B. Comey Üffentlich, dass seine BehÜrde schon vor der Wahl Ermittlungen gegen Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam in dieser Sache aufgenommen hatte. Zugleich untersuchten vier Ausschßsse des Kongresses mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Kompetenzen das Thema. Die republikanische Mehrheit im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses sah keine russische Einflussnahme auf den Wahlkampf; im zuständigen Senatsausschuss dagegen bestätigten Demokraten und Republikaner im Mai 2018 einmßtig, dass es eine solche Einflussnahme gegeben hatte.cite-ref-202[202]cite-ref-203[203] Zu den Personen in Trumps Umfeld, die während des Wahlkampfs offenbar Russland-Kontakte hatten, gehÜren der spätere Justizminister Jeff Sessions, der dies in seiner SenatsanhÜrung vor Amtsantritt nicht angegeben hatte, Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort, der zuvor fßr einen ukrainischen Oligarchen gearbeitet hatte, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Rechtsanwalt Michael Cohen.cite-ref-204[204] Anfang Juli 2017 wurde bekannt, dass Trumps Sohn Don im Juni 2016 ein Treffen mit einer russischen Anwältin mit Kremlverbindungen im Trump Tower arrangiert hatte, weil er darin laut verÜffentlichten E-Mails belastendes Material ßber Clinton in Aussicht gestellt bekommen hatte. An dem Treffen nahmen auch Manafort und Kushner teil; dadurch ist erwiesen, dass das enge Umfeld Trumps in kollusiver Absicht mit Russen zusammentraf. Donald Trump selbst formulierte offenbar die zugehÜrige Presseerklärung seines Sohnes.cite-ref-205[205] Trumps frßherer Anwalt Michael Cohen behauptete laut CNN im Juli 2018, Donald Trump habe von dem Treffen im Voraus gewusst.cite-ref-206[206] Cohen wurde unter anderem wegen Falschaussage (bei den Sonderermittlungen) und zweier Fälle von illegaler Wahlkampffinanzierung im Dezember 2018 verurteilt.cite-ref-207[207]
Am 4. März 2017 beschuldigte Trump seinen Amtsvorgänger Obama per Twitter, dieser habe während Trumps Wahlkampf Telefone im Trump Tower abhĂśren lassen. Trump zog Vergleiche zum McCarthyismus und zur Watergate-Affäre und nannte Obama einen âbĂśsartigen (oder kranken) Kerlâ (âBad (or sick) guy!â). Ein Sprecher Obamas wies die Anschuldigung zurĂźck. Die Vorsitzenden der Geheimdienst-AusschĂźsse des Kongresses lieĂen mitteilen, dafĂźr ebenfalls keine Anhaltspunkte zu haben, was der damalige FBI-Direktor James Comey in einer AnhĂśrung am 20. März 2017 bestätigte.cite-ref-208[208]cite-ref-209[209] Anfang September 2017 gab das Justizministerium bekannt, es gebe keine Hinweise auf AbhĂśrmaĂnahmen im Trump Tower. Der juristische Blog Lawfare bezeichnete Trumps unfundierte Behauptungen als Machtmissbrauch.cite-ref-210[210]cite-ref-211[211]
Am 9. Mai 2017 entlieà Trump den FBI-Direktor Comey mit sofortiger Wirkung. In den Tagen zuvor hatte er per Twitter mehrfach Comey und das FBI wegen der Russland-Untersuchungen kritisiert, die Trump und sein persÜnliches sowie politisches Umfeld unter Druck setzten. Comey hatte kurz zuvor mehr Ressourcen fßr die Untersuchung der russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl angefordert.cite-ref-212[212] Beobachter sprachen von einem Angriff auf die Demokratie und zogen Parallelen zum Saturday Night Massacre 1973 während der Watergate-Affäre.cite-ref-213[213]cite-ref-214[214] Trumps Begrßndungen fßr die Entlassung wechselten mehrfach; ein von ihm selbst geschriebener Entwurf eines Begleitschreibens hob offenbar auf Comeys Weigerung ab, die Russlandermittlungen zu beenden.cite-ref-215[215]
Am Morgen nach der Entlassung Comeys empfing Trump im Oval Office den russischen AuĂenminister Sergei Lawrow und den russischen Botschafter in den USA, Sergei Kisljak, dessen Treffen mit Sicherheitsberater Flynn fĂźr dessen RĂźcktritt mitverantwortlich gewesen waren. Der Zeitpunkt dieses Besuchs wurde kritisiert, zumal US-Medien nicht zugelassen waren, während Fotos des Treffens von der russischen Nachrichtenagentur TASS verĂśffentlicht wurden.cite-ref-216[216] Trump gab seinen Gästen bei diesem Termin geheimdienstliche Informationen preis, die strenger Geheimhaltung unterlagen. Er räumte ein, Informationen zur Bekämpfung des Terrorismus weitergegeben zu haben. Er behauptete, er sei dazu aus humanitären GrĂźnden berechtigt gewesen.cite-ref-217[217]cite-ref-218[218] Bei diesem Treffen sprach Trump laut New York Times folgendermaĂen Ăźber die Entlassung: â[Comey] war verrĂźckt, ein echter Spinner. Ich stand sehr unter Druck wegen Russland. Der ist weg.âcite-ref-219[219]
Laut New York Times (NYT) hatte Trump bei einem Treffen Anfang Februar 2017 Comey zu bewegen versucht, die Ermittlungen gegen Michael Flynn einzustellen, was das WeiĂe Haus dementierte. Comey bestätigte am 8. Juni 2017 vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats die NYT-These und bezichtigte Trump der LĂźge.cite-ref-220[220]cite-ref-221[221] Die Washington Post berichtete, Trump habe im März 2017 die Geheimdienstchefs Dan Coats (Director of National Intelligence) und Michael S. Rogers (National Security Agency) gedrängt, Ăśffentlich zu erklären, dass keine Hinweise auf eine Kollusion Trumps mit Russland vorlägen; beide hätten dies als unangebracht abgelehnt.cite-ref-222[222]
Am 17. Mai 2017 ernannte der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein den frĂźheren FBI-Direktor Robert Mueller zum Sonderermittler mit umfassendem Untersuchungsauftrag und Ressourcenzugang fĂźr die Russland-Untersuchung, was insbesondere Kongressabgeordnete der Demokraten gefordert hatten.cite-ref-223[223] Trump lieĂ sich von wechselnden Rechtsanwälten vertreten, nachdem mindestens sechs Kanzleien den Fall wegen Zweifeln an Trumps Beratungswilligkeit abgelehnt hatten.cite-ref-224[224] Am 14. Juni 2017 berichtete die Washington Post, Mueller habe strafrechtliche Ermittlungen gegen Trump wegen Behinderung der Justiz aufgenommen.cite-ref-225[225] Trump bezeichnete die Untersuchung als âgrĂśĂte Hexenjagdâ der politischen Geschichte der USA.cite-ref-226[226]
Die Untersuchung insbesondere der Finanzbeziehungen und der Frage, ob russischen Stellen eine Aufhebung von Sanktionen zugesagt worden ist, ist noch zu keinem Ergebnis gekommen; Trump selbst sind weder Kenntnis noch Auftrag fĂźr diese Kontakte nachgewiesen worden.cite-ref-227[227] Russische Stellen hatten sich vor der Wahl darĂźber ausgetauscht, dass sie potenziell schädliche Informationen Ăźber Trumps Finanzen besäĂen.cite-ref-228[228] Die Untersuchung der Finanzverhältnisse von Personen aus Trumps Umfeld hat VorwĂźrfe der Geldwäsche, die insbesondere gegen das Casino Trump Taj Mahal erhoben worden sind, in den Fokus gerĂźckt.cite-ref-229[229] Ab Juli 2017 drohte Trump damit, Mitglieder von Muellers Ermittlerteam wegen mĂśglicher Interessenkonflikte anzugreifen und warnte Mueller, sich nicht mit den Finanzverhältnissen der Familie Trump zu beschäftigen.cite-ref-230[230] Ende Oktober 2017 wurde Manafort unter anderem wegen VerschwĂśrung gegen die USA und Geldwäsche angeklagt, während der auĂenpolitische Berater Trumps, George Papadopoulos, zugab, im Januar 2017 gegenĂźber dem FBI falsche Angaben zu seinen Russland-Kontakten gemacht zu haben.cite-ref-231[231] Der Falschaussage fĂźr schuldig erklärten sich auch Flynn (November 2017) und Rick Gates (Februar 2018); sie arbeiten offenbar mit Mueller zusammen.cite-ref-232[232]cite-ref-233[233]
Am 24. Januar 2018 erklärte Trump seine Bereitschaft, sich von Mueller â auch unter Eid â befragen zu lassen, was seine Rechtsberater später zurĂźcknahmen.cite-ref-234[234] Mueller lieĂ am 16. Februar 2018 dreizehn russische StaatsbĂźrger unter anderem wegen Einflussnahme in den US-Wahlkampf anklagen, ohne einen Bezug zu Trump herzustellen.cite-ref-235[235] Der Nationale Sicherheitsberater H. R. McMaster nannte die Belege fĂźr Russlands Einmischung âjetzt wirklich unbestreitbarâ.cite-ref-236[236]
Am 11. April 2018 setzte der US-Senat den Gesetzgebungsprozess in Gang, um eine Entlassung des Sonderermittlers durch den Präsidenten zu erschweren.cite-ref-237[237] Im Mai 2018 wurde bekannt, dass ein Spitzel des FBI im Sommer und Herbst 2016 drei Mitarbeiter von Trumps Wahlkampagne insgeheim befragt hatte, was den Zorn Trumps (âschlimmer als Watergateâ) und eine Untersuchung durch den Kongressabgeordneten Devin Nunes auslĂśste.cite-ref-238[238] Nachdem die Parteispitzen im Kongress Ăźber diese MaĂnahmen informiert worden waren, bezeichnete sie der Republikaner Trey Gowdy als angemessen; fĂźr Trumps Vorwurf, seine Kampagne sei infiltriert worden, gibt es keine Hinweise.cite-ref-239[239] Nachdem Trump beim Gipfeltreffen in Helsinki mit Putin im Juli 2018 Zweifel an den Erkenntnissen seiner Nachrichtendienste hatte erkennen lassen, erklärten immer mehr Publizisten, sie seien sich nicht sicher, ob Putin nicht doch etwas gegen Trump in der Hand habe, was laut einer Quinnipiac-Umfrage auch 51 Prozent der Amerikaner vermuteten (aber 70 Prozent der Republikaner nicht glaubten). Der republikanische Kongressabgeordnete Will Hurd schrieb, Trump sei von Putin manipuliert worden.cite-ref-240[240]cite-ref-241[241]cite-ref-242[242]
Roger Stone war fßr Trump im Wahlkampf tätig und wurde im März 2018 als Zeuge im Zuge der Ermittlungen vorgeladen. Nachdem Stone dabei unter Eid falsch ausgesagt hatte, wurde er im Februar 2020 zu einer Haftstrafe verurteilt und vor Haftantritt von Trump begnadigt.
Im März 2019 legte Sonderermittler Mueller seinen Abschlussbericht vor. Laut einer vierseitigen Zusammenfassung des US-Justizministers William Barr enthielte der Bericht keine Anhaltspunkte, dass es im Wahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen Trumps Lager und Russland gegeben hat. Zwar hätten staatliche russische Akteure versucht, den Wahlkampf zu beeinflussen, doch sei Mueller nicht zu dem Ergebnis gekommen, âdass die Trump-Kampagne oder eine assoziierte Person in diesen BemĂźhungen mit der russischen Regierung kooperiert oder sich dazu verschworen hatâ. In der Frage, ob Trump die Justiz behindert habe, bliebe der Bericht offen und lege âIndizien in beide Richtungenâ vor. Er komme nicht zu dem Schluss, Trump habe ein Verbrechen begangen, entlaste ihn aber auch nicht. Trump nahm dieses Fazit zum Anlass, Ăśffentlich seine âvollständige Entlastungâ zu behaupten. Juristische Analysten schrieben dagegen von einer irrefĂźhrenden Darstellung der Ermittlungsergebnisse. Mueller beschwerte sich daraufhin bei Barr Ăźber dessen âungenaueâ Zusammenfassung, die zu der âĂśffentlichen Verwirrungâ beigetragen habe.cite-ref-243[243]cite-ref-244[244]cite-ref-245[245]
Wahlsieg
Bis zum Wahltag am 8. November 2016 hielten die meisten Beobachter aufgrund aggregierter Umfragen einen knappen Sieg Clintons fĂźr wahrscheinlich. Trump konnte allerdings im âRust Beltâ des Mittleren Westens einige vormals âblaueâ Staaten und wichtige Swing States wie Florida gewinnen. Clinton erhielt mehr Wählerstimmen (48,18 %) als Trump (46,09 %); Trump erhielt aber mehr Wahlmännerstimmen als Clinton. Laut dem EnthĂźllungsjournalisten Michael Wolff, der sich auf undementierte Aussagen anonym gebliebener Mitarbeiter des WeiĂen Hauses berief, hatte Trump selbst gar nicht vor, Präsident zu werden, und war am Wahlabend Ăźberrascht vom Ergebnis (siehe auch Erklärungen fĂźr den unerwarteten Sieg).cite-ref-246[246]
Am Abend des Wahltags hielt Trump eine Siegesrede in New York und betonte, er wolle âder Präsident aller Amerikanerâ sein. Proteste gegen die Wahl Donald Trumps wurden unter dem rasch verbreiteten Slogan âNot My Presidentâ (âNicht mein Präsidentâ) laut. Dabei kam es vereinzelt auch zu gewalttätigen Ausschreitungen von Demonstranten. Die GrĂźnen-Kandidatin Jill Stein beantragte eine Neuauszählung der Stimmen in den Bundesstaaten Wisconsin, Pennsylvania und Michigan. Nur in Wisconsin wurde dem Antrag stattgegeben, die Neuauszählung brachte Clinton keinen Vorteil.
Bei der Abstimmung des Wahlmännerkollegiums am 19. Dezember 2016 gewann Trump die 58. Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten mit 304 Wahlmännerstimmen gegenĂźber 227 fĂźr Hillary Clinton (âElectoral Voteâ).cite-ref-247[247]
Zahlungen an Frauen
Am 8. April 2018 wurden die Räume von Trumps langjährigem Rechtsanwalt Michael Cohen vom FBI durchsucht. Es ging um die Vereinbarung mit der Pornodarstellerin Stormy Daniels, die durch eine Zahlung Cohens in HĂśhe von 130.000 US-Dollar einige Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 verpflichtet werden sollte, eine frĂźhere angebliche Affäre mit Trump nicht Ăśffentlich zu machen. Experten gehen davon aus, dass dabei auch Dokumente mit Bezug zur Russland-Untersuchung gefunden wurden. Trump bestreitet, eine Affäre mit Stormy Daniels gehabt zu haben.cite-ref-248[248] Trumps Antrag, das dabei gefundene Material vor den Ermittlern ansehen zu dĂźrfen, lehnte am 16. April eine Bundesrichterin ab.cite-ref-249[249] Am 20. Juli 2018 bestätigte Rudy Giuliani, inzwischen persĂśnlicher Anwalt Trumps, dass Cohen kurz vor der Präsidentschaftswahl eine Unterhaltung mit Trump aufgenommen hatte, in der es um eine â demnach nicht ausgefĂźhrte â Zahlung an das Model Karen McDougal geht. McDougal behauptet, ab 2006 eine etwa einjährige Affäre mit Trump eingegangen zu sein, was Trump bis dahin bestritten hatte. Das FBI ermittelt dazu, ob die Zahlungen einen VerstoĂ gegen Regeln zur Wahlkampffinanzierung darstellen.cite-ref-250[250] Am 21. August 2018 erklärte Michael Cohen sich schuldig, die Zahlung an beide auf Veranlassung Trumps im Rahmen des Präsidentschaftswahlkampfs geleistet zu haben. Trump bestreitet dies weiterhin. Sollte Cohens Version zutreffen, hätten sich beide mĂśglicherweise wegen illegaler Wahlkampffinanzierung strafbar gemacht.cite-ref-251[251] Daraufhin wurde bekannt, dass die Ermittler dem Leiter von American Media, David Pecker, Straffreiheit zugesichert haben im Gegenzug dafĂźr, dass Pecker Ăźber Trumps Kenntnis von den Zahlungen aussagt. Die Zahlung an McDougal war Ăźber American Media abgewickelt worden. AP berichtete, der National Enquirer habe viele schädliche Berichte Ăźber Trump exklusiv erworben und dann weggeschlossen, um sie nicht Ăśffentlich werden zu lassen.cite-ref-252[252]cite-ref-253[253] Auch der Chief Financial Officer der Trump Organization, Allen Weisselberg, erhielt fĂźr seine Aussage zu Zahlungen durch Cohen Straffreiheit.cite-ref-254[254]
VorwĂźrfe sexueller Ăbergriffe
Donald Trump wurde seit den 1970er-Jahren von mindestens 26 Frauen Ăśffentlich der Vergewaltigung, sexueller NĂśtigung und/oder Belästigung beschuldigt.cite-ref-26frauen-255-0[255] Im Oktober 2019 erschien das Buch All the Presidentâs Women: Donald Trump and the Making of a Predator von Barry Levine und Monique El-Faizy, welches 43 weitere VorwĂźrfe sexuellen Missbrauchs gegen Trump enthält.cite-ref-256[256] Nachdem im Oktober 2016 der Videomitschnitt des Vorlaufs zu einer Fernsehsendung von 2005 Ăśffentlich geworden war, in dem Donald Trump geprahlt hatte, mit Frauen âallesâ tun zu kĂśnnen (siehe SexismusvorwĂźrfe), erklärten in den folgenden Wochen und Monaten insgesamt 19 Frauen, Trump habe sie sexuell bedrängt. Er hat diese VorwĂźrfe bestritten.cite-ref-257[257] Die frĂźhere Apprentice-Teilnehmerin Summer Zervos reichte im Januar 2017 Klage gegen ihn ein.cite-ref-258[258]cite-ref-259[259]
Im Herbst 2017 wurde Trumps Verhalten im Rahmen der MeToo-Debatte intensiv diskutiert. Laut einer Umfrage vom Dezember 2017 erklärten 70 Prozent der Amerikaner, der US-Kongress solle deshalb gegen Trump ermitteln (38 Prozent der Republikaner, 86 Prozent der Demokraten).cite-ref-260[260] Die republikanische UN-Botschafterin Nikki Haley meinte, die Frauen sollten gehÜrt werden, die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand forderte Trump auf, wegen der Vielzahl glaubwßrdiger Vorwßrfe zurßckzutreten; anderenfalls solle es eine Untersuchung geben.cite-ref-261[261] Konsequenzen hatte dies keine.
UnangekĂźndigte Umkleideraumbesuche bei SchĂśnheitswettbewerben
Trump war von 1996 bis 2015 der Besitzer des Miss Universe-Franchises, zu dem Miss USA und Miss Teen USA gehĂśren. Mehrere ehemalige Miss-USA- und Miss-Teen-USA-Kandidatinnen beschuldigten Trump, in den Jahren 1997, 2000, 2001 und 2006 Umkleideräume betreten zu haben, während die Mädchen und Frauen teilweise unbekleidet waren.cite-ref-262[262]cite-ref-263[263]cite-ref-sch-nheitswettbewerbe-264-0[264] Trump hatte diese Tätigkeit bereits 2005 in einem Interview in der Howard Stern Show erwähnt und gesagt, er kĂśnne âmit solchen Dingen davonkommenâ, weil ihm die SchĂśnheitswettbewerbe gehĂśrten, an denen die Frauen und Mädchen teilnahmen.cite-ref-sch-nheitswettbewerbe-264-1[264]
Klagen wegen sexueller Ăbergriffe
Ivana Trump und Donald Trump heirateten 1977. Während ihres Scheidungsverfahrens 1990 erhob Ivana einen Vergewaltigungsvorwurf, zog diesen Vorwurf später jedoch wieder zurĂźck.cite-ref-list-265-0[265] Ein Buch aus dem Jahr 1993, Lost Tycoon. The Many Lives of Donald J. Trump von Harry Hurt III, enthält ein Statement von Ivana zu diesem Vergewaltigungsvorwurf. Sie bestätigte darin, dass sie in einer Zeugenaussage gesagt hatte, ihr Mann habe sie âvergewaltigtâ, fĂźgte jedoch hinzu, dass sie nicht wolle, dass diese Worte âim wĂśrtlichen oder strafrechtlichen Sinneâ ausgelegt wĂźrden.cite-ref-list-265-1[265]
Jill Harth gab an, Trump habe mehrfach sexuelle Gewalt gegen sie ausgeĂźbt. Während eines Treffens zusammen mit Trump und ihrem damaligen Partner George Houraney im Dezember 1992 habe Trump versucht, unter dem Tisch seine Hände zwischen ihre Beine zu legen.cite-ref-all-266-0[266] Im Januar 1993 besuchten Harth und Houraney Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida fĂźr eine Vertragsunterzeichnungsfeier. Laut Harth bot Trump ihr eine FĂźhrung an, woraufhin er sie in das leere Schlafzimmer seiner Tochter Ivanka zog. âIch bewunderte die Dekoration, und plĂśtzlich drĂźckte er mich gegen eine Wand und legte seine Hände Ăźberall auf mich. Er versuchte mich zu kĂźssen. Ich bin vĂśllig ausgeflippt.â (âI was admiring the decoration, and next thing I know heâs pushing me against a wall and has his hands all over me. He was trying to kiss me. I was freaking out.â) Harth gab an, sie habe verzweifelt gegen Trumps Annäherungsversuche protestiert und es schlieĂlich geschafft, aus dem Raum zu fliehen. Sie und ihr Partner verlieĂen das Anwesen, anstatt wie beabsichtigt Ăźber Nacht zu bleiben.cite-ref-all-266-1[266] Nachdem sie sich verlobt hatte, habe Trump begonnen, sie zu stalken.cite-ref-all-266-2[266] Harth reichte 1997 eine Klage ein, in der sie Trump des nicht einvernehmlichen Anfassens ihres KĂśrpers, darunter ihres Intimbereichs,cite-ref-267[267]cite-ref-268[268] und âunerbittlicherâ sexueller Belästigung beschuldigte.cite-ref-269[269] Die Klage wurde zurĂźckgezogen, nachdem Harths Partner Houraney Trump wegen Vertragsbruchs verklagt hatte; Harth sagte, ihre Klage wegen sexueller Belästigung sei als Teil der Vergleichsbedingungen in diesem Rechtsfall fallengelassen worden.cite-ref-all-266-3[266]cite-ref-270[270] Sie gibt trotzdem weiterhin an, von Trump sexuell missbraucht worden zu sein und obwohl er ihr gegenĂźber nie gewalttätig gewesen sei, seien seine Handlungen âunerwĂźnscht und aggressiv, sehr sexuell aggressivâ gewesen.cite-ref-list-265-2[265]
Zu E. Jean Carroll siehe Prozess ab 2022 wegen KĂśrperverletzung und Verleumdungcite-ref-271[271]
Weitere Frauen, die Trump vor Gericht wegen Vergewaltigung, sexueller NĂśtigung oder sexueller Belästigung verklagt haben, waren (in Klammern ist jeweils das Jahr, in dem der Ăbergriff stattgefunden haben soll, angegeben) Jane Doe (1994), Summer Zervos (2007) und Alva Johnson (2016).cite-ref-26frauen-255-1[255]
Epstein-Akten
Trump war mehrere Jahre mit Jeffrey Epstein befreundet,cite-ref-timeline-post-272-0[272] der 2019 in Untersuchungshaft starb, als er wegen des Vorwurfs angeklagt war, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen betrieben zu haben. Epsteins Tod wurde amtlich als Suizid festgestellt,cite-ref-fbi-memo-273-0[273] was von Epsteins Anwälten und Familie sowie anderen angezweifelt wurde.
Trump hatte im Wahlkampf 2024 versprochen, die Epstein betreffenden Akten verÜffentlichen zu lassen, tat dies aber nicht. 2025 machte eine Jeffrey-Epstein-Kundenliste Schlagzeilen, die angeblich die Namen vieler Prominenter enthalte, unter anderen mÜglicherweise auch den von Trump. Das FBI verÜffentlichte im Juli 2025 ein Memo, nach dem eine solche Liste nicht existiere.cite-ref-fbi-memo-273-1[273] Trotzdem verstummten die Forderungen nach VerÜffentlichung weiterer Akten nicht, wobei diese Forderungen nicht nur von den oppositionellen Demokraten erhoben wurden, sondern auch von bisherigen Anhängern Trumps wie Marjorie Taylor Greene.cite-ref-timeline-post-272-1[272]cite-ref-274[274]
Im Dezember 2025 begann das Justizministerium der Vereinigten Staaten nach monatelangem Üffentlichen Druck und dem Inkrafttreten des Epstein Files Transparency Act (Transparenzgesetz zu den Epstein-Akten) mit der VerÜffentlichung teils geschwärzter Dokumente und Fotos aus den Epstein-Akten.cite-ref-275[275] Hieran wird ßberparteilich kritisiert, dass zur gesetzlichen Frist nur ein Teil der Akten freigegeben wurde und dass es mehrere Wochen dauern werde bis der Rest nach Schwärzung bereitgestellt werde; zudem wird bemängelt, dass unnÜtig viel geschwärzt wurde, so seien zuvor schon vollständig verÜffentlichte Dokumente in der jetzigen Freigabe teils geschwärzt worden.cite-ref-276[276]
Erste Präsidentschaft
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Hauptartikel
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Erste Präsidentschaft von Donald Trump
Trump wurde, nach einem vorhergehenden PräsidentschaftsĂźbergang, der nach seiner Wahl begann, am 20. Januar 2017 in das Präsidentenamt eingefĂźhrt. Er stellte seine Antrittsrede unter das Motto âAmerica Firstâ und versprach, die USA wieder stark, wohlhabend, stolz und sicher zu machen und âwieder anfangen zu gewinnen â gewinnen wie nie zuvorâ. Er werde die Interessen der USA, insbesondere bei Arbeitsplätzen, Ăźber alles andere stellen.cite-ref-277[277] Medienberichten zufolge geht die Verwendung des Slogans âAmerica firstâ durch Trump auf den New York Times-Journalisten David Sanger zurĂźck, der Trump in einem Interview gefragt hatte, ob man dessen Weltbild als âAmerica firstâ zusammenfassen kĂśnne â eine Formulierung an welcher Trump gefallen gefunden und diese kurz darauf zu verwenden begonnen habe.cite-ref-278[278] Am Tag seiner AmtseinfĂźhrung reichte Trump die Unterlagen fĂźr die Teilnahme an der Wahl 2020 ein, frĂźher als jeder vorige Amtsinhaber, und begann 2017 mit Wahlkampfveranstaltungen.
Personal und Verhältnis zu den Eliten
Trumps Personalpolitik war von Beginn an umstritten. Der rechtskonservative Stephen Bannon war bis Sommer 2017 oberster Berater im ersten Kabinett Trump. Kellyanne Conway, die Trumps Wahlkampf geleitet hatte, beriet ihn bis August 2020 vor allem zu Public Relations. Pressesprecher war bis Juli 2017 Sean Spicer, der seit 2011 Sprecher des Republican National Committee gewesen war; ihm folgte Sarah Huckabee Sanders. Trump designierte am 17. Juli 2017 Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor des WeiĂen Hauses, widerrief dies aber zehn Tage später. Stabschef Reince Priebus wurde im Juli 2017 (auch auf Betreiben von Scaramucci) durch John F. Kelly ersetzt.
Trumps Tochter Ivanka wurde Ende März 2017 âPräsidenten-Assistentinâ ohne BezĂźge und mit eigenem BĂźro im WeiĂen Haus. Ihren Ehemann Jared Kushner berief Trump zusammen mit seinem Redenschreiber Stephen Miller zum Hauptberater (âSenior Advisorâ) mit einer Reihe von Sonderaufträgen. Trump schuf Beratergremien wie das Technology Council, das Strategic and Policy Forum und das American Manufacturing Council; diese wurden aber im Lauf des Jahres 2017 aufgelĂśst. Dem Kabinett Trump gehĂśrten viele politische Neulinge und Quereinsteiger an, darunter einige WirtschaftsfĂźhrer und Generäle, die zusammen ein so groĂes PrivatvermĂśgen haben wie ein Drittel der US-Haushalte. Einige waren frĂźher fĂźr die Investmentbank Goldman Sachs tätig.
Am Ende des ersten Amtsjahres hatten 34 Prozent der von Trump eingesetzten FĂźhrungspersonen ihre Posten wieder verlassen, mehr als bei allen vorigen ersten Präsidenten-Amtsjahren seit 40 Jahren. Zugleich waren hunderte Spitzenpositionen in der Bundesverwaltung unbesetzt geblieben, während hunderte Beamte die UmweltbehĂśrde EPA und das AuĂenministerium verlassen hatten. Laut Chuck Todd setzte Trump bei seinen Personalentscheidungen zunehmend auf Fernseherfahrenheit, Konfrontativität und Willfährigkeit.
Im Sommer 2017 wurde das prekäre Verhältnis Trumps zu vielen politischen Entscheidungsträgern des Landes, sowohl innerhalb der Exekutive als auch gegenĂźber der Legislative, verstärkt thematisiert. Journalisten wie David Frum beschrieben, dass die Regierung zunehmend den Präsidenten umgehe.cite-ref-frum20170623-279-0[279] Der US-Senat verband seine Verschärfung der Russland-Sanktionen (mit 97:2 Stimmen) mit einer Klausel, die dem Präsidenten die Aufhebung oder Aussetzung dieser Sanktionen verbietet.cite-ref-280[280] Auf Empfehlung seines Beraterteams Ăźbertrug Trump die Ăźblicherweise dem Präsidenten vorbehaltene politische Entscheidung Ăźber die US-Truppenstärke in Afghanistan gegen alle Gepflogenheiten an Mattis.cite-ref-281[281] Diese Entwicklung wurde so gedeutet, dass Experten den Einfluss von Präsident Trump und seinen hochpolitisierten Vertrauten einzugrenzen versuchten.cite-ref-frum20170623-279-1[279] In Fragen wie der von Trump Ăźber Twitter verkĂźndeten, nicht abgesprochenen Verbannung von Transgender-Personen aus dem Militär stellten sich die Joint Chiefs of Staff Ăśffentlich gegen Trumps Linie, was laut dem Juraprofessor Jack Goldsmith immer häufiger vorkomme und die Hilflosigkeit des WeiĂen Hauses demonstriere. Niemals zuvor sei ein Präsident von seinen eigenen Leuten so häufig ignoriert oder ihm Ăśffentlich widersprochen worden.cite-ref-goldsmith-282-0[282]
Vor Trumps erster groĂer Auslandsreise Ende Mai 2017 hatte sich laut Politico unter internationalen Diplomaten angesichts der Skandale und der chaotischen Unprofessionalität der Regierung Trump die Ansicht durchgesetzt, dass Trump ein âvolatiler Clownâ mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne sei, der eingehegt werden mĂźsse. So wurde der geplante NATO-Gipfel zum Treffen herabgestuft und die jeweilige Redezeit auf zwei bis vier Minuten begrenzt.cite-ref-283[283] Einige internationale Spitzenpolitiker machten sich Ăśffentlich Ăźber Trump lustig.cite-ref-284[284] Im August 2017 wurden Gesprächsprotokolle der Antrittstelefonate Trumps mit dem mexikanischen Präsidenten und dem australischen Premierminister geleakt, in denen Trump Enrique PeĂąa Nieto bedrängte, sich nicht mehr Ăśffentlich zur Frage einer Mauer zwischen beiden Ländern zu äuĂern, da Trump dies politisch schade, und in dem Malcolm Turnbull es trotz mehrfacher Versuche nicht vermochte, Trump die bilaterale Regelung zur Aufnahme von illegal Eingewanderten zu erklären.cite-ref-285[285]
Trump entlieĂ seinen Stabschef Reince Priebus Ende Juli 2017, was als Kollaps des parteinahen Establishment-FlĂźgels in Trumps Regierung und â nach der gerade gescheiterten Abschaffung von Obamacare â als Kampfansage des Präsidenten an seine eigene Partei im Kongress gedeutet wurde.cite-ref-286[286] Daraufhin wurde die Organisation im WeiĂen Haus als chaotisch und dysfunktional kritisiert. Trump, so etwa ein Editorial des Wall Street Journal, fĂśrdere rivalisierende Faktionen innerhalb des eigenen Teams und sei damit auf dem Weg, seine Präsidentschaft in Richtung der (allgemein als gescheitert betrachteten) von Richard Nixon und Jimmy Carter zu bewegen.cite-ref-287[287] Goldsmith bezeichnete Trumps WeiĂes Haus im Juli 2017 als intern zersplittert wie noch keines zuvor.cite-ref-goldsmith-282-1[282]
Mitte August 2017 lenkte ein junger Neonazi nach einem Aufmarsch von Rechtsextremen in Charlotteville vorsätzlich sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Er tĂśtete dadurch eine 32-Jährige und verletzte 19 Menschen. Trump erklärte zur EmpĂśrung weiter Teile der Ăffentlichkeit, beide Seiten seien fĂźr die Eskalation verantwortlich und es gebe auf beiden Seiten gute Leute. Trump reagierte auf die Kritik, indem er laut ABC News zunehmend eine nativistische, rassistisch aufgeladene Sprache benutzte und etwa die Entfernung von Denkmalen fĂźr KonfĂśderierte â die im amerikanischen BĂźrgerkrieg die Sklaverei verteidigt hatten â als Angriff auf Geschichte und Kultur der USA bezeichnete. Zudem wiederholte Trump nach dem mutmaĂlich islamistischen Terroranschlag in Barcelona am 17. August 2017 die seit langem widerlegte Behauptung, der US-General John J. Pershing habe 1911 Muslime mit in Schweineblut getränkten Patronen erschieĂen lassen, und suggerierte, diese MaĂnahme habe den islamistischen Terrorismus fĂźr Jahrzehnte besiegt. Die UnterstĂźtzung fĂźr Trump unter politischen Entscheidungsträgern schwand daraufhin noch weiter; der bis dahin loyale republikanische Senator Bob Corker hielt Trump etwa vor, er habe bisher weder die nĂśtige Stabilität noch Kompetenz gezeigt, die ein US-Präsident haben mĂźsse.cite-ref-288[288]
Eine vom Demokraten Al Green eingeleitete Abstimmung zur Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens, weil Trump âHass und Feindseligkeitâ schĂźre, scheiterte am 6. Dezember 2017 mit 58 zu 364 Stimmen im Repräsentantenhaus.cite-ref-289[289] Nachdem die Republikaner im Dezember im Kongress eine groĂe Steuerreform mit breiter Absenkung der nominalen Steuersätze beschlossen und damit das erste groĂe legislative Projekt Trumps (das vor allem Superreichen zugutekamcite-ref-5-290-0[290]) umgesetzt hatten, zeigten sich die Kongressabgeordneten seiner Partei zufrieden mit ihm.cite-ref-291[291]
Die Republikaner haben, maĂgeblich auf Betreiben des republikanischen MehrheitsfĂźhrers im Senat Mitch McConnell, während Trumps Amtszeit mehr als 250 Richter an Bundesgerichte berufen.cite-ref-5-290-1[290] Laut Politico traf Trump 2017 viele politische Richtungsentscheidungen, die seine Partei seit Langem verfolgt hatte, darunter einen auĂen- und umweltpolitischen Kurswechsel und die Besetzung vieler Richterstellen durch Konservative. Vor den Halbzeitwahlen 2018 setzte sich Trump als unumstrittener AnfĂźhrer seiner Partei durch â mit Beliebtheitswerten bei Republikanern um 90 Prozent, die vor ihm nur George W. Bush nach dem 11. September genossen hatte, Loyalitätserklärungen der meisten Kandidaten seiner Partei und dem Vorwahlsieg fast aller von Trump unterstĂźtzten Kandidaten. Dagegen beobachtete die Washington Post, dass Trump den zeremoniellen Traditionen seines Amtes häufig nicht nachkomme und wie ein Paria wirke, nachdem er weder zur Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle noch zu den Beerdigungen von Barbara Bush und John McCain eingeladen worden war.cite-ref-292[292]cite-ref-293[293]cite-ref-294[294]
Am 7. Juli 2019 verĂśffentlichte die britische Zeitung Daily Mail AuszĂźge aus E-Mails des britischen Botschafters in Washington, Kim Darroch, die nicht fĂźr die Ăffentlichkeit bestimmt waren. Er habe keine Hoffnung, dass die Trump-Regierung mit der Zeit âwesentlich normaler, weniger dysfunktional, weniger unberechenbar, weniger zerstritten und weniger diplomatisch ungeschickt und unbeholfenâ werden wĂźrde. Auf Trump bezogen riet der Botschafter, dass man, um zu ihm durchzudringen, seine âArgumente in einfacher Form, direkt grobâ vorbringen mĂźsse (âsimple, even bluntâ). Die Medienberichte Ăźber âheftige Fraktionskämpfe und Chaosâ im WeiĂen Haus âentsprächen Ăźberwiegend der Wahrheitâ und hinsichtlich der VorwĂźrfe einer Zusammenarbeit von Trumps Wahlkampfteam mit Russland sei âdas Schlimmste nicht auszuschlieĂenâ.cite-ref-295[295]
Während seiner Präsidentschaft hat Trump (Stand Juli 2020) durchschnittlich mehr Botschafterposten an Wahlkampf-Spender anstatt an ausgebildete Diplomaten vergeben als seine Vorgänger.cite-ref-296[296]
AuĂen- und Sicherheitspolitik
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Hauptartikel
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Donald Trumps Präsidentschaft 2017â2021#AuĂen- und Sicherheitspolitik
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Hauptartikel
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AuĂenpolitik der Vereinigten Staaten
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Hauptartikel
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Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten
Als Hauptelemente seiner AuĂenpolitik bezeichnete Trump amerikanische Interessen und die nationale Sicherheit. Der Sieg Ăźber den Islamischen Staat (IS) und andere islamistische Terrorgruppen habe die oberste Priorität. Noch am Tag seiner AmtseinfĂźhrung entlieĂ Trump fristlos etwa 80 US-Botschafter. Zur Leitlinie seiner AuĂenpolitik erklärte Trump âAmerica Firstâ: Die Interessen des amerikanischen Volkes und der Sicherheit Amerikas sollten allen BedĂźrfnissen anderer Nationen Ăźbergeordnet werden. Trump bezeichnete Israel als Freund der Vereinigten Staaten; Israel sei als einzige echte Demokratie im Nahen Osten eine Kraft der Gerechtigkeit und des Friedens dort. Iran hingegen sei von Obama zu gut behandelt worden und in den letzten Jahren erstarkt.cite-ref-297[297] Am 6. Dezember 2017 verkĂźndete Trump die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels; die US-Botschaft in Israel werde in einem mehrjährigen Prozess dorthin verlegt werden.cite-ref-298[298] Einige Staaten, insbesondere Palästina und die TĂźrkei, kritisierten diese Parteinahme fĂźr Israel.cite-ref-299[299]
Am 7. April 2017 lieĂ Trump in einer Abkehr von seiner bisherigen ZurĂźckhaltung im syrischen BĂźrgerkrieg 60 Tomahawk-MarschflugkĂśrper nach Syrien abfeuern, wodurch offenbar mehr als zehn Menschen getĂśtet wurden (Luftangriff auf den Militärflugplatz asch-SchaĘżirat). Diese Intervention steht in der Tradition gezielter Luftschläge durch US-Präsidenten und wurde von vielen westlichen Spitzenpolitikern gutgeheiĂen, obwohl keine Zustimmung des US-Kongresses vorlag.
Trumps erste groĂe Auslandsreise fĂźhrte Ende Mai 2017 in den Nahen Osten und nach Europa. Als erster US-Präsident seit Jimmy Carter besuchte Trump nicht zuerst ein Nachbarland. Er unterzeichnete Waffengeschäfte mit der saudischen Regierung, ohne deren Menschenrechtsverletzungen anzusprechen, und bot eine vertiefte Sicherheitspartnerschaft zur Bekämpfung des Terrorismus und Irans an. Im Gegenzug gebe er keine Ratschläge zur inneren Verfasstheit der muslimischen Staaten der Region. Seine Vorgänger George W. Bush und Barack Obama hatten stets Demokratisierung und rechtsstaatliche Reformen angemahnt. Bei den Treffen mit den europäischen VerbĂźndeten zeigte Trump Distanz. Er unterlieĂ es im NATO-Hauptquartier in BrĂźssel, die Beistandspflicht der NATO-Mitglieder zu bekräftigen, und belehrte die Ăźbrigen Staatschefs Ăźber ihre Zahlungsverpflichtungen. Beim G7-Gipfel in Taormina blockierte Trump gegen alle anderen Regierungschefs Einigungen in Klimapolitik und FlĂźchtlingspolitik.
Der seit Jahren schwelende Konflikt der USA mit dem nordkoreanischen Regime Kim Jong-uns eskalierte zunächst unter Trump. Nachdem Nordkorea mÜglicherweise die Fähigkeit erreicht hatte, Interkontinentalraketen auf amerikanisches Territorium zu feuern, drohte Trump im August 2017 mit einem Erstschlag. 2018 entspannte sich der Konflikt; Kim zeigte sich nach Gesprächen mit Trump-Mitarbeitern wie Mike Pompeo gesprächsbereit.cite-ref-300[300] Am 30. April 2018 wßnschte der sßdkoreanische Präsident Moon Jae-in Trump den Friedensnobelpreis fßr dessen Bemßhungen.cite-ref-301[301] Am 12. Juni 2018 vereinbarten Trump und Kim bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel gegen das Versprechen von Prosperität und einem Ende der Militärßbungen der USA mit Sßdkorea, ohne konkrete Schritte oder einen Zeitplan zu vereinbaren. Die Sanktionen gegen Nordkorea bleiben bestehen. Ein weiteres Gipfeltreffen in Hanoi im Februar 2019 blieb ergebnislos. Am 30. Juni 2019 traf Trump während eines Sßdkorea-Besuchs spontan Kim Jong-un an der innerkoreanischen Grenze bei Panmunjeom und betrat dabei als erster amtierender US-Präsident nordkoreanischen Boden.cite-ref-302[302]
Am 8. Mai 2018 kĂźndigte Trump an, die USA wĂźrden sich aus dem Atomabkommen mit Iran zurĂźckziehen. Er wolle die Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft setzen.cite-ref-303[303]
Am 6. Oktober 2019 teilte Trump, entgegen dem Rat von Vertretern seines eigenen Verteidigungsministeriums und seines AuĂenministeriums, dem tĂźrkischen Staatspräsidenten ErdoÄan telefonisch seine Billigung des Einmarsches der TĂźrkei in Nordsyrien mit.cite-ref-304[304]cite-ref-305[305]
Am 27. Oktober 2019 vermeldete Trump den Tod des AnfĂźhrers der Terrororganisation Islamischer Staat, AbĹŤ Bakr al-BaghdÄdÄŤ. Dieser hatte bei einer Operation von US-Spezialeinheiten im nordwestsyrischen Barischa Suizid begangen, um der Festnahme zu entgehen.
Zum Ende seiner Amtszeit erhĂśhte Trump die Spannungen zu China. So verordnete das AuĂenministerium im Juli 2020 die SchlieĂung des chinesischen Konsulats in Houston, während das WeiĂe Haus Sanktionen gegen einige hochrangige chinesische Offizielle verkĂźndete. Angesichts chinesischer GegenmaĂnahmen unter Xi Jinping befĂźrchteten Beobachter eine Verschlechterung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen.cite-ref-306[306]
Carl Bernstein, als Watergate-EnthĂźller berĂźhmt geworden, sprach 2020 im Auftrag des Senders CNN mit Dutzenden aktiven und ehemaligen Mitarbeitern des WeiĂen Hauses, die Trumps Telefonate mithĂśren oder nachträglich lesen durften. Darunter waren frĂźhere AuĂenminister, Verteidigungsminister und Stabschefs des WeiĂen Hauses. Das Fazit: âIn Hunderten Telefongesprächen mit Regierungschefs war der Präsident nicht in der Lage, auĂenpolitische Beziehungen kompetent zu pflegen.â. Trump sei häufig schlecht vorbereitet gewesen und habe wichtige Positionen der USA einfach aufgegeben. Er lasse sich von âstarken Männernâ sehr beeindrucken, ja erscheine geradezu devot. Bei Telefonaten mit Putin habe er fast sklavisch dessen Anerkennung gesucht. Er gehe insbesondere mit weiblichen Staats- und Regierungschefs am Telefon rĂźpelhaft um, besonders mit Bundeskanzlerin Merkel.cite-ref-307[307]cite-ref-308[308]cite-ref-309[309]
Trump erhĂśhte die Anzahl von US-amerikanischen Drohnenangriffen im Vergleich zu seinem Vorgänger Obama deutlich.cite-ref-310[310] Insgesamt wurden in Trumps ersten zwei Amtsjahren mehr Drohnenangriffe durchgefĂźhrt als in Obamas acht Jahren insgesamt. Zugleich verbot Trump dem US-Militär, die Anzahl der Zivilisten, die auĂerhalb von Gefechtszonen durch US-amerikanische Drohnenangriffe getĂśtet wurden, zu verĂśffentlichen â Obama hatte solche VerĂśffentlichungen seinerzeit vorgeschrieben.cite-ref-311[311]cite-ref-312[312]
Ende 2020, nach dem Wahlsieg Joe Bidens, beschloss das US-Repräsentantenhaus ein Gesetzespaket fßr den Verteidigungshaushalt. Trump legte dagegen ein Veto ein; dieses wurde vom US-Senat im Januar 2021 mit der nÜtigen Zweidrittelmehrheit abgewiesen, was erstmals in Trumps Präsidentschaft geschah. Mit dem 740-Milliarden-Dollar umfassenden Gesetzespaket stoppte der US-Kongress den von Trump geplanten massiven Abzug von US-Soldaten aus Afghanistan, Deutschland und Sßdkorea.cite-ref-6-313-0[313]
Kurz vor Ende seiner Amtszeit beschloss Trump, die Huthi-Rebellen im Jemen als Terrororganisation einzustufen. Damit einhergehende Sanktionen fßr Geschäfte mit den Huthi erschwerten die Auslandsßberweisungen und Lebensmittellieferungen an die jemenitische BevÜlkerung, deren Armut bzw. Hungersnot spätestens mit der Militärintervention im Jemen begann.cite-ref-314[314]
Innenpolitik
Gesundheit
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Hauptartikel
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âPräsidentschaft Trumpâ im Artikel Patient Protection and Affordable Care Act
Mit Tom Price ernannte Trump einen Gegner von Präsident Obamas grundlegender Gesundheitsreform (Obamacare) zum Gesundheitsminister. Den GroĂteil des Jahres 2017 verbrachten die Republikaner in beiden Kammern des Kongresses damit, auf eine Abschaffung des Bundesgesetzes hinzuarbeiten. Die teilweise von Trump offensiv unterstĂźtzten, ganz unterschiedlichen Gesetzesvorschläge scheiterten aber an der internen Uneinigkeit innerhalb der Partei. Die hauptsächlich von Trump vorgeschlagene Reform hätte 24 Millionen Amerikanern den Gesundheitsschutz genommen, insbesondere älteren BĂźrgern.cite-ref-315[315]cite-ref-316[316]
2018 lÜste Trump das von seinem Vorgänger Obama eingerichtete Krisenteam zur Pandemiebekämpfung auf und schlug eine Kßrzung des Etats der US-GesundheitsbehÜrde CDC vor. Die AuflÜsung des Krisenteams und der vorbereiteten Pandemiepläne wurden später mitverantwortlich fßr die schlechte Reaktion der USA auf die COVID-19-Pandemie gemacht.cite-ref-317[317]cite-ref-318[318]cite-ref-319[319]
Trump wurde Anfang Januar 2020 vom National Security Council (NSC) auf die Gefahr einer groĂen Pandemie hingewiesen; ebenso Ende Januar von seinem Wirtschaftsberater Peter Navarro und von Gesundheitsminister Alex Azar. Trump blieb aber fast untätig.cite-ref-320[320]cite-ref-321[321]cite-ref-322[322] Im September gab Trump zu, die Corona-Gefahr 2020 bewusst heruntergespielt zu haben.cite-ref-323[323] Tonbandmitschnitte von Trump-Interviews belegen dies.cite-ref-324[324]
Justiz, Immigration und Rassismus
Trump kĂźndigte eine bessere Strafverfolgung an (âLaw and Orderâ) und stellte Pläne fĂźr eine Grenzmauer zu Mexiko vor, ein zentrales Wahlkampfversprechen, um illegale Einwanderung zu stoppen. Sein Stopp der Finanzhilfen fĂźr Sanctuary Cities wurde gerichtlich untersagt; im ersten Jahr der Präsidentschaft sank die Zahl illegal Eingewanderter deutlich. Mit der Executive Order 13769 verfĂźgte Trump am 27. Januar 2017 fĂźr StaatsangehĂśrige von sieben Ländern mit mehrheitlich muslimischer BevĂślkerung ein 90-tägiges Einreiseverbot, das mehrere Bundesrichter aussetzen lieĂen. Auch die am 6. März 2017 erlassene, neu formulierte und entschärfte Executive Order 13780 wurde gerichtlich ausgesetzt. Der Supreme Court setzte Teile des Einreiseverbots im Juni und Dezember 2017 vorläufig in Kraft.
Während er die USA gegen Asylbewerber abzuschotten versuchte, instrumentalisierte Trump auch die Flßchtlingskrise ab 2015 in Deutschland. So behauptete er in einem Tweet am 18. Juni 2018 wahrheitswidrig, die Kriminalität in Deutschland sei angestiegen und die BevÜlkerung wende sich gegen die Regierung.cite-ref-325[325]cite-ref-326[326]
Die Hasskriminalität nahm nach der Wahl Trumps stark zu, nachdem sie bereits seit Beginn des Vorwahlkampfs 2015 gestiegen war. Auch im Jahr 2017 blieb das Niveau trotz Rßckgangs ßber dem bis zur Wahl 2016, was viele Beobachter mit Trumps chauvinistischer und konfrontativer Politik in Beziehung gesetzt haben.cite-ref-327[327]cite-ref-328[328]
Am 11. Januar 2018 stellte Trump bei einem Treffen mit Demokraten und Republikanern zu einer Einwanderungsreform Medienberichten zufolge die Frage âWarum kommen immer noch Leute aus Drecksloch-Staaten zu uns?â. 54 afrikanische Staaten forderten Ăźber ihre Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York eine Entschuldigung. Trump dementierte die ĂuĂerung, woraufhin der demokratische Senator Dick Durbin die Berichte als korrekt bezeichnete.cite-ref-329[329]
Im Juli 2019 äuĂerte sich Trump herablassend Ăźber die mehrheitlich von Afroamerikanern bewohnte Stadt Baltimore, die teilweise zum Wahlbezirk des afroamerikanischen Abgeordneten und Trump-Kritikers Elijah Cummings gehĂśrte. Dessen Wahlkreis sei âein widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Dreckslochâ, der âschlimmsteâ und âgefährlichsteâ Ort der USA. Diese Aussage wurde von der demokratischen Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses Nancy Pelosi als rassistisch kritisiert, und der afroamerikanische demokratische BĂźrgermeister von Baltimore Jack Young bezeichnete Trumps Rhetorik als âschmerzlich und gefährlichâ sowie âvĂśllig unannehmbarâ.cite-ref-330[330]
Von Sommer 2017 bis einschlieĂlich 2019 wurden im Rahmen einer Nulltoleranzstrategie tausende Asylbewerberfamilien in Auffanglagern voneinander getrennt, obwohl Präsident Trump im Juni 2018 das Ende der Nulltoleranzstrategie angekĂźndigt hatte. So wurden von Juni 2018 bis Herbst 2019 / Anfang 2020 noch etwa 1100 Familien voneinander getrennt.cite-ref-331[331]cite-ref-332[332] Im Juni 2019 kam es zum RĂźcktritt von John Sanders, dem Verantwortlichen in der Trump-Administration fĂźr die Lager.cite-ref-333[333] Bis Januar 2020 waren nach Regierungsangaben seit Beginn von Trumps Präsidentschaft 4368 Minderjährige von ihren Eltern getrennt worden.cite-ref-334[334] Laut einer Mitteilung der ACLU waren Eltern von 545 Migrantenkindern, die im Jahr 2017 im Zuge der US-Einwanderungspolitik voneinander getrennt wurden, auch im Oktober 2020 nicht mehr auffindbar.cite-ref-335[335]
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Hauptartikel
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Donald Trumps Präsidentschaft 2017â2021#Trennung von Familien im Rahmen der Nulltoleranzstrategie
Nachdem Trump im Juni 2020 eine unter der Präsidentschaft Barack Obamas geschaffene Regelung zum Schutz von Transpersonen vor Diskriminierung zurßckgenommen hatte, befand der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, eine Diskriminierung von Mitarbeitern wegen deren sexueller Orientierung und Geschlecht sei rechtswidrig.cite-ref-336[336]
Nach 17-jähriger Pause bei Hinrichtungen nach Bundesrecht ordnete Justizminister William Barr am 25. Juli 2019 deren Wiederaufnahme an.cite-ref-337[337]cite-ref-338[338] Mit Beginn im Juli 2020 wurde an zehn Personen im Jahr 2020 die Todesstrafe nach Bundesrecht vollstreckt â so viele Hinrichtungen pro Jahr auf Bundesebene hatte es seit dem Jahr 1896 nicht gegeben.cite-ref-339[339]cite-ref-340[340]
Anfang September 2020, d. h. inmitten landesweiter Proteste gegen Rassismus (wie durch die Black-Lives-Matter-Bewegung oder Proteste gegen Rassismus in der National Football League), wies Trump staatliche Stellen an, Mitarbeitende nicht mehr an Anti-Rassismus-Trainings teilnehmen zu lassen, weil sie âunamerikanische Propagandaâ seien.cite-ref-zeit-341-0[341] Trump nannte MaĂnahmen gegen systemischen Rassismus spalterisch.cite-ref-bild-342-0[342]
Im Oktober 2020 verfĂźgte die Trump-Administration einen mit Schedule F bezeichneten Erlass, der vorsah, tausende von Bundesbedienstete zu politischen Beamten zu erklären. Dies ermĂśglichte â bei angeblichem illoyalen Verhalten â die sofortige Entlassung aus dem Ăśffentlichen Dienst.cite-ref-343[343] Im Januar 2021 hob die Biden-Administration â zwei Tage nach Amtsantritt â den Erlass auf.cite-ref-344[344] In einer zweiten Amtszeit beabsichtigt Trump, Schedule F erneut zu erlassen.cite-ref-345[345]cite-ref-346[346]
Bildung
Trump sprach sich im September 2020 dafĂźr aus, âpatriotische Bildungâ zu fĂśrdern. Damit wendet er sich gegen eine angebliche Indoktrination von SchĂźlern, die sich fĂźr ihr âWeiĂseinâ schämen mĂźssten. Durch einen Präsidentenerlass bildete Trump ein âGremium fĂźr patriotische Bildungâ mit dem Namen 1776 Kommission. Dieses solle Pädagogen ermuntern, Ăźber âdas Wunder der amerikanischen Geschichteâ und die Liebe zu Amerika zu lehren.cite-ref-bild-342-1[342]
Wahlrecht
Einen Ende März 2020 â die Wählerregistrierung und Briefwahl erleichternden â von den Republikanern abgelehnten Reformentwurf der Demokraten kommentierte er mit: âDie hatten da ein paar wirklich verrĂźckte Sachen drin. Da hatten die AusmaĂe des Wählens drin, wenn man dem je zustimmen wĂźrde, wĂźrde kein Republikaner in diesem Land je wieder Wahlen gewinnen.âcite-ref-347[347]
Umwelt und Energie
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Hauptartikel
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Donald Trumps Präsidentschaft 2017â2021#Umwelt und Energie
Drei SchlĂźsselpositionen in seinem Kabinett besetzte Trump mit Gegnern aktiver Klimapolitik und Vertretern der Ălindustrie (siehe Klimawandelleugnung), nämlich dem Energieminister Rick Perry, dem Leiter der UmweltbehĂśrde EPA Scott Pruitt (zurĂźckgetreten am 5. Juli 2018) und dem AuĂenminister Rex Tillerson, der bis dahin Chef des MineralĂśl-Konzerns ExxonMobil gewesen war (entlassen am 13. März 2018).
In der Energiepolitik will Trump Ressourcen maximal nutzen und das Land unabhängig von ausländischem Ăl machen. Trump lieĂ 2017 den Weiterbau mehrerer Ăl-Pipelines anordnen, die unter Obama wegen Umweltbedenken ausgesetzt waren. Am 1. Juni 2017 zog Trump die USA aus dem von Obama 2015 mitbeschlossenen Ăbereinkommen von Paris zum Klimaschutz zurĂźck, das fast alle Staaten unterzeichnet hatten. Die weltweite Reaktion war Ăźberwiegend sehr kritisch.
Im Dezember 2017 reduzierte Trump per Presidential Proclamation die FlächengrĂśĂe des Bears Ears National Monument von 1.351.849 Acres auf 201.876 Acres (minus 85 Prozent) und des Grand Staircase-Escalante National Monument von 1.880.461 Acres auf 1.003.863 Acres (minus 47 Prozent).cite-ref-348[348]cite-ref-349[349]
Mitte Oktober 2018, nach dem Hurrikan Michael, rßckte er von seiner Behauptung ab, der Klimawandel wäre ein Hoax. Stattdessen behauptete er, der Klimawandel sei zyklisch und nicht menschengemacht.cite-ref-350[350]cite-ref-351[351]cite-ref-352[352]
Wirtschaft
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Hauptartikel
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Donald Trumps Präsidentschaft 2017â2021#Wirtschaft, Steuern und Arbeitsmarkt
Trumps Wirtschaftspolitik gilt als deregulierend, isolationistisch und protektionistisch. Neue Arbeitsplätze und ein anhaltendes Wirtschaftswachstum sollen durch eine die Sätze insbesondere fĂźr GroĂunternehmen absenkende Steuerreform geschaffen werden, die Mitte Dezember 2017 vom Kongress beschlossen wurde.
Trump hatte im Wahlkampf angekĂźndigt, den Freihandel zu begrenzen und amerikanische Unternehmen zu verpflichten, im Inland zu produzieren. Peter Navarro, den Trump zum Direktor eines Nationalen Handelsrats im WeiĂen Haus ernannte, wandte sich unter anderem gegen die chinesische Handelspolitik und vermeintliche Währungsmanipulationen sowie den deutschen HandelsbilanzĂźberschuss. Trump machte Deutschland wiederholt als Verursacher des US-amerikanischen Handelsdefizits auscite-ref-353[353] und drohte unter anderem mit ZĂśllen gegen deutsche Automobilhersteller.cite-ref-354[354] Wie im Wahlkampf angekĂźndigt, zogen sich die USA aus dem Freihandelsabkommen zur Transpazifischen Partnerschaft (TPP) zurĂźck und kĂźndigten Neuverhandlungen zum Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) an. Der Austritt der USA aus NAFTA während Trumps erster Amtszeit wurde laut dem renommierten Journalisten Bob Woodward nur dadurch verhindert, dass Gary Cohn (Trumps oberster Wirtschaftsberater) den entsprechenden Austrittserlass vom Schreibtisch des Präsidenten im Oval Office nahm und darauf hoffte, dass Trump das Papier einfach vergessen wĂźrde.cite-ref-355[355]
Im vierten Quartal 2017 stieg das Leistungsbilanzdefizit der USA auf den hĂśchsten Stand seit neun Jahren.cite-ref-356[356] Im ersten Quartal 2018 stieg es wegen hĂśherer Importe auf 124,1 Milliarden US-Dollar (+ 6,9 zum Vorjahresquartal). Das Defizit entsprach 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.cite-ref-357[357]
Die Washington Post stufte Trumps Behauptung, die USA âverlĂśrenâ durch ihr Handelsbilanzdefizit jährlich hunderte Milliarden Dollar, als eine seiner grĂśĂten, am häufigsten wiederholten LĂźgen ein. Tatsächlich verlĂśren Staaten durch Leistungsbilanzdefizite kein Geld, sie bedeuteten lediglich, dass BĂźrger des einen Staates mehr Interesse an GĂźtern des anderen Staates hätten als umgekehrt.cite-ref-358[358]
Finanzielle, rechtliche und ethische Aspekte
Vor seinem Amtsantritt hatte Trump angekĂźndigt, seinen Konzern in eine Treuhandgesellschaft umzuwandeln, die von seinen SĂśhnen Don und Eric geleitet werden sollte. Das wurde jedoch nicht konsequent vollzogen, und es stellte sich heraus, dass er weiterhin Einblick in die Geschäftsberichte hat und jederzeit auf die Profite zugreifen kann.cite-ref-359[359] Auch die AnkĂźndigung, die Trump Organization werde während seiner Amtszeit keine Auslandsgeschäfte mehr tätigen, wurde nicht eingehalten. Dies lieĂ Sorgen Ăźber politische, nationale und wirtschaftliche Interessenkonflikte aufkommen, die zu mehreren Klagen gegen Trump fĂźhrtencite-ref-0-360-0[360] (Näheres bei Donald Trumps Präsidentschaft 2017â2021 â Vorwurf mangelnder Trennung vom Unternehmen). Ein Beispiel fĂźr einen Interessenkonflikt war seine Steuerreform, von der er selbst sagte, sie wĂźrde ihn persĂśnlich viel Geld kosten, während er nach Schätzungen von Experten Millionen einsparte.cite-ref-361[361]
Gegen die Gepflogenheiten und sein Wahlkampfversprechen verÜffentlichte Trump auch nach seinem Amtsantritt seine Einkommensteuererklärung nicht. Fßr Kritik sorgten auch Kosten von Trumps Kabinettsmitgliedern wegen teurer Flßge und anderer Aufwendungen. Seit Beginn der Präsidentschaft hält sich Trump fast ein Drittel aller Tage auf seinen privaten Anwesen auf.cite-ref-1-362-0[362] Zum einen verursacht Trump dabei hohe Transport- und Personenschutz-Kosten des Secret Service, zum anderen verdient sein Hotellerie-Unternehmen an eben jenen Kosten, da die Personenschßtzer des Secret Service auch in denselben Hotels zu ßbernachten haben.cite-ref-1-362-1[362] Die Kosten der Trumps fßr den Steuerzahler wurden schon häufig aufgeschlßsselt und bemängelt.
An den Wochenenden hielt er sich während seiner Präsidentschaft häufig auf seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida auf, anstatt, wie fßr US-Präsidenten ßblich, auf dem dafßr vorgesehenen und vorgehaltenen Camp David.cite-ref-0-360-1[360] Sein Hobby Golf ßbte er deutlich häufiger aus als sein Vorgänger Obama,cite-ref-363[363] obwohl er diesen fßrs Golfen kritisiert hatte.cite-ref-364[364]
VerstoĂ gegen Presidential Records Act
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Hauptartikel
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Durchsuchung von Mar-a-Lago
Laut dem Presidential Records Act mĂźssen Dokumente des Präsidenten aufbewahrt und nach Ende der Amtszeit dem Nationalarchiv Ăźbergeben werden. Trump hatte noch als Präsident wiederholt Dokumente zerrissen, die später durch Mitarbeiter des WeiĂen Hauses wieder zusammengeklebt wurden. Auch wurden Dokumente gefunden, welche eine Toilette im WeiĂen Haus verstopft hatten.cite-ref-365[365] Im Februar 2022 wurde bekannt, dass Trump vermutlich widerrechtlich in groĂem Umfang Unterlagen aus dem WeiĂen Haus in sein Privatanwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida mitgenommen hatte. Darunter sollen sich laut Presseangaben als geheim eingestuftes Material und Briefe von Barack Obama und Kim Jong-un befunden haben. Nach Verhandlungen mit dem Nationalarchiv Ăźbergab Trump schlieĂlich 15 Kisten mit Dokumenten. Als das Nationalarchiv in den zurĂźckgegebenen Akten als geheim eingestufte Dokumente fand, informierte es das Justizministerium, welches eine Untersuchung wegen einer mĂśglichen Verletzung des Presidential Records Acts einleitete. In der Folge kam es im August 2022 zu einer in der Geschichte der Vereinigten Staaten beispiellosen Durchsuchung des Privatgeländes eines ehemaligen Präsidenten durch das FBI. Dabei wurden mehrere Kisten Material beschlagnahmt.cite-ref-366[366]cite-ref-367[367] Das FBI suchte unter anderem nach Geheimdokumenten, die sich auf die Nuklearbewaffnung der USA beziehen. Die Durchsuchung wurde vom Justizminister Merrick Garland genehmigt.cite-ref-368[368]cite-ref-369[369]
Zweifel an der Amtsfähigkeit
Trumps frĂźherer Ghostwriter Tony Schwartz urteilte Mitte 2015, dieser habe ein âbeeindruckendes Level an oberflächlichem Wissen und deutlicher Ignoranzâ, sei âso unsicher, so leicht zu provozierenâ und habe âmehr soziopathische Tendenzenâ als jeder andere politische Kandidat seiner Erinnerung.cite-ref-370[370] Der parteiinterne Präsidentschaftskonkurrent Jeb Bush prognostizierte Ende 2015, Trump wĂźrde als US-Präsident Chaos anrichten.cite-ref-371[371] Unter Hinweis auf Trumps Geschäftsbeziehungen und ĂuĂerungen zu Russland und Putin erklärten 2016 die frĂźheren SicherheitsbehĂśrdenleiter Michael Morell und Michael V. Hayden, fĂźr Putin sei der unwissende Trump ein nĂźtzlicher Idiot.cite-ref-372[372] Kurz vor der AmtseinfĂźhrung Trumps warnte der Investor George Soros vor Trump als einem âBlender und Hochstapler und MĂśchtegerndiktatorâ.cite-ref-373[373] Der republikanische Senator John McCain äuĂerte im Februar 2017, er sei besorgt Ăźber Trumps widersprĂźchliche Aussagen und frage sich, ob Trump einige politische Themen verstehe.cite-ref-374[374] Der linke Senator Bernie Sanders sah Trump Mitte März 2017 auf eine autoritäre Regierung in Amerika hinarbeiten; er versuche, die Gewaltenteilung abzuschaffen. Seine Angriffe auf die Medien, seine Respektlosigkeiten gegenĂźber Richtern und seine wiederholte Behauptung, fĂźnf Millionen Menschen hätten bei der Präsidentschaftswahl illegal abgestimmt, seien LĂźgen, um die Fundamente der amerikanischen Demokratie zu untergraben.cite-ref-375[375]
Mehrere Psychiater äuĂerten ab 2015 ihre Auffassung, bei Trump liege eine narzisstische PersĂśnlichkeitsstĂśrung oder die Dunkle Triade vor, einige bezeichneten ihn wegen seiner emotionalen Instabilität als amtsunfähig.cite-ref-376[376]cite-ref-377[377] Einige Ărzte vermuten eine neurodegenerative Erkrankung des Präsidenten, unter anderem wegen einer Verschlechterung seiner sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Der Neurologe Ford Vox forderte im Dezember 2017 wegen der Sprachauffälligkeiten, des impulsiven, ungehemmt um sich selbst kreisenden Auftretens und der fehlenden Konzentration und Aufmerksamkeit eine neurologische Untersuchung Trumps.cite-ref-378[378] Der politische Psychologe Jerrold Post und Stephanie Doucette verfassten das Buch Dangerous Charisma: The Political Psychology of Donald Trump and His Followers, das ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020 verĂśffentlicht wurde.cite-ref-379[379] Post beschreibt darin das BedĂźrfnis Trumps nach Bewunderung und die Sehnsucht seiner Anhänger nach einer âVaterfigurâ zum Schutz vor dem BĂśsen, was mit einigen frĂźheren Analysen Ăźbereinstimmt.cite-ref-380[380]
Es ist umstritten, ob derartige Ferndiagnosen zulässig sind und belastbare Aussagen zulassen. Die VerÜffentlichung des Buches von Jerrold Post fßhrte zu kontroversen Diskussionen, da nach der Goldwater-Regel, einer 1973 verabschiedeten Richtlinie der American Psychiatric Association (APA), der Post als Mitglied angehÜrte, professionelle Stellungnahmen zu PersÜnlichkeiten ohne deren Zustimmung als unethisch gebrandmarkt werden.cite-ref-381[381] Allen Frances, einer der Autoren des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, hielt es fßr mÜglich, dass Trump ein extremer Narzisst sei; da er aber weder darunter leide noch dadurch behindert sei, sei er per definitionem nicht geisteskrank.cite-ref-382[382]
Der republikanische Kongressabgeordnete Jason Chaffetz schlug ein Gesetz vor, US-Präsidenten einer ärztlichen Untersuchung ihrer geistigen Gesundheit zu unterziehen, und erklärte, es gehe ihm nicht um Trump, sondern um die VerfĂźgungsgewalt des Präsidenten Ăźber den Einsatz von Atomwaffen.cite-ref-383[383] Die demokratische MinderheitsfĂźhrerin im Kongress, Nancy Pelosi, empfahl im Februar 2017 eine medizinische Untersuchung von Trumps geistiger Gesundheit, ihre Parteifreundin Zoe Lofgren schlug im August 2017 eine Kongressresolution zu diesem Zweck vor; dabei geht es um den 25. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der dem Kongress die Absetzung eines amtsunfähigen Präsidenten erlaubt.cite-ref-384[384]cite-ref-385[385] Im Oktober 2017 erschien das Buch The Dangerous Case of Donald Trump, herausgegeben von Bandy Lee, in dem 27 psychiatrische Experten Trump als gefährlich einschätzten; mehr als 60.000 Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, haben eine Petition zur Entfernung Trumps gemäà 25. Zusatzartikel unterschrieben.cite-ref-386[386] Als der im Januar 2018 erschienene EnthĂźllungs-Bestseller Feuer und Zorn: Im WeiĂen Haus von Donald Trump diese EindrĂźcke mittels Aussagen von anonym bleibenden Mitarbeitern des WeiĂen Hauses bestätigte, äuĂerte sich Trump selbst zu seiner Psyche und bezeichnete sich in einem Tweet als âsehr stabiles Genieâ (very stable genius).cite-ref-387[387]
Im September 2018 erschien mit I Am Part of the Resistance Inside the Trump Administration ein anonymes Essay in der New York Times, das davon berichtet, dass mehrere Mitarbeiter der Regierung Anweisungen des Präsidenten nicht befolgten, um Schaden von der Nation abzuwenden. In dem Essay wird Trumps Regierungsstil als impulsiv, feindselig, engstirnig und wirkungslos beschrieben. Dem Essay zufolge gibt es Lichtblicke in der Regierungsarbeit, jedoch kämen diese trotz Trump zustande. Laut dem Essay haben Kabinettsmitglieder in den frĂźhen Tagen der Präsidentschaft darĂźber diskutiert, den 25. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten zu verwenden, um Trump von der Macht abzusetzen. Um auf die schlechte AmtsfĂźhrung des Präsidenten aufmerksam zu machen, habe man auĂerdem Ăźber einen MassenrĂźcktritt nachgedacht.cite-ref-4-388-0[388] Im November 2019 erschien mit A Warning ein anonymes Buch, das inhaltlich an das anonyme Essay anknĂźpft und angeblich von demselben Autor stammt.cite-ref-389[389] Im Oktober 2020 outete sich mit Miles Taylor ein ehemaliger Stabschef des Homeland Security unter Donald Trump als Autor der beiden Schriften.cite-ref-390[390]
In dem im Juni 2020 erschienenen Buch The Room Where It Happened erzählt John R. Bolton ßber seine Erlebnisse als Nationaler Sicherheitsberater von Trump und charakterisiert ihn darin als inkompetent und korrupt. In dem im Juli 2020 erschienenen Buch Too Much and Never Enough beurteilt Donald Trumps Nichte Mary L. Trump ihren Onkel ebenfalls als ungeeignet fßr das Präsidentenamt. Michael Cohen, Trumps frßherer Anwalt, verÜffentlichte mit Disloyal im September 2020 ein Buch ßber seine Zeit als Anwalt von Präsident Trump, in dem er mit diesem abrechnet.cite-ref-391[391]cite-ref-392[392]
Am 2. Oktober 2020 gab Trump per Twitter bekannt, dass er und seine Frau positiv auf den Erreger SARS-CoV-2 getestet worden seien.cite-ref-393[393]cite-ref-394[394] Er war vom 3. bis 5. Oktober im Walter-Reed-Militärkrankenhaus zur Behandlung.cite-ref-395[395]cite-ref-396[396] Drei Wochen nach dem Ende seiner Amtszeit wurde bekannt, dass seine Blutsauerstoffwerte zeitweise sehr niedrig waren.cite-ref-397[397]
Nach der ErstĂźrmung des Kapitols am 6. Januar 2021 in Washington D.C. traf Generalstabschef Mark Milley geheime Vorkehrungen, um sicherzustellen, dass ein mĂśglicher Befehl Trumps zum Einsatz von Atomwaffen strikt den militärischen Befehlsprozessen und -verfahren folgte (fernab des Umstands, dass die Befehlsgewalt Ăźber den Einsatz von Atomwaffen allein der National Command Authority â gebildet in erster Linie aus dem Präsidenten und dem Verteidigungsminister â zusteht).cite-ref-398[398] In einem Telefonat mit der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi am 8. Januar 2021 stimmte Milley der Aussage von Pelosi zu, dass Trump verrĂźckt sei. Nach dem Telefonat verĂśffentlichte Pelosi eine Pressemitteilung, in der sie das Telefonat mit Milley damit begrĂźndete, einen âinstabilen Präsidentenâ daran zu hindern, âMilitärschläge zu beginnenâ oder einen âatomaren Angriffâ zu befehlen.cite-ref-399[399]cite-ref-400[400]
Der Soziologe Richard Sennett, der fßr sein Buch The Performer (2024) zu Recherchezwecken mehrere Auftritte Trump's persÜnlich besuchte, sagte, es sei bekannt, dass Trump jetzt zunehmend unter Demenz leide und seine expressiven Fähigkeiten schrumpften.cite-ref-401[401]
1. Amtsenthebungsverfahren
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Hauptartikel
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Erstes Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump
und
Ukraine-Affäre
Durch einen Whistleblower wurde im September 2019 bekannt, dass Präsident Trump im Juli 2019 den kurz davor ins Amt gekommenen ukrainischen Präsidenten Selenskyj telefonisch gedrängt hatte, gegen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermitteln zu lassen.cite-ref-402[402]cite-ref-403[403] Hunter Biden war 2014 nach dem Umsturz in Kiew in den Verwaltungsrat des ukrainischen Erdgaskonzerns Burisma Holdings berufen worden. 2018 hatte der rechtskonservative US-Journalist Peter Schweizer behauptet, Hunter Biden wĂźrde korrupte Geschäfte (âcorrupt dealingsâ) in der Ukraine betreiben. Sein Vater Joe Biden war nach dem RĂźckzug von Bernie Sanders der einzige verbleibende Kandidat der Demokraten fĂźr die Präsidentschaftswahl am 3. November 2020. Trump wurde vorgeworfen, einen politischen Konkurrenten mit ausländischer Hilfe ausschalten zu wollen. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi leitete am 24. September 2019 offiziell Untersuchungen des Repräsentantenhauses fĂźr ein Amtsenthebungsverfahren (âofficial impeachment inquiryâ) gegen Trump wegen eines Bruchs des Amtseides und Gefährdung der nationalen Sicherheit ein. Die zentralen VorwĂźrfe waren, Trump habe eine bereits zugesagte Militärhilfe von fast 400 Mio. Dollar zurĂźckgehalten, um Druck auf Selenskyj auszuĂźben, und er habe das US-Repräsentantenhaus bei der Aufklärung des Sachverhalts behindert.cite-ref-404[404]cite-ref-405[405]cite-ref-406[406]
Am 18. Dezember 2019 leitete das mehrheitlich demokratische Repräsentantenhaus offiziell ein Amtsenthebungsverfahren mit dem Vorwurf des Machtmissbrauchs und der Behinderung des Kongresses gegen Trump ein, indem es die beiden âarticles of impeachmentâ mehrheitlich und weitgehend entlang den Parteilinien annahm, die als Grundlage der Anklage des Präsidenten vor dem US-Senat dienen. Pelosi lieĂ diese Anklage dem Senat am 15. Januar 2020 Ăźberbringen. Nach Präsentation der Anklage und Verteidigung und nach der Ablehnung, neue Zeugen zu hĂśren und Beweismittel zuzulassen, wurde die Abstimmung Ăźber das Impeachment als solches auf Mittwoch, den 5. Februar 2020, festgelegt.cite-ref-407[407] Trump wurde in den beiden Anklagepunkten freigesprochen: im ersten Anklagepunkt Amtsmissbrauch stimmten 48 von 100 Senatoren fĂźr seine Verurteilung, im zweiten Anklagepunkt Behinderung des Kongresses 47 von 100. FĂźr eine Verurteilung wären die Stimmen von 67 Senatoren notwendig gewesen.cite-ref-408[408] Der Freispruch war aufgrund der republikanischen Mehrheit erwartet worden. Als einzige Stimme aus den eigenen Reihen wandte sich Mitt Romney beim ersten Anklagepunkt gegen den Präsidenten.cite-ref-409[409] Kurz darauf entlieĂ Trump die wichtigen Zeugen Gordon Sondland und Alexander Vindman, die ihn schwer belastet hatten.cite-ref-410[410]
Zivilgesellschaftliche Proteste
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Hauptartikel
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Proteste gegen Donald Trump 2015â2017
Gegen Donald Trump wurden Proteste seit der VerkĂźndung seiner Präsidentschaftskandidatur im Juni 2015 organisiert. Nach seinem Wahlsieg Ende 2016 verstärkten sich diese. Einige GroĂdemonstrationen zogen die Beachtung der WeltĂśffentlichkeit auf sich. Zum Womenâs March on Washington am 21. Januar 2017, dem Tag nach der AmtseinfĂźhrung Trumps, kamen zur bisher mit Abstand grĂśĂten Protestdemonstration in der Geschichte Nordamerikas etwa eine halbe Million Menschen nach Washington, D.C., in den Vereinigten Staaten insgesamt etwa vier bis fĂźnf Millionen Menschen zusammen. Zum Science March am Tag der Erde 2017 erschienen am 22. April etwa 40.000 in der US-Hauptstadt, weltweit in rund 600 Städten zusammen etwa 250.000 Menschen. Zum Climate March am 100. Tag der Präsidentschaft am 30. April 2017 kamen etwa 15.000 in Washington zusammen; in Ăźber 300 weiteren Städten der USA wurde demonstriert.
Im Sommer 2017 begannen einige Schwarze in American-Football-Teams â deren Anhängerschaft sich stark mit derjenigen Trumps Ăźberschneidet â aus Protest gegen Diskriminierung und Polizeigewalt während des Abspielens der Nationalhymne vor Spielen zu knien, was Trump im September 2017 auf Twitter zum Anlass nahm, die Teamleitungen zum Durchgreifen aufzufordern und Colin Kaepernick als Hurensohn zu bezeichnen. Daraufhin entschieden sich immer mehr Spieler, Trainer und EigentĂźmer von Teams der National Football League, während der Hymne in Solidarität gegen Trump zu knien oder in der Kabine zu bleiben. Auch Basketballstars wie LeBron James zeigten Solidarität, Musiker wie Stevie Wonder und Pharrell Williams knieten vor Auftritten. Verschiedene Medien bezeichneten diesen Konflikt als neuen Kulturkampf, mit dem Trump von seinen politischen Problemen abzulenken versuche.cite-ref-411[411]
Die KĂźnstler Phil Collins, Elton John, Adele, Michael Stipe, Neil Young, Creedence Clearwater Revival, Eddy Grant, Everlast, Guns Nâ Roses, Isaac Hayes, Leonard Cohen, Linkin Park, Luciano Pavarotti, Nickelback, Nico Vega, Ozzy Osbourne, Panic at the Disco, Pharrell Williams, Prince, Queen, Rihanna, The Rolling Stones, Tom Petty, Village People, The White Stripes, SinĂŠad OâConnor (Untersagung durch Nachlassverwalter) untersagten Trump die Nutzung ihrer Werke fĂźr seine Auftritte.cite-ref-412[412]
Es kam auch zu situativen Einflussnahmen insbesondere auf einzelne Kongressabgeordnete, etwa bei BĂźrgerversammlungen zur Gesundheitspolitik, oder an Flughäfen nach Trumps Einreisebeschränkungen fĂźr Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern.cite-ref-413[413] Einige dieser Proteste brachten konkrete Erfolge beim Einfluss auf politische und personelle Entscheidungen. Verschiedene Gruppen arbeiten daran, die Proteste zu einer organisierten Widerstandsbewegung auszubauen.cite-ref-414[414] Im Oktober 2017 hatte sich der Widerstand gegen Trump institutionalisiert und auĂerhalb etablierter Parteien eine eigene Infrastruktur geschaffen, die von politischen GroĂspendern unterhalten wird und die zukĂźnftige Ausrichtung linker Politik in den USA und der Demokratischen Partei prägen kĂśnne.cite-ref-415[415]
Als die TĂśtung von George Floyd im Mai 2020 landesweit Proteste gegen Polizeigewalt auslĂśste, die maĂgeblich durch die Bewegung Black Lives Matter getragen wurden, bezeichnete Trump diese Bewegung als anarchistisch und unpatriotisch. Er entsandte Bundestruppen der Homeland Security in die von den Protesten besonders betroffenen Städte, obwohl sich diese zum Teil gegen diese MaĂnahme aussprachen. Der Chefkorrespondent der New York Times fĂźr das WeiĂe Haus, Peter Baker, thematisierte Ende Juli 2020 in diesem Zusammenhang Parallelen zwischen Trumps Rhetorik und dem Law-and-Order-Wahlkampf von George Wallace bei der Präsidentschaftswahl 1968.cite-ref-416[416]
Nominierung von Verfassungsrichtern
Trumps Vorgänger Barack Obama ernannte in acht Jahren zwei neue Verfassungsrichter an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Supreme Court). Zu diesem Zeitpunkt hielten sich die konservativen und liberalen Richter ungefähr die Waage, mit Anthony Kennedy als der in vielen Fällen ausschlaggebenden Stimme. Als Obama Anfang 2016 nach dem Tod des konservativen Richters Antonin Scalia den liberaleren Merrick Garland als dessen Nachfolger vorschlug, blockierte der republikanische Mehrheitsfßhrer im Senat, Mitch McConnell, die AnhÜrung und Abstimmung ßber diese Nominierung. Er begrßndete dies mit der anstehenden Präsidentschaftswahl im Herbst. Unmittelbar nach Amtsantritt nominierte Trump den konservativen Richter Neil Gorsuch und stellte somit die Machtbalance von vor Scalias Tod wieder her. Nach dem Rßcktritt von Anthony Kennedy im Juni 2018 nominierte Trump den konservativeren Richter Brett Kavanaugh und machte damit den Chief Justice John Roberts zur entscheidenden Stimme in vielen umstrittenen Fällen. Nach dem Tod der liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg im September 2020 kurz vor der Präsidentschaftswahl nominierte Trump die als konservativ geltende Richterin Amy Coney Barrett.cite-ref-417[417] Nachdem Brett Kavanaugh im Amt bestätigt wurde, gilt die mit 6:3 Stimmen erheblich zugunsten der konservativen Verfassungsrichter verschobene Machtbalance als Trumps andauerndes Erbe fßr die nächsten Jahrzehnte. Das Machtverhältnis hatte bereits im Jahr 2022 Auswirkungen; der Oberste Gerichtshof hob mit den Stimmen der konservativen Richter das 50 Jahre bestehende bundesweite Recht auf Schwangerschaftsabbrßche auf.
Präsidentschaftskandidatur 2020, Wahlniederlage und Sturm auf das Kapitol
Zu Donald Trumps Wahlkampf (seiner Behinderung der Vorbereitung der US Postal Service auf die Briefwahl, seiner SARS-CoV-2-Infektion und den Fernsehduellen mit Joe Biden) sowie Trumps Wahlbetrugsbehauptung bzw. seiner Nichtanerkennung seiner Wahlniederlage und dem Sturm auf das Kapitol in Washington 2021, siehe Donald Trumps Präsidentschaft 2017â2021 und US-Präsidentschaftswahl 2020.
2. Amtsenthebungsverfahren unter dem Anklagepunkt der Anstiftung zum Aufruhr
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Hauptartikel
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Zweites Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump
und
Sturm auf das Kapitol in Washington 2021
Wegen Trumps Handeln vor, während und nach dem Angriff seiner Anhänger auf das Kapitol am 6. Januar 2021 forderten Abgeordnete der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus und einzelne Republikaner seinen sofortigen RĂźcktritt. Erstmals in der Geschichte der USA wurde auch eine Absetzung wegen Amtsunfähigkeit durch Kabinettsbeschluss oder ein zweites Impeachment-Verfahren noch kurz vor Ende seiner Amtszeit gegen ihn erwogen. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi teilte u. a. mit, sie habe Kontakt zum ranghĂśchsten US-Militärkommandeur aufgenommen, um sicherzustellen, dass Trump in der verbleibenden Zeit seiner Präsidentschaft keine Kampfhandlungen einleiten oder einen Atomschlag anordnen kĂśnne.cite-ref-418[418] Nachdem Vizepräsident Mike Pence die Forderung abgelehnt hatte, Trump durch Anwendung des 25. Verfassungszusatzartikels aufgrund eines Kabinettsbeschlusses wegen Amtsunfähigkeit abzusetzen, leitete das Repräsentantenhaus am 13. Januar 2021 mit 232 Ja- gegen 197 Nein-Stimmen das zweite Verfahren zur Amtsenthebung Trumps ein. Zu den UnterstĂźtzern des Vorhabens gehĂśrten auch zehn Abgeordnete der Republikanischen Partei. Pelosi erklärte zur BegrĂźndung, Trump sei eine eindeutige und andauernde Gefahr fĂźr die Nation. âDer Präsident der Vereinigten Staaten hat zu diesem Aufruhr, dieser bewaffneten Rebellion gegen unser Land angestiftet.âcite-ref-419[419] Im Verfahren vor dem Senat kam die fĂźr die Amtsenthebung nĂśtige Zweidrittelmehrheit nicht zustande, da den 57 Ja-Stimmen 43 ablehnende Stimmen der Republikaner entgegenstanden.
Nach der ersten Amtszeit
Donald Trump verlieĂ am 20. Januar das WeiĂe Haus und nahm nicht an der AmtseinfĂźhrung von Joe Biden teil. Normalerweise nimmt jeder scheidende Präsident an der AmtseinfĂźhrung seines Nachfolgers teil; dagegen hielt Trump am Morgen des 20. Januar eine Verabschiedung fĂźr sich selbst ab und flog nach Mar-a-Lago.
Big Lie und Aktivitäten bei den Republikanern
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Hauptartikel
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Big Lie
Donald Trump akzeptiert seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 nicht und schrieb in einem Statement auf seiner Internetseite, die Präsidentschaftswahl 2020 solle von nun an als The Big Lie (die groĂe LĂźge) bekannt sein. Laut einer Umfrage von CNN Ende April 2021 gingen 70 % der befragten Republikaner von einem gestohlenen Wahlsieg aus.cite-ref-420[420] Trump veranstaltete am 26. Juni 2021 erstmals wieder eine GroĂkundgebung. Dabei wiederholte er seine Wahlbetrug-Behauptung und warf seinem Nachfolger Joe Biden vor, Âťunsere Nation vor unseren Augen zu zerstĂśrenÂŤ.cite-ref-421[421] Trump trat immer wieder wie ein Wahlkämpfer auf; seine Kernbotschaft blieb dabei das Narrativ einer manipulierten Wahl.cite-ref-422[422]
Donald Trumps Einfluss auf die Republikanische Partei lieà auch nach der Wahlniederlage nicht nach. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass Mitch McConnell, Fraktionsvorsitzenden der Republikaner im Senat, auf Trumps Aufforderung hin einen Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 mit einem Filibuster verhinderte. Auch bewirkte er beim Fraktionsvorsitzenden der Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, die Absetzung seiner Kritikerin Liz Cheney (die sich oft gegen die Big Lie ausgesprochen hatte) aus der Fraktionsfßhrung der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus. Liz Cheney wurde nach Trumps Wirken durch Elise Stefanik ersetzt, die die Wahlfälschungsbehauptung vertrat.cite-ref-423[423]cite-ref-424[424] Im Jahr 2022 behauptete Trump wahrheitswidrig, dass Mike Pence als Vizepräsident das Recht gehabt habe, das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl 2020 zu ändern.cite-ref-425[425]
Auch in Bezug auf die Halbzeitwahlen 2022 erhob Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social WahlbetrugsvorwĂźrfe. Nachdem die von ihm unterstĂźtzte Kari Lake bei der Gouverneurswahl in Arizona gegen ihre demokratische Konkurrentin Katie Hobbs unterlegen war, schrieb Trump im November 2022, man habe Kari Lake âgerade die Wahl weggenommenâ; es sei âwirklich schlimm da drauĂenâ. Angeblich wĂźrden elektronische Wahlgeräte in konservativen Bezirken des Bundesstaats nicht funktionieren. In Detroit (Michigan) wiederum habe man Wählern im Wahllokal gesagt, sie hätten bereits abgestimmt. Dies geschehe, schrieb Trump, âin groĂer Zahl auch andernorts. Protestieren, protestieren, protestieren!â Ohne Belege verbreitete er weitere Anschuldigungen Ăźber angeblichen Wahlbetrug bei den Zwischenwahlen und schrieb: âGeschieht das Gleiche mit dem Wahlbetrug wie 2020?âcite-ref-426[426]cite-ref-427[427] Ăber seinen parteiinternen Rivalen und wiedergewählten Gouverneur von Florida Ron DeSantis äuĂerte Trump im November 2022, er habe diesem bei den Zwischenwahlen 2018 im Rennen um den Gouverneursposten in Florida den knappen Wahlsieg gerettet, nachdem DeSantis durch einen âkorrupten Wahlprozessâ in Broward County täglich zehntausend Stimmen verloren habe. Deshalb habe er, Trump, Beamte der Bundespolizei FBI hingeschickt, um den vermeintlichen Wahlbetrug zu verhindern. DeSantis sei damals vor den Wahlen âpolitisch totâ gewesen und erst bedeutsam geworden, nachdem er als Präsident dessen Kampagne unterstĂźtzt habe. Rechtsexperten bezweifelten Trumps Darstellung. Bereits zuvor hatte Trump DeSantis mit unangenehmen EnthĂźllungen gedroht; er, Trump, wisse âmehr Ăźber ihn als jeder andereâ. DeSantis wĂźrde âeinen Fehler machenâ, wenn er sich um die Präsidentschaftskandidatur 2024 bei den Republikanern bewerben sollte.cite-ref-428[428]cite-ref-429[429]
Trump behauptete zudem, dass Hunderte bzw. Tausende angeblich unschuldiger US-BĂźrger als âpolitische Gefangeneâ in Haft säĂen, da ein von âlinken Elitenâ unterwandertes FBI Jagd auf BĂźrger mache. Der Sturm auf das Kapitol sei in Wirklichkeit eine Operation dieser Geheimdienste gewesen. Einer Recherche des britischen Guardian zufolge wurden allerdings im Zusammenhang mit Verfahren wegen des Kapitolssturms mehr Angeklagte als gewĂśhnlich vor Prozessen bei Bundesangelegenheiten, nämlich mindestens 70 Prozent, freigelassen, während sie auf ihren Prozess warteten.cite-ref-430[430]
Spendenkampagne fĂźr Truth Social
Im Jahr 2021 lieà Trump die Trump Media & Technology Group, die eine Art Special Purpose Acquisition Company (SPAC) ist, grßnden. Bei seinem BÜrsengang erhielt die Trump Media & Technology Group 293 Millionen US-Dollar.cite-ref-431[431] Eigener Aussage zufolge sammelt die Group Kapital an der BÜrse, um Truth Social zu grßnden.cite-ref-432[432] Bis Januar 2022 gingen mehr als 122 Millionen US-Dollar Spenden ein, die benutzt wßrden, um die Republikaner in Wahlkämpfen zu unterstßtzen.cite-ref-433[433]
Russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine
Putins Anerkennung der russischen Vasallenstaaten im Donbass kommentierte Trump am 22. Februar 2022 in einem Interview mit: âDas ist genial. Dieser Typ ist so schlau.â Zur russischen Armee bemerkte er: âDas sind die grĂśĂten Friedenstruppen, die ich je gesehen habe. Wir kĂśnnten die an unserer SĂźdgrenze gebrauchen.âcite-ref-434[434] Nach dem Beginn des russischen Ăberfalls auf die Ukraine schlug Trump auf einer Tagung der Republikaner vor, die USA sollten direkte Luftangriffe auf Russland beginnen. Zur Vermeidung eines dritten Weltkriegs solle man die F22-Kampfjets der US-Luftwaffe mit chinesischen Flaggen versehen und sagen, China sei fĂźr diese Angriffe verantwortlich: âDann fangen sie an, sich untereinander zu bekämpfen, und wir lehnen uns zurĂźck und schauen zu.âcite-ref-435[435]
Ende März 2022 äuĂerte Trump auf Fox News, mit ihm als US-Präsidenten hätte es den Krieg nicht gegeben. Man kĂśnne ânicht länger zuschauen, wie Putin die Leute ermordetâ. Dieser habe sich, so Trump, verändert, er sehe anders aus und man mĂźsse sich Sorgen um seine Gesundheit machen. Trump empfahl, Russland mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen. Schuld an dem Krieg trage vor allem sein Nachfolger Joe Biden, der âdummâ sei und sich von Russland Ăźber den Tisch habe ziehen lassen.cite-ref-436[436]
Im Oktober 2022 behauptete Trump, die âRhetorikâ Bidens und der Spott der US-Regierung gegenĂźber Russland vor Kriegsbeginn hätten zu Putins Entscheidung beigetragen. Er wiederholte, dass die Invasion ânieâ mit ihm als Präsident stattgefunden hätte.cite-ref-437[437] Im Interview mit Sean Hannity auf Fox News wiederholte Trump im März 2023, im Falle seiner erneuten Präsidentschaft den Krieg âsofortâ beenden zu kĂśnnen. Alles, was er dafĂźr tun mĂźsse, sei, Russland âeinige Teile der Ukraine Ăźbernehmen zu lassenâ. Nachdem das Interview im Radio ungeschnitten gesendet worden war, lieĂ Hannity in seiner TV-Sendung die Passage weg, in der Trump, nachdem er gesagt hatte, dass Putin während seiner (= Trumps) Präsidentschaft nichts eingenommen habe, hinzugefĂźgt hatte: âUnd das, obwohl ich nicht mal einen Deal verhandelt habe. Ich hätte einen verhandeln kĂśnnen. Im schlechtesten Fall hätte ich einen Deal gemacht, dass Russland irgendetwas annektiert. Es gibt dort Regionen, wo Russisch gesprochen wird. Ich hätte einen Deal machen kĂśnnen.âcite-ref-438[438]
Ende Januar 2024 schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, in Helsinki habe ihn âein drittklassiger Reporterâ gefragt, wem er mehr vertraue, dem russischen Präsidenten Putin âoder unseren zwielichtigen Geheimdienstleutenâ. Sein Instinkt habe ihm damals gesagt, âdass wir wirklich schlechte Leute habenâ. Daraufhin zählte Trump mehrere Leute auf, die in die Untersuchungen seiner Beziehungen zu Russland wegen des vermuteten Einflusses des Kreml auf die Präsidentschaftswahl 2016 involviert waren. Mit Blick auf den US-Geheimdienst fragte Trump dann: âWen wĂźrden Sie wählen, Putin oder diese AuĂenseiter?âcite-ref-439[439]
Im September 2024 warf Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, dass dieser keine Abmachung mit Moskau zur Beendigung des Kriegs treffe. Man gebe, so Trump, âweiterhin Milliarden von Dollar an einen Mannâ, der sich weigere, âeinen Deal einzugehenâ. Es gebe âso viele Toteâ und â(j)eder Deal, selbst der schlechteste Deal, wäre besser gewesen als das, was wir jetzt habenâ.cite-ref-440[440] Mitte Oktober 2024 beschuldigte Trump Selenskyj zusätzlich, fĂźr den russischen Ăberfall mitverantwortlich zu sein. In einem Podcast mit dem Youtuber Patrick Bet-David sagte Trump, Selenskyj âhätte es niemals zum Ausbruch dieses Krieges kommen lassen dĂźrfenâ. Weiter bezeichnete Trump den ukrainischen Präsidenten als einen âder besten Geschäftemacher, die ich je gesehen habe. Jedes Mal, wenn er kommt, geben wir ihm 100 Milliarden Dollar. Wer sonst hat in der Geschichte soviel Geld bekommen? Das hat es noch nie gegeben.â Die Summe der von der Regierung Joe Biden vom Beginn des russischen Ăberfalls bis zu Trumps Behauptung bereitgestellten Militärhilfen belief sich insgesamt jedoch auf weniger als 55 Milliarden US-Dollar, also deutlich geringer als die von Trump genannten Summen.cite-ref-441[441]
Im Dezember 2024 bezeichnete Trump die Entscheidung der noch amtierenden Regierung Biden, weitreichende ukrainische Angriffe auf russisches Territorium mit US-Waffen zu genehmigen, als âverrĂźcktâ; er sei âabsolut dagegenâ. Weiter sagte er: âWir eskalieren nur den Krieg und verschlimmern die Situation. Das hätte nicht erlaubt werden dĂźrfen.âcite-ref-442[442]
Im Februar 2025, nach seiner erneuten AmtsĂźbernahme, nannte Trump den ukrainischen Präsidenten Selenskyj einen âDiktatorâ; dieser weigere sich, Wahlen abzuhalten, liege in Umfragen weit hinten und âdas Einzige, was er konnte, war, Biden zu manipulierenâ, so Trump. Damit wiederholte er ein bekanntes russisches Propaganda-Narrativ, wonach Selenskyjs Amtszeit abgelaufen sei. Selenskyj solle âbesser schnell handelnâ, sonst werde er âkein Land mehr habenâ. Selenskyj, ein, so Trump, âmäĂig erfolgreicher Komikerâ, habe die USA âdazu Ăźberredet, 350 Milliarden Dollar auszugeben, um in einen Krieg zu ziehen, der nicht gewonnen werdenâ kĂśnne und der ânie hätte begonnen werden mĂźssenâ. Bereits kurz zuvor hatte Trump, nachdem die Ukraine kritisiert hatte, dass sie nicht zu dem Treffen der AuĂenminister der USA und Russlands eingeladen worden war, der Ukraine eine Mitschuld am Krieg gegeben mit den Worten: âIhr hättet es nie anfangen sollen. Ihr hättet einen Deal machen kĂśnnen.â Selenskyj, europäische Politiker wie auch die UN wiesen die Anschuldigungen als Täter-Opfer-Umkehr zurĂźck und betonten, dass Selenskyj rechtmäĂiger Präsident sei. Laut Verfassung setzt das geltende Kriegsrecht Wahlen aus.cite-ref-443[443]
Am 28. Februar 2025, als im WeiĂen Haus ein Rohstoffabkommen zwischen der Ukraine und den USA unterzeichnet werden sollte, geriet die Zusammenkunft aus dem Ruder und Trump beschuldigte Selenskyj, dieser setze âdas Leben von Millionen Menschen aufs Spielâ und riskiere einen Dritten Weltkrieg. Es sei respektlos, auf Sicherheitszusagen der USA zu drängen. Trump unterbrach Selenskyj immer wieder und warf ihm vor, âĂźberhaupt nicht dankbarâ zu sein. Er wisse, dass die Ukraine ânicht gewinnenâ werde. Den Eklat hatte Vizepräsident JD Vance begonnen. Das Treffen wurde abgebrochen. Die Washington Post schrieb, Trump habe âeher wie Don Corleoneâ geklungen als wie ein US-amerikanischer Präsident. FĂźhrende europäische Politiker und Vertreter der Demokraten kritisierten das Verhalten Trumps, gelobt wurde Trump vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor OrbĂĄn, Vertretern der US-Republikaner. Der Historiker Timothy Snyder kommentierte, was die USA gerade täten sei, âeine seit 80 Jahren bestehende Allianz mit verlässlichen europäischen Partnern zu opfern, fĂźr eine Allianz mit Russlandâ. Laut dem Militärexperten Gustav Gressel muss Europa sich darauf umstellen, sich âohne die Vereinigten Staatenâ zu verteidigen und die Ukraine zu unterstĂźtzen.cite-ref-444[444]cite-ref-445[445]cite-ref-446[446]
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Hauptartikel
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Disput zwischen Trump und Selenskyj im WeiĂen Haus 2025
Am 14. April 2025 behauptete Trump bei einem Treffen mit dem Präsidenten El Salvadors Nayib Bukele, fĂźr die âMillionen von Totenâ seien âdrei Menschen verantwortlichâ: âSagen wir, Putin ist die Nummer eins, aber sagen wir, Biden, der keine Ahnung hatte, was zum Teufel er eigentlich tat, ist die Nummer zwei, und Selenskyj ist die Nummer dreiâ. Er warf Selenskyj erneut vor, den Krieg begonnen zu haben: Man beginne âkeinen Krieg gegen jemanden, der zwanzigmal so groĂ ist wie man selbstâ.cite-ref-447[447]
Ab Mai zeigte sich Trump vermehrt unzufrieden und forderte Putin auf, die Bombardierungen von Zivilisten zu stoppen. Von ihm initiierte Friedensverhandlungen fĂźhren zu nichts. Im Juli stellte er Putin ein Ultimatum fĂźr einen Waffenstillstand. Ohne Waffenstillstand gebe es hohe ZĂślle fĂźr Russlands Handelspartner.cite-ref-448[448]
Juristische Verfahren
Im ersten Halbjahr 2023 betrugen Trumps Anwaltskosten aufgrund laufender juristischer Verfahren ca. 40,2 Millionen US-Dollar.cite-ref-449[449]
Zivilklagen
Im Jahre 2023 waren zahlreiche Zivilklagen gegen Donald Trump persĂśnlich anhängig.cite-ref-450[450] Neben eher kleineren Verfahren, in denen es beispielsweise um Urheberrechtsverletzung o. ä. ging, gab es einige Verfahren, die eine weitere amerikanische Ăffentlichkeit interessierten. Diese sind im Folgenden aufgefĂźhrt.
Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Trump-Unternehmen
Trump und seine Unternehmen waren (Stand 2016) in Ăźber 3500 Gerichtsverfahren verwickelt, davon in 1900 als Kläger.cite-ref-451[451] Gegen seine ab 2005 angebotenen Managementkurse unter dem Namen âTrump Universityâ (siehe oben) leitete im selben Jahr der New Yorker Attorney General Ermittlungen âwegen Betriebs ohne Genehmigung und Täuschung der Kundenâ ein. Trump soll Kurse angeboten haben, bei denen keine Diplome erworben werden konnten, und trotzdem bis 2011 etwa 40 Millionen US-Dollar eingenommen haben. Der Attorney General Eric Schneiderman forderte das Geld zurĂźck. Trump benannte die âUniversitätâ in âTrump Entrepreneur Initiativeâ um.cite-ref-452[452] Schneiderman warf Trump 2013 vor, âseine BerĂźhmtheitâ genutzt und Menschen mit falschen Versprechen persĂśnlich in Werbespots beeinflusst zu haben, zehntausende US-Dollar auszugeben fĂźr Unterricht, den sie nie bekamen; es kam zu mehreren Klagen gegen ihn.cite-ref-453[453] Kurz nach der Präsidentschaftswahl erklärte sich Trump Mitte November 2016 in einer auĂergerichtlichen Einigung zur Zahlung von 25 Millionen US-Dollar bereit, sodass Ăźber 6000 Kursteilnehmer entschädigt werden konnten.cite-ref-454[454]
Im September 2016 erĂśffnete der New Yorker Generalstaatsanwalt ein Ermittlungsverfahren gegen die als gemeinnĂźtzig konzipierte Donald J. Trump Foundation wegen VerstĂśĂen gegen IRS-Regeln und unangemessenen Umgangs mit Spendengeldern. Unabhängige Untersuchungen ergaben, dass Trump seit 2008 nicht mehr in die Stiftung eingezahlt hat.cite-ref-455[455] Spendengelder Dritter gab Trump unter anderem fĂźr ein lebensgroĂes Porträt von sich selbst aus (20.000 US-Dollar), fĂźr eine von Tim Tebow signierte Football-AusrĂźstung (12.000 US-Dollar) sowie 2013 fĂźr eine illegale Zahlung (25.000 US-Dollar) an die Generalstaatsanwältin in Florida, Pam Bondi, die daraufhin die Ermittlungen gegen die Trump University in Florida einstellte.cite-ref-456[456]cite-ref-457[457] Am 24. Dezember 2016 kĂźndigte Trump an, die Foundation aufzulĂśsen und so mĂśgliche Konflikte mit seiner Rolle als US-Präsident zu vermeiden.cite-ref-458[458] Im Juni 2017 berichtete das Wirtschaftsmagazin Forbes, Trump habe Spenden, die seit 2011 an die gemeinnĂźtzige Stiftung seines Sohnes Eric zugunsten krebskranker Kinder gezahlt wurden, in sein eigenes Unternehmen gelenkt. Die Spenden seien nicht wie angekĂźndigt an ein Kinderkrankenhaus gegangen, sondern an die Trump Organization oder andere mit Trump verbundene Stiftungen, die das Geld fĂźr Veranstaltungen auf Trumps Golfplätzen ausgaben. Trump habe damit mutmaĂlich gegen Steuergesetze sowie Regelungen gegen Insichgeschäfte und Täuschung von Geldgebern verstoĂen.cite-ref-shifted-459-0[459] Im Juni 2018 hat der Bundesstaat New York Trump, seine SĂśhne Donald junior und Eric sowie seine Tochter Ivanka wegen der mutmaĂlich illegalen Verwendung von Geldern aus seiner Familienstiftung verklagt.cite-ref-460[460]cite-ref-461[461]cite-ref-462[462]
Im Februar 2024 wurde Trump in einem Zivilverfahren schuldig gesprochen, sein NettovermÜgen manipuliert zu haben. In dem Zusammenhang wurde Trump zu einer Zahlung von als 355 Millionen US-Dollar (mit Zinsen 450 Millionen Dollar) und zu einem dreijährigen Unternehmensverbot (das sich auf Geschäftstätigkeiten in New York bezieht) verurteilt. Neben Trump wurden auch dessen erwachsene SÜhne verurteilt, sie dßrfen jeweils fßr zwei Jahre kein Unternehmen in New York fßhren, zudem mßssen sie jeweils mehr als vier Millionen Dollar zahlen. Trump kßndigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.cite-ref-463[463]
Prozess ab 2022 wegen Steuerhinterziehung und Immobilienfalschbewertung
Der New Yorker Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance Jr. und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James begannen im März 2019 mit Ermittlungen gegen die Trump Organization u. a. wegen des Verdachts auf Banken- und Versicherungsbetrug, Steuerhinterziehung und Manipulation von Geschäftsergebnissen.cite-ref-464[464]cite-ref-465[465] Im Mai 2021 wurde die Trump Organization darßber informiert, dass die zivilrechtlichen Ermittlungen auf strafrechtliche Ermittlungen ausgeweitet worden waren (siehe unten).cite-ref-466[466]
Im September 2022 erhob die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James nach jahrelangen Ermittlungen Zivilklage gegen Donald Trump und gegen seine drei Kinder Don Jr., Eric und Ivanka wegen Finanzbetrugs. Trump bzw. die Trump Organization habe laut Klageschrift durch eine falsche Bewertung von Immobilien Trumps ReinvermĂśgen von 2011 bis 2021 fälschlich um Milliarden von US-Dollar aufgebläht, um Kredite zu erhalten und um weniger Steuern zu zahlen. Unter anderem habe er die Fläche seiner Wohnung im Trump Tower in New York drei Mal so groĂ wie in Wirklichkeit angegeben und sein Anwesen Mar-a-Lago in Florida auf 739 Millionen US-Dollar veranschlagt, obwohl dessen tatsächlicher Wert lediglich 28 Millionen betrage. James forderte mit der Zivilklage u. a. Geldstrafen in HĂśhe von insgesamt 250 Millionen US-Dollar.cite-ref-467[467]cite-ref-468[468] Da es sich um eine Verhandlung ohne Jury handelt, oblag das Urteil allein dem Richter. Es wurde erwartet, dass ungefähr 150 Zeugen aufgerufen wĂźrden und dass auch Trump selbst und seine volljährigen Kinder aussagen mĂźssten. In ĂuĂerungen gegenĂźber der Presse attackierte Trump den Richter Arthur Engoron als âSchurkenâ (rogue) und die Staatsanwältin James als âschreckliche Personâ.cite-ref-469[469]cite-ref-470[470]
Am 26. September 2023 erlieĂ das Gericht ein zusammenfassendes Urteil, in dem festgestellt wurde, dass Trump und sein Unternehmen die Werte seiner Immobilien und anderer VermĂśgen betrĂźgerisch ĂźberhĂśht angegeben und dadurch bessere Konditionen fĂźr Kredite und Versicherungen bekommen hat. Des Weiteren wurden in dem Urteil die Geschäftszertifikate im Staat New York fĂźr die Trump Organization eingezogen, was einer AuflĂśsung des Unternehmens gleichkommt.cite-ref-471[471]cite-ref-472[472] Am 6. Oktober 2023 wurde dem Einspruch durch Trump stattgegeben und die AuflĂśsung seines Unternehmens bis zum endgĂźltigen Urteil aufgeschoben.cite-ref-473[473] Bei der Aussage Trumps am 6. November 2023 kam es zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Trump und Richter Engoron. Trump antwortete auf dessen Fragen äuĂerst weitschweifig auch mit politischen AusfĂźhrungen, so dass dieser ihn zur Ordnung rief, mit dem Hinweis, dass dies eine Gerichtsverhandlung und keine politische Veranstaltung sei. Als dies nichts fruchtete, forderte Engoron schlieĂlich Trumps Anwalt auf, seinen Mandanten zu âkontrollierenâ, andernfalls werde er es tun. In einer anschlieĂenden Pressekonferenz beschrieb Trump die Verhandlung als eine Veranstaltung mit einer ârassistischenâ Generalstaatsanwältin, die âfĂźrchterlicheâ Bemerkungen gemacht habe. Die Gerichtsverhandlung sei ein âpolitischer Kampf, wie er Ăźblicherweise in Drittweltstaaten oder Bananenrepublikenâ stattfinde. In diesem MaĂe sei das noch nie da gewesen. Die amerikanische Ăffentlichkeit wĂźrde dies missbilligen. Die aggressiven ĂuĂerungen Trumps lieĂen einige Beobachter vermuten, dass dessen Anwälte seine Sache schon verloren gegeben hatten.cite-ref-474[474]
Am 16. Februar 2024 wurden Trump und seine Unternehmen zu einer Geldstrafe von 355 Millionen US-Dollar (mit Zinsen 456 Millionencite-ref-8-475-0[475]) verurteilt. Dies beinhaltete 168 Mio. US-Dollar durch den Betrug gesparte Zinsen, 126 Mio. Profit, den sie durch den betrĂźgerischen Vertrag Ăźber das Old Post Office in Washington D.C. erzielt hatten, und weitere 60 Mio. fĂźr die Profite aus dem Verkauf von Ferry Point in der Bronx. Die restliche Summe kommt durch die Zinsen darauf zu Stande.cite-ref-cnn-ny-civ-476-0[476]cite-ref-477[477] Des Weiteren mĂźssen seine SĂśhne Donald Jr. und Eric jeweils vier Millionen US-Dollar zahlen, der Finanzverantwortliche des Trump-Konzerns, Allen Weisselberg, eine Million. Ferner wurde im Urteil festgelegt, dass Trump und sein Unternehmen drei Jahre lang keine Kredite in New York aufnehmen dĂźrfen.cite-ref-478[478] Durch das Urteils werden in dem Unternehmen zwei unabhängige Inspektoren eingesetzt. Seine AuflĂśsung wurde entgegen dem zusammenfassenden Urteil nicht erlassen.cite-ref-cnn-ny-civ-476-1[476] Die Staatsanwältin kĂźndigte fĂźr den Fall der Uneinbringlichkeit der Geldstrafe an, einen entsprechenden Antrag zur Pfändung der VermĂśgenswerte Trumps zu stellen.cite-ref-479[479] Um in Berufung zu gehen, sollte Trump ursprĂźnglich eine Kaution in HĂśhe von 454 Millionen Dollar (ca. die HĂśhe des Betrags seines Betrugsurteils) hinterlegen. Die konnte er laut seiner Anwälte nicht aufbringen.cite-ref-8-475-1[475] Trump widersprach dem und behauptete, âfast 500 Millionen Dollar in Cashâ zu haben.cite-ref-480[480] Gleichzeitig rief er durch sein Wahlkampfteam zu Spenden auf.cite-ref-481[481] Da das US-Recht verbietet, bestimmte Wahlkampfspenden fĂźr persĂśnliche Ausgaben zu verwenden, suchte sein Wahlkampfteam nach Wegen, das Geld fĂźr die Bezahlung der Kaution zu verwenden.cite-ref-482[482] Im März 2024 gewährte das Gericht eine Reduzierung des Kautionsbetrags auf 175 Millionen US-Dollar.cite-ref-483[483] Trump nutzte die drohende Beschlagnahme in dem Verfahren zu einem Spendenaufruf mit der zugleich an Gericht und Staatsanwaltschaft gerichteten Aufforderung âLasst eure dreckigen Hände vom Trump Towerâ.cite-ref-484[484]
Prozess ab 2022 wegen KĂśrperverletzung und Verleumdung
Im November 2022 erhob die US-amerikanische Journalistin und Autorin E. Jean Carroll vor einem Gericht im Bundesstaat New York im Rahmen einer Zivilklage gegen Trump den Vorwurf, er habe sie im November 1995 oder April 1996 im New Yorker Kaufhaus Bergdorf Goodman vergewaltigt.cite-ref-7-485-0[485] Weil im Jahr 2022 die Verjährung von Sexualstraftaten aufgehoben wurde, konnte Carroll die Klageschrift wegen KĂśrperverletzung einreichen. Zuvor konnte sie Trump nur wegen Verleumdung verklagen. Er behauptete 2019, Carroll lĂźge und wolle nur Geld haben.cite-ref-486[486] Die Klage lautete letztlich auf KĂśrperverletzung (âbatteryâ) und Verleumdung. Zu Prozessbeginn erläuterte Richter Lewis A. Kaplan den Geschworenen, dass fĂźr einen Zivilprozess schon ein âsanftes, aber ungewolltes KĂźsschen auf die Wangeâ eine KĂśrperverletzung darstelle.cite-ref-7-485-1[485] Der Richter stellte den Geschworenen drei potenzielle Vergehen zur Auswahl, darunter Vergewaltigung und sexueller Missbrauch, auf die sie die vorgelegten Beweise prĂźfen sollten. Am 9. Mai 2023 wurde Trump daher wegen sexuellen Missbrauchs und Verleumdung zu fĂźnf Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt. Trumps Anwälte legten dagegen Rechtsmittel ein.cite-ref-487[487] Am Tag nach dem erlassenen Urteil äuĂerte sich Trump im TV-Interview und den sozialen Netzwerken erneut Ăźber Carroll.cite-ref-488[488] Daraufhin erhob sie erneut VorwĂźrfe vor Gericht und forderte eine Entschädigung von zehn Millionen US-Dollar.cite-ref-489[489] Am 6. September 2023 erklärte das Gericht, dass in dem Verfahren, das im Januar 2024 beginnen sollte, nur noch die HĂśhe der Zahlungen festgelegt wĂźrde, da es in einem zusammenfassenden Urteil die Schuld Trumps als bewiesen ansah.cite-ref-490[490] In dem Verfahren wurde Trump dann zur Zahlung von insgesamt 83,3 Millionen US-Dollar verurteilt, wobei 7,3 Millionen fĂźr die emotionalen Schäden, 11 Millionen fĂźr die Schäden an der Reputation von Carroll und 65 Millionen als Strafschadensersatz zuerkannt wurden.cite-ref-491[491] Trump ging hiergegen in Berufung.cite-ref-492[492] Ende Dezember 2024 wurde das Urteil, bei einer Summe von rund fĂźnf Millionen Dollar, vom United States Court of Appeals for the Second Circuit bestätigt.cite-ref-493[493]cite-ref-494[494]
Strafrechtliche Klagen
Verurteilung: Steuerbetrug 2022/23
Am 1. Juli 2021 erhob der New York County Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance Jr. Anklage gegen die Trump Organization wegen Steuerhinterziehung Ăźber 15 Jahre, Bilanzfälschung, Komplotts und schweren Diebstahls.cite-ref-495[495] Donald Trump wurde dabei nicht persĂśnlich angeklagt.cite-ref-496[496]cite-ref-497[497]cite-ref-498[498] Im Oktober 2022 begann ein Strafprozess, der von Vanceâ Nachfolger Alvin Bragg angestrengt wurde. Am 6. Dezember 2022 wurde die Trump-Organisation in 17 Anklagepunkten, darunter wegen Steuerbetrugs, fĂźr schuldig befunden und am 13. Januar 2023 zur Zahlung von 1,6 Millionen US$ verurteilt. Es handelte sich um die erste strafrechtliche Verurteilung von einem Unternehmen Trumps.cite-ref-499[499]cite-ref-500[500]
Verurteilung: Fälschung von Geschäftsunterlagen
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Hauptartikel
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The People of the State of New York v. Donald J. Trump
Am 30. März 2023 stimmte am New York Supreme Court eine Grand Jury fĂźr die Zulassung von Ăźber dreiĂig Anklagepunkten u. a. im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels.cite-ref-501[501] Schweigegeldzahlungen sind in den USA erlaubt, nicht aber ihre Verschleierung in Bilanzen und die Verwendung von Wahlkampfgeldern in eigener Sache.cite-ref-502[502] Trump ist damit der erste ehemalige US-Präsident, gegen den Anklage erhoben wurde.cite-ref-503[503] Am 4. April 2023 wurde die Anklageschrift in Anwesenheit Trumps verlesen, womit 34 Anklagepunkte Ăśffentlich wurden;cite-ref-504[504] Trump bekannte sich ânicht schuldigâ in allen Punkten. Trump nahm dazu schriftlich Stellung: âDas ist politische Verfolgung und Wahlbeeinflussung auf dem hĂśchsten Niveau der Geschichte.âcite-ref-505[505] FĂźhrende Republikaner im Repräsentantenhaus wie der Fraktionsvorsitzende Steve Scalise, die Vorsitzende der House Republican Conference Elise Stefanik und der Vorsitzende des Justizausschusses Jim Jordan griffen die Anklageerhebung an. Der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses Kevin McCarthy kĂźndigte an, Alvin Bragg als zuständigen Staatsanwalt des Bundesstaates New York zur Verantwortung zu ziehen.cite-ref-506[506] Der Prozess begann am 15. April 2024.cite-ref-507[507] Am 30. Mai 2024 wurde Trump von den Geschworenen in allen 34 Anklagepunkten in erster Instanz schuldig gesprochen.cite-ref-508[508] Es ist das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein ehemaliger Präsident wegen einer Straftat verurteilt wurde.cite-ref-509[509] Trumps Anwalt kĂźndigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen, sobald das StrafmaĂ verkĂźndet wird.cite-ref-510[510]
Nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten infolge eines anderen Prozesses gegen Trump (wegen des Vorwurfs der Behinderung der AmtsĂźbergabe) am 1. Juli 2024 entschieden hatte, dass Präsidenten fĂźr offizielle Handlungen Immunität genieĂen,cite-ref-511[511] beantragten Trumps Anwälte noch am gleichen Tag die Aussetzung des Schuldspruchs und Verlegung des auf den 11. Juli 2024 terminierten Strafausspruchs. Sie beantragten auĂerdem die Zulassung eines Antrags, das Verfahren abzuweisen.cite-ref-512[512] Der Richter Alvin Braggs entschied daraufhin, dass der Termin zur Verhandlung Ăźber die StrafhĂśhe einstweilen auf den 18. September 2024 verschoben wird, zuvor sollte bis zum 6. September 2024 entschieden werden, ob das Verfahren als Ganzes wegen der Immunität abzuweisen sei.cite-ref-513[513] Der Attorney General von Missouri, Andrew Bailey, stellte direkt beim U. S. Supreme Court den Antrag, dass der Verhandlungstermin fĂźr den Strafausspruch nach den Wahlen im November 2024 terminiert und das Redeverbot aufgehoben werden soll.cite-ref-514[514] Der Termin zur UrteilsverkĂźndung wurde zunächst auf den 26. November 2024 terminiert, da der zuständige Richter den Eindruck vermeiden wollte, durch die Entscheidung Einfluss auf die Wahl zu nehmen.cite-ref-515[515]cite-ref-516[516] Mehrfach wurde der Termin verschoben, schlussendlich aber auf den 10. Januar 2025 festgelegt. Trumps Rechtsanwälte scheiterten mit dem Versuch, eine erneute Verlegung zu erreichen.cite-ref-517[517] Auch eine Beschwerde beim Supreme Court gegen die Terminierung blieb schlussendlich erfolglos.cite-ref-518[518]
Anklage: Umgang mit offiziellen Unterlagen
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Hauptartikel
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Anklage gegen Donald Trump wegen des Umgangs mit offiziellen Unterlagen
Als Trump nach dem Ende seiner Amtszeit Regierungsdokumente mit hÜchster Geheimhaltungsstufe mit in sein privates Anwesen in Mar-a-Lago nahm, begannen Ermittlungen auf Bundesebene gegen ihn, auf die im Jahr 2022 eine FBI-Untersuchung bzw. Razzia in einem seiner Wohnsitze folgte. Das US-Justizministerium setzte den Sonderermittler Jack Smith ein, um diese Ermittlungen zu beaufsichtigen. Während der Ermittlungen sagte Trumps ehemaliger Stabschef Mark Meadows gegen Trump aus.cite-ref-519[519] Im Juni 2023 wurde Trump nach einer Entscheidung einer Grand Jury wegen des Umgangs mit Dokumenten, die als geheim erklärt wurden, in 37 Punkten auf Bundesebene angeklagt. Zu den vor einem Bundesgericht erhobenen Anklagepunkten des US-Justizministeriums gehÜren die unbefugte Aufbewahrung nationaler Sicherheitsdokumente, vorsätzliches Zurßckhalten von Dokumenten, Behinderung der Justiz, Missachtung des Gerichts, Falschhandhabung von Dokumenten, Falschaussage und kriminelle VerschwÜrung. Trump ist damit der erste ehemalige US-Präsident, der auf Bundesebene angeklagt wurde.cite-ref-520[520]cite-ref-521[521] Am 21. Juli 2023 gab die zuständige Bundesrichterin Aileen Cannon, die von Trump selbst im Jahr 2020 zur Bundesbezirksrichterin fßr Sßdflorida nominiert worden war,cite-ref-522[522]cite-ref-9-523-0[523] bekannt, dass der Prozess am 20. Mai 2024 beginnen solle.cite-ref-524[524] Am 15. Juli 2024 stellte sie das Strafverfahren ein.cite-ref-9-523-1[523]
Anklage: Behinderung der AmtsĂźbergabe
Am 1. August 2023 stimmte eine Grand Jury in Washington, D.C. einer Anklage Ăźber die Behinderung der AmtsĂźbergabe an Joe Biden nach der Wahl 2020 mit vier Anklagepunkten zu. Dabei betreffen drei Anklagepunkte eine VerschwĂśrung und ein weiterer die Behinderung eines offiziellen Aktes. Anders als in vorhergehenden Anklagen ist Trump der einzig benannte Angeklagte in der Anklageschrift, jedoch werden sechs MitverschwĂśrer erwähnt.cite-ref-525[525]cite-ref-526[526] Trump kritisierte in einer Stellungnahme die Anklage als âfakeâ und dass die âGesetzlosigkeit der Verfolgung an Nazi-Deutschland in den 1930er-Jahren, die ehemalige Sowjetunion und andere autokratische, diktatorische Regime erinnertâ.cite-ref-527[527] Im Dezember 2023 wurde die Prozessvorbereitung unterbrochen, nachdem Trump politische Immunität geltend gemacht hatte. Der Sonderermittler versuchte daraufhin eine direkte Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten zu erwirken, der dies jedoch ablehnte.cite-ref-528[528]cite-ref-529[529] Daraufhin wurde der Fall vom Appeals Court in Washington entschieden, der in einer Entscheidung am 6. Februar 2024 das Argument fĂźr ungĂźltig erklärte.cite-ref-530[530]cite-ref-531[531] Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied am 1. Juli 2024 aufgrund der dagegen eingelegten Revision, dass Trump fĂźr offizielle Handlungen Immunität genieĂe, aber nicht fĂźr inoffizielle; die Abgrenzung muss im anstehenden Prozess getroffen werden.cite-ref-532[532]
Anklage: Versuchte Wahlbeeinflussung in Georgia
Im August 2023 stimmte eine Grand Jury in Fulton County in Georgia fĂźr eine Anklage gegen eine 19 Personen umfassende Gruppe, zu der auch Trump gehĂśrt. Der Gruppe wird eine VerschwĂśrung zur Beeinflussung des Ergebnisses der US-Präsidentschaftswahl 2020 im Bundesstaat Georgia vorgeworfen, âum rechtswidrig den Ausgang einer Wahl zugunsten von Trump zu verändernâ. Die Anklageschrift lastet Trump 13 GesetzesverstĂśĂe an. Insgesamt nennt die Anklageschrift 41 Anklagepunkte.cite-ref-533[533]cite-ref-534[534] Am 24. August wurde Trump daher im Gefängnis von Fulton County erkennungsdienstlich behandelt. Dabei wurde erstmals in der Geschichte der USA ein Mugshot von einem ehemaligen US-Präsidenten aufgenommen. Um wieder freigelassen zu werden, musste Trump 200.000 US-Dollar als BĂźrgschaft hinterlegen.cite-ref-535[535] Das Polizeifoto (Trump Mugshot) vermarktete Trump unter anderem als Druck auf T-Shirts und kehrte damit auf die Plattform X bzw. Twitter zurĂźck.cite-ref-536[536]cite-ref-537[537] Mit Sidney Powell, Jenna Ellis und Kenneth Chesebro bekannten sich im Oktober 2023 drei frĂźhere Anwälte von Trump, die im Wahlbetrugsverfahren in Georgia mitangeklagt sind, verschiedener Vergehen fĂźr schuldig.cite-ref-538[538]cite-ref-539[539]cite-ref-540[540]
Präsidentschaftskandidatur 2024
Vorwahl
Im November 2022 kĂźndigte Trump seine erneute Kandidatur fĂźr die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2024 an. Im Rahmen des Wahlkampfs nahm Trump als erster (ehemaliger) Präsident in der Geschichte der USA am March for Life teil und diente sich damit den nach Schätzung bis zu 70 Millionen strenggläubigen evangelikalen Wählern, die Abtreibungsgegner sind, an, obwohl er sich in der Vergangenheit wiederholt fĂźr das Recht auf Abtreibung ausgesprochen hatte. Die vier Strafverfahren gegen Trump sind aus Sicht vieler amerikanischer Christen kein Makel, sondern ein Zeichen dafĂźr, dass Trump ein Gottesgesandter sei, der sich den angeblichen âMächten des BĂśsenâ (in Personifikation der Regierung Biden, die sich fĂźr eine Legalisierung von SchwangerschaftsabbrĂźchen einsetzt) entgegenstellt. Trump, der in Interviews keine einzige Bibelstelle zitieren konnte, griff diesen Glauben auf, indem er in Zusammenarbeit mit Lee Greenwood begann, Bibeln zu verkaufen, und ein KI-Bild von sich im Internet teilte, das ihn auf einer Anklagebank zeigt, während Jesus neben ihm sitzt und ihm beisteht.cite-ref-542[542]cite-ref-543[543]
UnterstĂźtzer
Wesentlicher UnterstĂźtzer eines republikanischen Präsidentschaftskandidaten bei den Wahlen 2024 ist die Heritage Foundation, hinter der 80 Thinktanks und Lobbygruppen stehen. Unter dem Project 2025 sieht die Heritage Foundation die Umgestaltung der US-amerikanischen Ministerien im Falle eines Sieges der Republikaner vor.cite-ref-544[544] ÂŤProject 2025Âť ist auf die umfassende Verkleinerung der Administration ausgerichtet; zudem steht es dem Freihandel, der UnterstĂźtzung des Ukraine-Krieges oder der transatlantischen Partnerschaft distanziert gegenĂźber. ĂberwĂślbt wird es von der Feindschaft gegenĂźber dem die Weltmacht anstrebenden China sowie der Abneigung gegen internationale Organisationen wie die Uno oder die Europäische Union.cite-ref-545[545]
Diane Hendricks hat im Zeitraum 2023â2024 fĂźnf Millionen US-Dollar an die Lobbygruppe Make America Great Again gespendet; grĂśĂter Einzelspender an diese Gruppe ist jedoch mit Stand Juli 2024 Timothy Mellon mit 76,5 Millionen US-Dollar.cite-ref-546[546] Im Mai 2024, während des gegen Trump laufenden Prozesses wegen Fälschung von Geschäftsunterlagen, verbuchte Trump Spendeneinnahmen in HĂśhe von 141 Millionen US-Dollar, die sich aus mehr als zwei Millionen Einzelspenden zusammensetzten.cite-ref-547[547]
UnterstĂźtzt wird Trump vom frĂźheren Astronauten Buzz Aldrin, dem frĂźheren NFL-Quarterback Brett Favre, Dana White, Mel Gibson, Dennis Quaid, Roseanne Barr, den Musikern Kid Rock, Amber Rose, Jason Aldean und Azealia Banks, dem Psychologen âDr.Philâ Phil McGraw, Elon Musk und Steve Wynn. Zu seinen GroĂspendern gehĂśren Bill Ackman, Marc Andreessen, Linda McMahon, Diane Hendricks, Miriam Adelson, Kelcy Warren, Richard Uihlein, Kelly Loeffler, Bernard Marcus, Andrew Beal, Cameron und Tyler Winklevoss, Roger Penske sowie der Boxpromoter Don King und die NASCAR-Fahrerin Danica Patrick.cite-ref-548[548]
Verfahren gegen seine Wählbarkeit laut 14. Zusatzartikel zur Verfassung
Der 14. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten (14th Amendment) wurde nach dem Ende des Amerikanischen Bßrgerkriegs verabschiedet. Er regelt neben den Bßrgerrechtsklauseln im dritten Abschnitt den Umgang mit verfassungsbrßchigen Amtsträgern. Er verbietet ehemaligen und aktiven Amtsträgern, die einen Eid auf die Verfassung der Vereinigten Staaten leisteten, ein Amt auszußben, nachdem sie an einem gegen die Vereinigten Staaten oder ihre Institutionen gerichteten Aufstand oder einer entsprechenden Revolte teilnahmen. Dies sollte jenen, die im Bßrgerkrieg auf Seiten der KonfÜderierten gegen die Vereinigten Staaten gekämpft hatten, die Amtsausßbung verbieten. Da sie zuvor einen Eid auf die Verfassung abgelegt hatten, galten sie als eidbrßchige Verräter. Seitdem wurde der Zusatzartikel dreimal angewendet.cite-ref-549[549]
Gegner der erneuten Kandidatur Trumps bei der Präsidentschaftswahl 2024, die sich in der Organisation Free Speech for People zusammenschlossen, versuchten aufgrund dieses Verfassungszusatzes Trumps dritte Kandidatur zu verhindern. Sie reichten in mehreren Bundesstaaten Petitionen ein, um seine Nominierung zu verhindern. Absehbar war, dass dieser Prozess vor dem Obersten Gerichtshof der USA verhandelt werden wßrde. Dieses ist von Konservativen dominiert, doch wurde auch von Seiten einiger konservativer streng originalistisch denkender Juristen der Federalist Society argumentiert, dass schon ein Urteil eines einfachen Richters Trumps erneute Kandidatur verhindern kÜnne.cite-ref-550[550]
Am 19. Dezember 2023 urteilte der Colorado Supreme Court, dass sich Trump an einem Aufstand beteiligt hatte, was auch ohne strafrechtliche Verurteilung bewiesen sei. Damit kÜnne er in Colorado kein Kandidat werden. Die Entscheidung werde erst Januar 2024 rechtskräftig, um Trump Zeit zu geben, beim Obersten Gerichtshof der USA Berufung einzulegen.cite-ref-551[551] Mitte Dezember 2023 waren in Alaska, Arizona, Michigan, Nevada, New Jersey, New Mexico, New York, Oregon, South Carolina, Texas, Vermont, Virginia, West Virginia, Wisconsin und Wyoming Verfahren gegen Trumps Wählbarkeit anhängig.cite-ref-552[552]
Offizieller Kandidat der Republikaner
Trump wurde am 15. Juli 2024 auf der Republican National Convention zum offiziellen Kandidaten der Republikanischen Partei bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 ernannt und der frßhere Trump-Kritiker JD Vance als Trumps Running Mate vorgestellt. Sein Wahlprogramm nannte er Agenda 47, weil er nach seiner Wahl der 47. Präsident der Vereinigten Staaten ist.cite-ref-555[555]
Attentatsversuche 2024
Attentatsversuch am 13. Juli 2024
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Hauptartikel
:
Attentat auf Donald Trump
Am 13. Juli 2024 um 18:11 Uhr Ortszeit (UTCâ4) kam es während einer Wahlkampfveranstaltung in Butler (Pennsylvania), zu einem Attentat auf Donald Trump durch Thomas Matthew Crooks. Trump Ăźberlebte den Schusswaffenanschlag mit Verletzungen am rechten Ohr. Eine andere Person wurde vom Täter getĂśtet, mindestens zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Der Täter wurde vom Secret Service erschossen.cite-ref-556[556]cite-ref-557[557]
Attentatsversuch am 15. September 2024
Bei dem Attentatsversuch am 15. September 2024 auf Trumps Golfplatz in Florida blieb Trump unverletzt. Der Secret Service griff ein, bevor Schßsse auf den frßheren Präsidenten abgegeben werden konnten. Ein Verdächtiger entkam zunächst, er wurde auf der nahen Autobahn gestellt und festgenommen.cite-ref-558[558]cite-ref-559[559]
Versuch der Einflussnahme auf das Wahlrecht
Im September 2024 scheiterte der Versuch Trumps, das Wahlrecht des Bundesstaats Nebraska durch Wiedereinfßhrung des 1992 abgeschafften Winner-take-all-Prinzipscite-ref-560[560] zu ändern und so auf die Zusammensetzung des 538-kÜpfigen Electoral College entscheidend Einfluss zu nehmen.cite-ref-561[561] Im April 2024 war der bis dahin demokratische Abgeordnete Mike McDonnell zu den Republikanern ßbergelaufen.cite-ref-562[562] Entgegen der Anstrengungen Trumps weigerte sich dieser mit der Begrßndung Es erschien mir einfach nicht fair, die Wahlregeln kurz vor den Präsidentschaftswahlen zu ändern.cite-ref-563[563]cite-ref-564[564]
Wahlsieg 2024 und Präsidentschaftsßbergang
Nach Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024 und dem damit verbundenen Präsidentschaftsßbergang hat das republikanische Parteiestablishment auf die Zusammenstellung von Trumps zweiter Regierung praktisch keinen Einfluss. Laut Politico sind es stattdessen Trumps langjährige Beraterinnen Susan Wiles und Linda McMahon, Trumps ältester Sohn Donald Trump Jr., Trumps Running Mate bzw. der designierte Vizepräsident JD Vance, die ehemalige demokratische Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard, der Multiunternehmer Elon Musk, der Finanzunternehmer Howard Lutnick und der frßhere Demokrat Robert F. Kennedy Jr.cite-ref-565[565]cite-ref-566[566] Das Trump-Lager hatte wiederum keinen Einfluss auf die parteiinterne Wahl des Mehrheitsfßhrers im Senat; so fiel der von ihnen favorisierte Kandidat Rick Scott bereits im ersten Wahlgang aus dem Rennen; gewählt wurde mit John Thune ein Republikaner, der zuvor sowohl als Trump-Kritiker als auch als sein Unterstßtzer aufgefallen war.cite-ref-567[567]
Weil die republikanische Partei bei den Senatswahlen die absolute Mehrheit erlangte und bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus diese behielt, setzt sich der Kongress mindestens bis zum Jahr 2027 aus einer republikanischen Mehrheit zusammen, mit der Trump in seiner zweiten Amtszeit die US-amerikanische Politik leiten, gestalten und verantworten kann.cite-ref-568[568] Lediglich bei Ănderungen der Verfassung wäre er bzw. seine Regierung auf eine Zweidrittelmehrheit und damit auf Stimmen aus der Demokratischen Partei angewiesen.
Im November 2024 schlug Trump Marco Rubio als AuĂenminister, Mike Waltz als Nationalen Sicherheitsberater, Susie Wiles als Stabschefin im WeiĂen Haus, Pete Hegseth als Verteidigungsministercite-ref-569[569] und Linda McMahon als Bildungsministerin sowie den Fernseharzt Mehmet Oz als Chef der Gesundheitseinrichtungen Medicare und Medicaid und Sean Duffy als Verkehrsminister vor.cite-ref-570[570]cite-ref-571[571] Zudem nominierte Trump den Hedgefonds-Manager und Investorcite-ref-572[572] Scott Bessent als Finanzminister.cite-ref-573[573]cite-ref-574[574] Nachdem der von ihm als Justizminister vorgeschlagene Matt Gaetz wegen VorwĂźrfen sexuellen Fehlverhaltens und illegalen Drogenkonsums auf eine Kandidatur verzichtet hatte,cite-ref-575[575] benannte Trump die ehemalige Staatsanwältin Pam Bondi fĂźr dieses Amt.cite-ref-576[576] Russell Vought soll der neue Haushaltsdirektor werden; des Weiteren ist Lori Chavez-DeRemer als Arbeitsministerin und Janette Nesheiwat als Sanitätsinspekteurin der Vereinigten Staaten vorgesehen.cite-ref-577[577] Mit Massad Boulos machte Trump den Schwiegervater seiner Tochter Tiffany Trump zu seinem Berater fĂźr den Nahen Osten.cite-ref-578[578] Anfang Dezember 2024 äuĂerte Trump, dass er entgegen vorheriger AnkĂźndigungencite-ref-579[579] an Jerome Powell als Chef der Federal Reserve voraussichtlich festhalten wolle.cite-ref-580[580]cite-ref-581[581]
Im Dezember 2024 bot Trump an, die US-amerikanische Unterstßtzung fßr die Ukraine in Form von Waffenlieferungen aufrechtzuerhalten, wenn die mit den USA verbßndeten europäischen Staaten ihr Verteidigungsbudget auf 5 % ihres jeweiligen Bruttoinlandsprodukts anheben.cite-ref-582[582]cite-ref-583[583]
Im Zeitraum zwischen Wahl und Amtsbeginn machte Trump expansionistische Aussagen bezßglich des Panamakanals, GrÜnland und Kanada; er empÜrte sich ßber die Durchfahrtgebßhren des Kanals und drohte fßr den Fall, dass diese nicht gesenkt werden, mit militärischen oder Ükonomischen Konsequenzen.cite-ref-584[584]cite-ref-10-585-0[585]
Siehe auch
:
Beziehungen zwischen Panama und den Vereinigten Staaten
Er erklärte auĂerdem, dass es im Interesse der nationalen und Ăśkonomischen Sicherheit der USA sei, Kontrolle Ăźber das zum KĂśnigreich Dänemark gehĂśrige GrĂśnland zu erlangen, und schloss dabei die Anwendung von militärischen oder Ăśkonomischen Mitteln nicht aus.cite-ref-586[586]cite-ref-587[587] Anfang Januar 2025 reiste Trumps Sohn, Donald Trump Jr., nach GrĂśnland. Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit Interesse am Kauf GrĂśnlands bekundet, war jedoch von den grĂśnländischen und dänischen BehĂśrden zurĂźckgewiesen worden.cite-ref-588[588]cite-ref-589[589]
Siehe auch
:
Beziehungen zwischen GrĂśnland und den Vereinigten Staaten
Ende November 2024 hatte Trump angekĂźndigt, Importe aus Kanada mit einem Zollsatz von 25 Prozent zu belegen. Bei einem Treffen mit dem kanadischen Premier Justin Trudeau sagte Trump: âWenn Kanada mit den USA fusionieren wĂźrde, gäbe es keine ZĂślle, die Steuern wĂźrden deutlich sinken und sie wären vollständig sicher vor der Bedrohung durch russische und chinesische Schiffe, die sie ständig umgebenâ.cite-ref-590[590]cite-ref-591[591] Wenn Kanada die erhĂśhten ZĂślle nicht verkraften kĂśnne, solle es 51. US-Bundesstaat werden, so Trump. Nach dem Treffen mit Trudeau sagte Trump, er habe gemeinsam mit einem Gouverneur zu Abend gegessen (âGouverneurâ ist in den USA die Amtsbezeichnung fĂźr die Regierungschefs der einzelnen Bundesstaaten).cite-ref-592[592] Trudeau selbst sowie Ontarios Premier Doug Ford lehnten Trumps Ansinnen entschieden ab. Nach einer Umfrage des Instituts LĂŠger vom Dezember 2024 befĂźrworteten lediglich 13 Prozent der befragten Kanadier einen Beitritt zu den USA, 82 Prozent lehnten ihn ab.cite-ref-593[593]
Siehe auch
:
Beziehungen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten
Zweite Präsidentschaft
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Hauptartikel
:
Zweite Präsidentschaft von Donald Trump
Trump ist neben Grover Cleveland bisher der zweite Präsident, dessen Amtszeiten nicht direkt aufeinander folgten. Seine zweite Präsidentschaft begann mit seiner zweiten Amtseinfßhrung am 20. Januar 2025 und endet voraussichtlich am 20. Januar 2029 mit der Amtseinfßhrung seines Nachfolgers. Parallel dazu wurde sein zweites Kabinett vereidigt.
Siehe auch
:
Proteste gegen Donald Trump seit 2024
Rezeption
Verhältnis zu den Medien
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Hauptartikel
:
Donald Trumps Umgang mit den Medien
Zahlreiche Wahlforscher und Nachrichtenmedien waren vom Wahlsieg Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten im Jahr 2016 Ăźberrascht. Viele eher linke Medien hatten vor der Wahl vor allem kritisch Ăźber ihn berichtet, während Hillary Clinton allgemein hĂśhere Siegchancen zugerechnet worden waren. Trump war wegen seiner weithin als rassistisch und sexistisch bezeichneten ĂuĂerungen mitunter als unwählbar betrachtet worden. Der Journalismus-Professor Jeff Jarvis bezeichnete Trump als âein Produkt der US-Medienâ und machte sie wegen ihrer ausgiebigen Berichterstattung mitverantwortlich fĂźr dessen Erfolg. Viele Journalisten hätten âdie BĂźrger aus den Augen verlorenâ und eine Kluft entstehen lassen.cite-ref-594[594] Der Medienwissenschaftler Bernhard PĂśrksen verweist im Verhältnis von Trump zu Fox News Channel auf Langzeitrecherchen von The New Yorker und der New York Times, wonach beide Seiten einander Hinweise auf vermeintliche Skandale und angebliche VerschwĂśrungen unter anderem zwecks Diffamierung von Gegnern zuspielen. Trump kommentiere einzelne Sendungen in Echtzeit auf Twitter; seine Ăźber 87 Millionen Follower wirkten als Quotentreiber fĂźr Fox News.cite-ref-595[595]
Der Historiker und Journalist Tim Stanley sieht den Wahlerfolg Trumps vor allem in seiner im Vergleich zu Clinton grĂśĂeren Präsenz in den Social Media wie Facebook, Instagram und vor allem Twitter begrĂźndet, zumal die Mehrheit der BĂźrger aus diesen hauptsächlich ihre Informationen beziehe. Dies nutzte er, um die Fernseh-Berichterstattung Ăźber ihn in den von ihm verachteten Mainstream-Medien zu manipulieren. Prägend fĂźr sein offensives Auftreten gegen kritische Presse war der Anwalt und Rechtsberater von Joe McCarthy, Roy Cohn, den er 1973 kennenlernte.cite-ref-596[596] Dieser war es auch, durch den Trump im Jahr 1979 Roger Stone kennenlernte, der wiederum seitdem gelegentlich, unter anderem als Lobbyist, fĂźr Trump arbeitete,cite-ref-2-597-0[597] später Berater der Trump-Präsidentschaftskampagne wurde und von Präsident Trump begnadigt wurde, nachdem er zu 40 Monaten Haft verurteilt worden war, weil er im Zuge der FBI-Sonderermittlungen zu Trumps Wahlkampf als Zeuge unter anderem falsch ausgesagt hatte.
Viele Kommentatoren sorgen sich um die Meinungs- und Pressefreiheit während Trumps Präsidentschaft; so sagte der Pulitzer-Preisträger David Maraniss im November 2016, Trump habe âeinen Hass freigesetzt, der sich nun teilweise auf den StraĂen zeigt, und das ist extrem gefährlich.âcite-ref-598[598] Trump forderte unter anderem, das Prinzip des Quellenschutzes im Journalismus aufzuheben. Er bezeichnete Journalisten und bestimmte Medien vielfach als âkorruptâ oder âverlogenâ; sie seien die âeigentliche Oppositionâ und âFeindeâ seiner Regierung und des Volkes (âenemy of the peopleâ). Trump verhielt sich bei Pressekonferenzen mehrfach ausfällig und lieĂ kritische Medien teilweise ausschlieĂen.cite-ref-599[599] Er griff einige Journalisten persĂśnlich an, die kritisch berichtet oder gefragt hatten, im Präsidentschaftswahlkampf etwa Megyn Kelly (siehe SexismusvorwĂźrfe) und Serge F. Kovaleski, Ăźber dessen KĂśrperbehinderung sich Trump durch Nachäffen lustig gemacht hatte. Ende Juni 2017 tweetete Trump vulgär gegen Mika Brzezinski und Joe Scarborough, die in ihrer MSNBC-Sendung Morning Joe Kritik an Trump geäuĂert hatten. Sie erklärten, ein enger Berater Trumps habe ihnen einen schädigenden Zeitungsartikel angedroht, wenn sie sich nicht bei Trump entschuldigen wĂźrden. Trump lieĂ das dementieren.cite-ref-600[600] Zudem forderte Trump, dass die BundesbehĂśrden die New York Times und die Washington Post abbestellen.cite-ref-601[601] Manche sehen in Trumps polarisierender Politik eine Chance zum Erstarken der Demokratie. So gewann die New York Times von Herbst 2016 bis Februar 2017 Ăźber 275.000 Abonnenten dazu; auch die Washington Post und der New Yorker gewannen Abonnenten und stellten Personal unter anderem fĂźr Recherche ein.cite-ref-602[602]
Ein Tweet am 31. Mai 2017 kurz nach Mitternacht Ăźber die âconstant negative press covfefeâ sorgte fĂźr weltweite Aufmerksamkeit und Spott und wurde sechs Stunden später gelĂśscht; vermutlich ist die Zeichenfolge âcovfefeâ, die zum Internetphänomen wurde, ein Schreibfehler fĂźr âcoverageâ (âständige negative Presseberichterstattungâ).cite-ref-603[603] Einige Medien berichteten, dass Trump häufig unberaten twittere, während er nachts allein Fernsehen schaue, und dabei Sprachregelungen des WeiĂen Hauses untergrabe,cite-ref-604[604] was auch rechtliche Konsequenzen haben kann, da sich Trump in seinen Tweets ungefiltert zu Themen äuĂert, die Gegenstand von Ermittlungen sind.cite-ref-605[605] Trump warf den Mainstream-Medien am 6. Juni 2017 in einem Tweet vor, seine Nutzung von Social Media verhindern zu wollen, da sie es âhassenâ wĂźrden, dass er âdie aufrichtige und ungefilterte Botschaftâ Ăźberbringe.cite-ref-606[606] Trump verĂśffentlichte im Juli 2017 ein Video, in dem er Vince McMahon wiederholt ins von einem CNN-Logo Ăźberblendete Gesicht schlägt, das ursprĂźnglich aus einer Wrestling-Storyline Trumps von 2007 stammt. CNN bezeichnete dies als Aufforderung zur Gewalt. Der republikanische Senator Ben Sasse warnte Trump daraufhin, nicht Misstrauen als Waffe einzusetzen (âto weaponize distrustâ), was die verfassungsmäĂig verbriefte Meinungsfreiheit gefährde.cite-ref-607[607] Ende September 2017 waren in einer Quinnipiac-Umfrage 69 zu 29 Prozent der Amerikaner der Ansicht, Trump solle mit dem Twittern aufhĂśren.cite-ref-608[608]
Eine Studie der Harvard Kennedy School ergab, dass Trump in den ersten 100 Tagen Gegenstand von 41 Prozent aller Nachrichtenberichte im nationalen Fernsehen gewesen war, dreimal mehr als jeder Präsident zuvor, von denen 80 Prozent negativ ausgefallen waren (52 Prozent beim konservativen Nachrichtensender Fox News, 93 Prozent bei CNN und NBC und 98 Prozent bei der ARD, die wie viele andere ausländische Medien besonders häufig die Frage der Amtsfähigkeit Trumps aufwarf).cite-ref-609[609] Im Jahr 2017 dominierte Trump die Ăźber 2,8 Milliarden politischen Tweets aus den USA extrem; er war an allen auĂer 17 Tagen des Jahres das wichtigste Thema, zudem in jeder Woche bei jeder Nutzergruppe (konservative und linke Aktivisten sowie Washingtoner Eliten). Trump kam demnach 2017 in Ăźber 901 Millionen Tweets vor, in mehr als doppelt so vielen wie 2016 und zehnmal so vielen wie Obama in seinem letzten Amtsjahr.cite-ref-610[610] Der Journalist David Frum wies im Dezember 2017 darauf hin, dass der konservative Mainstream sich mit Trump arrangiert habe. So vertraten von den 21 konservativen Kommentatoren des National Review, die Anfang 2016 Never Trump (niemals Trump) gefordert hatten, nur noch sechs Ăśffentlich diese Meinung (darunter Jennifer Rubin, William Kristol und John Podhoretz), während sich fast ebenso viele zu Ăśffentlichen UnterstĂźtzern Trumps gewandelt hatten. Das zunächst skeptische Herausgebergremium des Wall Street Journal äuĂert sich demnach zunehmend positiv.cite-ref-611[611] Laut einer Umfrage im Februar 2018 sagten 54 Prozent der Amerikaner (84 Prozent der Demokraten, etwa 20 Prozent der Republikaner), die Mainstream-Medien wĂźrden ihrer Einschätzung nach Trump fair behandeln, während 59 Prozent Trumps Umgang mit den Medien unfair fanden.cite-ref-612[612]
Darßber erzßrnt, dass Twitter seine per Tweet aufgestellten Behauptungen vom 26. Mai 2020 einem Faktencheck unterzog, verfßgte Trump per Dekret, den Schutz sozialer Netzwerke wie Twitter und Facebook vor Strafverfolgung zu beenden und die Befugnis der Netzwerke, durch Nutzer verÜffentlichte Inhalte zu moderieren, zu beschneiden.cite-ref-613[613] Wenig später kennzeichnete Twitter einen auf den Ausnahmezustand in Minneapolis bezogenen Tweet Donald Trumps als gewaltverherrlichend.cite-ref-614[614]
Nachdem Trumps ehemaliger Lieblingssender Fox Newscite-ref-luzerner-zeitung-615-0[615]cite-ref-sagepub-710278-616-0[616] im Verlauf der US-Präsidentschaftswahl 2020 bei Trump in Ungnade gefallen war, weil er die Wahlergebnisse gesendet hatte, ohne sich die Wahlfälschungsvorwßrfe von Trump zu eigen zu machen, wandte sich Trump von ihm ab und favorisiert seitdem One America News Network.cite-ref-02-617-0[617]
Nachdem das Repräsentantenhaus Ende 2020 ein Gesetzespaket fĂźr den Verteidigungshaushalt beschlossen hatte, legte Trump dagegen ein Veto ein. Dieses Veto wurde vom US-Senat im Januar 2021 mit der nĂśtigen Zweidrittelmehrheit abgewiesen. Damit wurde erstmals gegen ein Veto Trumps entschieden.cite-ref-6-313-1[313] Am Gesetzespaket, das auch Gesetze auĂerhalb der Verteidigungspolitik enthält, kritisierte Trump unter anderem, dass dieses Gesetzespaket nicht die als ÂťSection 230ÂŤ bekannten Regelung abschafft bzw. ändert. Diese Regelung sieht zum einen vor, dass Online-Plattformen gegen Beiträge von Nutzern vorgehen kĂśnnen und zum anderen Online-Plattformen nicht fĂźr die Beiträge der Nutzer haftbar gemacht werden kĂśnnen.cite-ref-618[618]
Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 deaktivierte Meta Platforms (vormals Facebook Inc.) Trumps Zugriff auf seine Benutzerkonten bei Facebook und Instagram. Ursprßnglich fßr 24 Stunden angedacht, verlängerte Meta Platforms die Kontensperre, mit der Ankßndigung, diese bis zur Amtseinfßhrung von Joe Biden beizubehalten.cite-ref-619[619] Am 8. Januar 2021 teilte Twitter mit, dass das Twitter-Benutzerkonto von Trump (@realdonaldtrump) aufgrund des Risikos einer weiteren Anstiftung zu Gewalt dauerhaft gesperrt worden sei.cite-ref-620[620] Nachdem Elon Musk Aktionär von Twitter geworden war, gab er an, den Ausschluss Trumps auf Twitter rßckgängig machen zu wollen.cite-ref-621[621] Im November 2022 lieà Musk als neuer Twitter-Besitzer eine 24-Stunden-Umfrage unter den Nutzern durchfßhren, an der rund 15 Millionen Nutzer teilnahmen, von denen sich eine knappe Mehrheit von 51,8 Prozent fßr die Entsperrung des Kontos Trumps aussprach. Bei knapp 238 Millionen Twitter-Nutzern täglich entspricht diese Mehrheit allerdings lediglich knapp 3,3 Prozent aller Twitter-Nutzer. Einige Minuten nach der Freischaltung brachte es das Profil bereits auf mehr als eine Million Nutzer. Trump selbst hatte kurz vor Umfrageende bekräftigt, nicht zu Twitter zurßckzukommen, sondern auf seiner Plattform Truth Social bleiben zu wollen; dennoch empfahl er seinen Anhängern dort, an der Umfrage teilzunehmen.cite-ref-622[622]
Ende Januar 2023 teilte der Facebook-Konzern Meta mit, Trumps Sperre auf Facebook und Instagram aufzuheben, da eine unbefristete Sperre nicht von den Regeln des Netzwerks gedeckt sei. Eine Gefahr fĂźr die Ăśffentliche Sicherheit, wie sie im Januar 2021 bestanden habe, sei nicht mehr gegeben. Trump mĂźsse sich aber an die Regeln der Plattform halten. Trump schrieb auf seiner Plattform daraufhin, dass Facebook âMilliarden von Dollar an Wert verlorenâ habe, âseitdem es euren Lieblingspräsidenten â mich â âdeplattformiertâ hat. [âŚ] So etwas sollte einem amtierenden Präsidenten nie wieder passieren, oder sonst irgendwem, der keine Strafe verdient hatâ. BĂźrgerrechtsgruppen kritisierten die Entscheidung; diese sei âein Desasterâ und sende das Signal an andere Personen, dass sie die Regeln ohne anhaltende Konsequenzen brechen kĂśnnten.cite-ref-623[623]
Ende August 2023 wurde Trump auf der Plattform X (vormals Twitter) wieder aktiv; er postete das Polizeifoto, das von ihm anlässlich seiner erkennungsdienstlichen Behandlung im Bezirksgefängnis Fulton County in Atlanta/Georgia wegen des Vorwurfs der Wahlbeeinflussung aufgenommen worden war, und schrieb darunter: âWahleinmischung! Niemals aufgeben!â Bereits kurz zuvor hatte Trump dem Moderator Tucker Carlson auf X ein Interview gegeben.cite-ref-624[624]
Im Zuge der Präsidentschaftswahl 2024 lehnte Trump â anders als Kamala Harris â die Teilnahme an der traditionellen als CBS-Wahlsondersendung Âť60 MinutesÂŤ ab. CBS lädt zu jeder Wahl die Präsidentschaftskandidaten zu getrennten Interviews ein, welche dann in einer Sendung kurz vor der Wahl nacheinander ausgestrahlt werden.cite-ref-625[625] Vor der Wahl 2020 interviewte die Korrespondentin Lesley Stahl Trump in Âť60 MinutesÂŤ; dieser brach die Teilnahme nach 45 Minuten vorzeitig ab.cite-ref-626[626]cite-ref-627[627]cite-ref-628[628]
Laut Ashley Parker wird die Presse als eine Oppositionspartei dargestellt anstatt als Medien.cite-ref-629[629]
Anhänger als Teil einer âschweigenden Mehrheitâ
Der Publizist Ward Baker hielt den Kandidaten Trump im Dezember 2015 deshalb fĂźr âso populär, weil ihn die Wähler als authentisch, unabhängig, direkt und stark ansehen â und weil sie glauben, dass er nicht von Interessensgruppen gekauft werden kannâ.cite-ref-630[630] Nach der Einschätzung des Politikberaters Frank Luntz zeichnen sich Trumps Sympathisanten nicht durch ihre Treue zu konservativen Grundsätzen, sondern vor allem durch ihre Wut Ăźber den aktuellen Zustand der US-Politik aus. Trump spreche Menschen mit unterschiedlichsten Werthaltungen und aus allen sozialen Schichten an, weil er âihre Sprache sprecheâ und als âAnti-Politikerâ das unpopuläre politische Establishment angreife. Er positioniere sich â ähnlich wie Ende der 1960er-Jahre Richard Nixon â als Kandidat einer âschweigenden Mehrheitâ.cite-ref-631[631]
Der Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl zufolge inszeniert sich Trump sowohl als âAnti-Establishment-Figurâ wie âals Heilsbringer und KĂźnder eines neuen Zeitaltersâ. Sie verweist auch auf Trumps religiĂśse Rhetorik. Er lieĂ sich mit dem KĂśnig Kyros vergleichen, der laut Bibel zur RĂźckkehr des jĂźdischen Volkes aus dem babylonischen Exil beigetragen hat, umgab sich mit evangelikalen Predigern und sprach bei Wahlkampfreden 2020 davon, man werde âeinen weiteren gewaltigen Sieg erringen â fĂźr Glaube und Familie, Gott und das Land, Fahne und Freiheitâ.cite-ref-632[632]
Etwa ein Drittel der Anhänger Trumps Ăźberwand laut Umfrage- und Wählerbefragungsdaten vom Februar 2016 während der parteiinternen Vorwahl die bisherigen Spaltungen der republikanischen Wählerschaft und war in hoher Kohärenz durch âreligiĂśse, soziale und rassische Intoleranzâ vereint.cite-ref-633[633]
Trump umwarb, wie die Washington Post analysierte, seit Jahren ein rechtes Politiksegment, das sich inzwischen zu einem Gegen-Establishment (âfringe establishmentâ) verfestigt und groĂe mediale Präsenz als GegenĂśffentlichkeit gewonnen habe; Trump habe verbrannte Erde bei den Etablierten hinterlassen.cite-ref-634[634]
Eine Umfrage des Thinktanks Chicago Council nach dem ersten halben Jahr der Präsidentschaft Trumps ergab, dass die Ansichten seiner Kernanhängerschaft sich nicht geändert hatten, während in der Wählerschaft insgesamt die America-First-Politik, insbesondere AuĂenhandels-Protektionismus und die Ablehnung von Einwanderern, unbeliebter geworden war, Ăźberproportional bei Anhängern der Republikaner insgesamt.cite-ref-635[635]
Bei der Präsidentschaftswahl 2016 fĂźhrte Trump in exit polls am hĂśchsten â mit 50 % zu 46 % fĂźr Clinton â in der Einkommensgruppe zwischen 50.000 und 99.000 $ pro Jahr. Die niedrigste Einkommensgruppe, unter 50.000 $ unterstĂźtzte demgegenĂźber mit dem grĂśĂten Abstand Hillary Clinton, sie erhielt hier 53 % Zuspruch gegenĂźber 46 % fĂźr Trump. Bei der Präsidentschaftswahl 2020 fĂźhrte Trump demgegenĂźber am stärksten in der Jahreseinkommensgruppe zwischen 100.000 und 199.000 $, die darunter liegenden Einkommen tendierten wieder mehr zu den Demokraten.cite-ref-636[636]
Sprache und Stil
Trumps charakteristischer Stil und seine Sprache sind vielfach analysiert worden. Performative Inszenierungen, häufig melodramatischer Art, standen fĂźr den entertainment-erfahrenen Trump im Vordergrund, auch vor politischen Inhalten â etwa bei den häufigen, choreographierten Fotos der Unterzeichnung von Erlassen im Oval Office.cite-ref-637[637] Der Journalist Michael DâAntonio urteilte, Trump sei âso beschäftigt mit seiner Performance, dass nichts, was er Ăźber sich sagt, als aufrichtig bezeichnet werden kannâ.cite-ref-638[638] Trumps Art des Handschlags mit internationalen Politikern â häufig auĂerordentlich lang und intensiv, während er etwa Angela Merkel im Oval Office nicht die Hand reichte â ist als Dominanzgeste gedeutet worden.cite-ref-639[639]
Satzbau und Wortschatz
Trump nutzte bei Reden kurze, klar strukturierte Sätze mit wenigsilbigen WĂśrtern, von denen die wichtigsten oft am Ende stehen, und häufig Imperative â wie bei dem Slogan âMake America Great Againâ, der bereits im Wahlkampf Ronald Reagans verwendet worden war.cite-ref-sprawapo-640-0[640] Grammatik und Vokabular seiner Wahlkampfreden waren laut Indizes auch Elfjährigen verständlich,cite-ref-641[641] die Sprache vieler politischer Konkurrenten und frĂźherer Präsidenten war bzw. ist deutlich komplexer.cite-ref-642[642] Bis in die 1990er-Jahre verwendete Trump deutlich komplexere Satzstrukturen und Vokabeln.cite-ref-643[643] Seine Aussagen 2015/16 waren laut einer computerlinguistischen Studie stärker von einem femininen Sprachregister geprägt (Hilfsverben, Ichbezug, emotionale, dynamische Ansprache) als die aller Kandidaten in Präsidentschaftswahlkämpfen seit 2004, auch als die seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton.cite-ref-644[644]cite-ref-645[645]
Konfrontativer und âunpolitischerâ Stil
Trumps Stil gilt als konfrontativ. Die New York Times erstellte von Januar 2016 bis Mai 2019 eine Liste von 598 Personen, Orten und Gegenständen, die Trump seit Juni 2015 auf Twitter beschimpft oder beleidigt hat.cite-ref-646[646] Markus Feldenkirchen urteilte 2015, Trump mache fast alles anders als herkĂśmmliche Politiker; er benenne gnadenlos alles, was im politischen System der USA faul sei.cite-ref-647[647] Trump bemĂźhte sich im Wahlkampf nicht um Einschränkungen oder Abschwächungen, auch nicht gegenĂźber bestimmten Wählergruppen. Er verwendete dabei oft provokative, tabuverletzende ĂuĂerungen, lieĂ VerschwĂśrungstheorien und AuĂenseiterthesen anklingen und erregte so immer wieder Aufmerksamkeit. In seiner Rhetorik von âStarkenâ und âSchwachenâ machte er politische Kontrahenten verächtlich, etwa durch Anspielungen zu Familienmitgliedern und Spottnamen wie âCrooked Hillaryâ (Gauner-Hillary) oder âlittle Marcoâ; den Vietnam-Veteranen John McCain bezeichnete er als keinen echten Helden, weil er sich habe gefangen nehmen lassen.cite-ref-648[648] Damit erzeuge er bei den Anhängern das GefĂźhl persĂśnlicher Nähe in einer Kampfgemeinschaft gegen die Etablierten. Wie bei Silvio Berlusconi kämen dazu bei Trump der groĂsprecherische Mythos vom selbstgemachten Aufstieg zum Milliardär, die zur Schau gestellte machohafte Virilität und die virtuose Beherrschung der Medien.cite-ref-auto1-649-0[649] Konfrontiert mit kritischen Fragen setze Trump â anders als Ăźbliche Politiker, die in Abstraktion ausweichen â sein komĂśdiantisches Talent ein und bleibe bei seiner einfachen Sprache, womit er Distanz vom politischen Geschäft signalisiere.cite-ref-sprawapo-640-1[640] Er weiche bei Fragen zu Inhalten und Positionen häufig auf Anekdoten oder auf Personen aus seinem persĂśnlichen Umfeld aus, anstatt sich auf Details festzulegen.cite-ref-650[650]
Auf einer seiner Wahlkampfveranstaltungen erklärte Trump 2016, er kĂśnne auch âpräsidial seinâ; dann jedoch âwären nur etwa 20 Prozent von euch hier, weil das todlangweilig wäreâ.cite-ref-651[651]
Rhetorik
Die US-Rhetorikprofessorin Jennifer Mercieca (Texas A&M University) untersucht seit 2015 Trumps Rhetorik und Sprachgebrauch. Trump nutze gezielt sprachliche Muster, die schon antike Redner kannten und verwendeten. Er Ăźbertreibt und polarisiert; er beschimpft politische Gegner (ad hominem), droht (Argumentum ad baculum) und entpersonifiziert sie. Häufig verwendet er Paralipsen (zum Beispiel âIch sage nicht âŚâ, âich sage nur âŚâ) und stellt VorwĂźrfe so in den Raum, dass man ihn nicht verantwortlich machen kann (Whataboutism).cite-ref-652[652]cite-ref-653[653] Am Beispiel von Trumps zentraler Wahlkampfforderung 2016 nach dem Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko illustrierte die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl dessen Hundepfeifen-Politik: Unabhängig von dem Nutzen, der MĂśglichkeit oder der moralischen, Ăśkonomischen, Ăśkologischen oder politischen Vertretbarkeit dieses Projekts rufe der Schlachtruf âBuild the wall!â immer wieder ârassistische RauschgefĂźhleâ hervor.cite-ref-654[654]
Die New York Times analysierte Trumps Reden im Oktober 2024 neu. Die Reden wurden im Durchschnitt von 2016 bis 2024 fast doppelt so lang und die Anzahl negativ konnotierter Worte nahm nochmals zu. Er war nie ein brillanter Redner aber die Verständlichkeit nahm laut seiner ehemaligen stellvertretenden Pressesprecherin Sarah Matthews ab. Trump spreche noch zusammenhangloser.cite-ref-655[655]
Wahrheitsgehalt von Trumps Aussagen â Zitate
Trump wird ein postfaktischer Politikstil (englisch âpost-truth politicsâ) zugeschrieben:cite-ref-656[656] Der Anteil seiner politischen ĂuĂerungen, die objektiv falsch sind, lag laut Untersuchungen von Websites wie Politifact im Herbst 2017 bei etwa 70 % (Obama: 26 %);cite-ref-657[657] New York Times und Washington Post fĂźhren jeweils Datenbanken mit falschen Aussagen Trumps im Amt, die im Sommer 2017 die Tausend Ăźberschritten.cite-ref-658[658]cite-ref-659[659] Bis zur Halbzeitwahl im November 2018 waren es Ăźber 6.400 Falschaussagen, deren Frequenz Trump im Laufe der Zeit immer weiter steigerte â mit Ăźber 1.400 in den sieben Wochen vor der Wahl.cite-ref-660[660] Insgesamt zählte die Washington Post in seiner vierjährigen Amtszeit 30.573 falsche oder irrefĂźhrende Behauptungen, rund die Hälfte davon in seinem letzten Amtsjahr. Machte er in seinem ersten Jahr als Präsident etwa sechs falsche oder irrefĂźhrende Behauptungen pro Tag, waren es in seinem zweiten Jahr bereits 16, in seinem dritten Jahr 22 und in seinem letzten Jahr 39.cite-ref-661[661]
Im Dezember 2018 fĂźhrte die Faktencheck-Abteilung der Washington Post eine neue Kategorie ein, den bottomless Pinocchio fĂźr Aussagen, deren Unwahrheit nachgewiesen wurde und die ein Politiker trotzdem mindestens zwanzigmal wiederholte. Bis dahin erfĂźllte Trump als einziger Politiker Ăźberhaupt diese Kriterien, während die meisten anderen Politiker nachgewiesene LĂźgen nicht wiederholten. Bis Dezember 2018 hatte Trump in vierzehn Fällen eine bottomless Pinocchio-Wertung erhalten, darunter fĂźr die 123-mal wiederholte Falschaussage, seine Steuersenkung sei die grĂśĂte der Geschichte, oder fĂźr die 86-mal wiederholte Behauptung, der Bau der Grenzmauer nach Mexiko habe bereits begonnen. Die SĂźddeutsche Zeitung warf angesichts der Tatsache, dass diese wiederholten LĂźgen Trump bei seinen Anhängern nicht schadeten, die Frage auf, ob das Instrument des Faktenchecks Ăźberhaupt sinnvoll ist.cite-ref-662[662]cite-ref-663[663]cite-ref-664[664]
Harry G. Frankfurt bezeichnete Trump 2016 als Bullshitter, der anders als ein LĂźgner gar kein Verhältnis mehr zu Wahrheit und Wirklichkeit habe, sondern einfach irgendwelche Behauptungen in die Welt setze.cite-ref-665[665]cite-ref-666[666] Die Sozialwissenschaftlerin Bella DePaulo äuĂerte 2017 nach Studien zum LĂźgen, Trump lĂźge nicht nur häufiger als jeder andere Untersuchte, sondern das Verhältnis seiner LĂźgen, um selbst besser dazustehen, zu âfreundlichenâ kleinen LĂźgen â Ăźblicherweise bei zwei zu eins â liege bei Trump bei Ăźber sechs zu eins. Zudem sei der Anteil seiner LĂźgen, die andere verletzten, mit 50 % ungewĂśhnlich hoch (Ăźblich: 1 bis 2 %). In zwei Umfragen im Herbst 2017 äuĂerten weniger als 40 % der befragten Amerikaner, Trumps Aussagen Glauben zu schenken.cite-ref-667[667]
Der republikanische Senator Jeff Flake sagte am 17. Januar 2018 in einer Rede vor dem US-Senat: âIm Jahr 2017 wurde die Wahrheit â die objektive, empirische, nachweisliche Wahrheit â mehr missbraucht und in Mitleidenschaft gezogen als jemals zuvor in der Geschichte unseres Landes, verantwortet von der mächtigsten PersĂśnlichkeit innerhalb unserer Regierungâ. Das ständige Wiederholen von Unwahrheiten unterhĂśhle das Vertrauen in wichtige Institutionen und bringe die Ăffentlichkeit dazu, diesen nicht mehr zu glauben. Dies habe zerstĂśrerische Effekte auf die Demokratie.cite-ref-668[668]
Die Politikwissenschaftler Nancy L. Rosenblum und Russell Muirhead haben Trump 2019 als Beispiel fĂźr ânew conspiracismâ genannt, eine neue Form von VerschwĂśrungsglauben. Dieser verzichtet anders als klassische VerschwĂśrungstheorien gänzlich auf Belege und Indizien und stĂźtzt sich allein auf insinuierende Fragen und bloĂe Behauptungen, die oft wiederholt werden. Typischerweise leite Trump solche Behauptungen mit der Phrase ein, eine Menge Leute wĂźrde das sagen. Im Vorwahlkampf 2016 etwa verbreitete er belegfrei die Verdächtigung, der Vater seines Konkurrenten Ted Cruz hätte Kontakt zum Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald gehabt: Auch wenn das nicht vĂśllig zutreffe, sei dennoch etwas dran. Seit seinem Amtsantritt habe Trump beinahe täglich solche VerschwĂśrungsbehauptungen Ăźber Fake News, angebliche manipulierte Wahlen oder einen Putsch des Justizministeriums verbreitet.cite-ref-669[669]
In einer Rede an die Nation am Unabhängigkeitstag der USA im Juli 2019 behauptete Trump, die US-Amerikaner hätten im Jahr 1775, während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, Flughäfen eingenommen.cite-ref-670[670]
In einem Tweet vom 26. Mai 2020 versuchte Trump zu erklären, warum die kalifornische Briefwahl zur US-amerikanischen Präsidentschaftswahl 2020 zu einem Wahlbetrug fĂźhren wĂźrde. Twitter markierte diesen Tweet nach einem Faktencheck als irrefĂźhrend.cite-ref-671[671] (Siehe dazu: Kontroverse um Briefwahl â Behinderung der US-Bundespost)
Nach seinem Schuldspruch wegen Verfälschung von Geschäftsunterlagen â Grund war die Verschleierung von Schweigegeldzahlungen an Stormy Daniels â sagte Trump, die Amerikaner wĂźrden heute in einem âfaschistischen Staatâ leben, aufbauend auf die unbegrĂźndete VerschwĂśrungstheorie, Joe Biden habe seine Strafverfolgung veranlasst.cite-ref-672[672]
Während der ersten Wahldebatte mit Kamala Harris am 10. September 2024 griff Trump in den sozialen Medien kursierende â von Laura Loomer verbreitete â GerĂźchte auf, Migranten wĂźrden Haustiere der Bewohner von Springfield verzehren.cite-ref-673[673]cite-ref-674[674] Der Vorwurf wurde von Elon Musk, Ted Cruz und Trumps Vizepräsidentschaftskandidat JD Vance aufgegriffen. Ein Sprecher der Stadt Springfield (Ohio) sagte, es seien der Stadt keine glaubwĂźrdigen VorwĂźrfe Ăźber Migranten bekannt, die Haustiere verletzten.cite-ref-675[675] Dennoch verbreitete Trump die Behauptungen weiter.cite-ref-676[676] Am Tag nach dem TV-Duell Trumps gegen Harris gingen mehrere Bombendrohungen gegen Ăśffentliche Gebäude in Springfield ein.cite-ref-677[677]cite-ref-678[678] Wenig später wurde Trumps Fake News global verbreitet und persifliert, unter anderem mit dem Song Eating the Cats ft. Donald Trump von The Kiffness.cite-ref-679[679] Eine Gruppe von in Springfield ansässigen Haitianern hat gegen die wiederholte âThey are eating the cats, they are eating the dogsâ-Verleumdung in Ohio eine BĂźrgerklage (citizen criminal charges) gegen Trump erhoben.cite-ref-680[680]cite-ref-681[681]
Strategien und KalkĂźl
Die FAZ bezeichnete 2017 leere Drohungen und leere Versprechen als Kennzeichen seines Krisenmanagements.cite-ref-682[682] Trumps VerhandlungsfĂźhrung ist mit der eines Geiselnehmers verglichen worden: Trump drohe, bestimmte Programme zu beenden, um die Gegenseite zu Zugeständnissen zu bewegen. Er verhandle auf distributive Weise, es gehe ihm also unter einer Nullsummenannahme darum, sich vollständig durchzusetzen (Win-lose-Situation) â während Politik Ăźblicherweise auf integrativem Verhandeln beruht, in der alle Seiten sich auf einen komplexen Interessenausgleich einigen (Win-win-Situation). Während distributives Verhandeln auf Bluffen, Drohen und LĂźgen zurĂźckgreift, geht der integrative Ansatz von Vertrauensbildung, Verständnis fĂźr das GegenĂźber und Kenntnis der Fakten aus. Trump, so der Journalist Josh Marshall, sei nur eine besonders extreme Form des distributiven Verhandelns gewohnt, die fĂźr dauerhafte Arrangements ungeeignet sei.cite-ref-683[683] Trumps Verhalten ist als Strategie gedeutet worden, seine Gegner stets im Unklaren zu lassen und immer wieder nicht nur die Positionen, sondern auch den Ort der Auseinandersetzung zu verändern (âconstantly shifting battlefieldâ). In seinem Verhalten handelt Trump zudem konsequent entsprechend seinen beiden Haupt-Devisen: âAlways get evenâ (âRäche Dich immerâ), und âHit back harder than you were hitâ (âSchlag härter zurĂźck, als man Dich geschlagen hatâ).cite-ref-684[684] Der Trump gegenĂźber kritische Senator Bob Corker lobte diesen im Januar 2018 fĂźr diese Unberechenbarkeit, da sie den Vereinigten Staaten eine gute internationale Verhandlungsposition einbringe.cite-ref-685[685]cite-ref-686[686]cite-ref-687[687] Trumps Biograph Timothy L. OâBrien ist dagegen der Ansicht, dass Trumps Handlungsmotivation stets entweder Selbsterhaltung oder SelbstĂźberhĂśhung sei: Zu strategischem Denken sei er nicht fähig.cite-ref-688[688] Dabei sehen manche Kommentatoren die Gefahr, Trumps Verhalten zu Ăźberanalysieren. Die Zeit beschrieb 2017 eine âhermeneutische Notâ der Kommentatoren wegen der âsich ständig Ăźberbietenden Performanceâ Trumps, dem mit den Ăźblichen Deutungskategorien nicht beizukommen sei: Trump habe den BĂźrgern den Luxus einer stabilen Demokratie genommen, sich nicht ständig mit Politik beschäftigen zu mĂźssen, und sorge daher fĂźr Stress.cite-ref-689[689] Dieser Umstand lässt sich entgegen der These, Trump sei zu strategischem Handeln nicht fähig, als Umsetzung der bereits im antiken Griechenland erfolgreichen Chaosstrategie interpretieren. Er setzt dabei auf das BemĂźhen der Medien, mit seinen politischen Fauxpas sowie persĂśnlichen Skandalen auf dem Laufenden zu bleiben, sodass er ungehindert von Ăśffentlichem Widerstand handlungsfähig bleibt, da die Ăffentlichkeit schon wieder vĂśllig mit der Bewältigung und Analyse der nächsten, von ihm ausgelĂśsten Krise beschäftigt ist. Durch Variation der Frequenz, mit der er zum Fokus im Ăśffentlichen Interesse wird, und des AusmaĂes der notwendigen Berichterstattung, um die Situation zu erfassen, sorgt er fĂźr einen konstanten Notstand, ein Hintergrundrauschen, in dem die wirklich kontroversen Entscheidungen untergehen.cite-ref-690[690]
Einordnung in die amerikanische Politikgeschichte
Polarisierung zwischen Demokraten und Republikanern
Der deutsche Politikwissenschaftler Torben LĂźtjen sieht die Präsidentschaft Trumps als Resultat der zunehmenden Polarisierung zwischen Demokraten und Republikanern, die begann, als die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl 1964 wegen ihrer Annäherung an die BĂźrgerrechtsbewegung die konservativen SĂźdstaaten (Solid South) an den radikal libertären Republikaner Barry Goldwater verloren. DafĂźr gewannen sie die liberalen Hochburgen der Republikaner im Nordosten, wodurch die regionalen Spannungen innerhalb der Parteien sanken, während die Unterschiede zwischen ihnen wuchsen. Bei der Präsidentschaftswahl 1968 gelang es Richard Nixon, die bis dahin traditionell demokratische weiĂe Arbeiterschaft zu spalten und mehrheitlich ins konservative Lager zu ziehen. Sein Rechtspopulismus ersetzte sozioĂśkonomische durch soziokulturelle Konfliktlinien und setzte bereits auf dieselben Gegner wie Trump â durch Antiintellektualismus sowie die Medien und eine liberale Elite als Feindbilder.cite-ref-691[691]
Einige Stimmen sehen im Erfolg von Trump und Sanders als Teil einer Anti-Establishment-Bewegung das Ende des bisherigen Parteiensystems, das als das fĂźnfte oder sechste seiner Art in der Geschichte der Vereinigten Staaten angesehen wird. Trump wird dabei als Endpunkt eines republikanischen Prozesses angesehen, der mit Wut und Extremismus Wähler mobilisiere, ohne belastbare Zukunftsvisionen anzubieten, mit Akteuren wie Fox News und der Tea-Party-Bewegung. Laut Robert Kagan wurden die Anhänger der Republikaner während Obamas Präsidentschaft dazu ermutigt, den Staat und seine Institutionen als etwas anzusehen, das Ăźberwunden werden mĂźsse, was den Erfolg des AuĂenseiters Trump erkläre.cite-ref-692[692]
Die Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt (2018) bezeichneten Trump als âserial norm breakerâ. Aber mit den NormbrĂźchen habe man schon Jahrzehnte frĂźher angefangen. Sie erinnern an den Aufstieg Newt Gingrichs in der GOP, der ihr eine erheblich aggressivere Rhetorik eingeimpft habe. Gingrich und seine VerbĂźndeten hätten die Polarisierung an der Parteibasis zwar nicht geschaffen, seien aber die Ersten gewesen, die sie ausnutzten und einen Politikstil der KriegsfĂźhrung (âpolitics as warfareâ) etablierten. Unter Präsident George W. Bush hätten sich die Auseinandersetzungen zwischen Republikanern und Demokraten nur verschärft. Aber während Bush den Patriotismus der Demokraten nicht in Frage gestellt habe, sei im Präsidentschaftswahlkampf 2008 die parteipolitische Intoleranz der rechten Medien wie Fox News von fĂźhrenden Republikanern aufgegriffen worden, nicht vom Kandidaten John McCain, aber unter anderem von seiner Kandidatin fĂźr das Amt der Vizepräsidentin, Sarah Palin, die Barack Obama als âTerroristenâ bezeichnete. In Obamas Amtszeit erlebten Extremismus und parteipolitische KriegsfĂźhrung weiteren Aufschwung und manifestierten sich in der Tea-Party-Bewegung.cite-ref-693[693] Dass sich Trump als âBirtherâ profilierte und Obamas StaatsbĂźrgerschaft wiederholt prominent in Frage stellte, machte ihn in der Tea-Party-Bewegung beliebt und stellt ihn in die Tradition von politischen Extremisten wie Henry Ford, Father Coughlin und der John Birch Society, die allerdings nie die Spitze der Republikanischen Partei zu beeinflussen vermochten.cite-ref-694[694]
Nativismus und autokratische Tendenzen
Der Politikwissenschaftler Joseph Lowndes hält Donald Trumps Nativismus fĂźr den SchlĂźssel zu dessen Wahlerfolg 2016. Zwar habe Fremdenfeindlichkeit in der Republikanischen Partei spätestens seit dem Aufstieg der Tea-Party-Bewegung 2009 zugenommen, aber nicht deren Politik bestimmt. Trump habe die rassistische Furcht vor einer âInvasionâ durch Einwanderer mit allgemeinem Rechtspopulismus verschmolzen, der sich auf Abstiegsängste der Mittelschicht und Arbeiterklasse, politische OhnmachtsgefĂźhle, Angst vor Deindustrialisierung und abnehmende Selbstachtung weiĂer Männer beziehe. Lowndes sieht Trump in der Tradition Pat Buchanans und dessen Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner 1992. Seitdem verbreite der amerikanische Rechtspopulismus die Rhetorik, dass reiche Eliten im Bunde mit armen Schwarzen und nicht weiĂen Einwanderern den hart arbeitenden weiĂen Amerikanern Arbeitsplätze und Aufstiegschancen wegnähmen. Zu den neuen Elementen gehĂśrt dabei die Vorstellung, dass die WeiĂen in den USA bis 2050 zur Minderheit wĂźrden.cite-ref-695[695] Beeinflusst wurde Trump etwa von der Autorin und Fernsehkommentatorin Ann Coulter, die in ihrem Buch Adios America. The Leftâs Plan to Turn America into a Third World Hellhole (2015) die Errichtung einer Grenzmauer, ein Einwanderungsmoratorium und die Deportation von Einwanderern ohne Papiere forderte.cite-ref-696[696] Im Wahlkampf 2016 wurde Trump von rechtsextremen Ideologen der sogenannten Alt-Right wie Steve Bannon unterstĂźtzt, einem selbsterklärten Populisten, der Ausländer- und Islamfeindlichkeit mit der Erzählung verknĂźpft, âglobalistischeâ Eliten wĂźrden mit Einwanderung die weiĂen Mittel- und Arbeiterschichten angreifen. Zu Mitarbeitern wurden Nativisten wie Kris Kobach und Stephen Miller.cite-ref-697[697] Nachdem er als Präsident bereits rassistische nativistische Politik umgesetzt hatte, habe sich Trump im Wahlkampf 2020 noch einmal radikalisiert und die extremsten Vorstellungen des rechtsextremen Nativismus propagiert. So sieht Lowndes in einer Wahlkampfrede vom Oktober 2019 die Theorie des âGroĂen Austauschesâ vertreten und eine rassistische VerschwĂśrungstheorie im Stile von Jean Raspails Roman Das Heerlager der Heiligen verbreitet.cite-ref-698[698]
Der Historiker Klaus Larres sieht bei einer ganzen Reihe von Trumps politischen Entscheidungen autokratische Tendenzen. Trump habe eindeutig gegen die Emoluments clause der amerikanischen Verfassung verstoĂen, die Bereicherung und Vorteilsnahme im Amt verbietet, und gegen die Washingtoner Nepotismus-Regeln verstoĂen. Vor allem aber seien Trumps Angriffe auf die Justiz und Versuche der Strafvereitelung beunruhigend gewesen. Die Unabhängigkeit der Justiz, die Integrität der Wahlen, die rechtlichen Vorkehrungen gegen Korruption, die Rechtsstaatlichkeit und die freie und unabhängige Presse seien ernsthaften Angriffen ausgesetzt gewesen und erheblich geschwächt worden. Trump sei offensichtlich davon Ăźberzeugt, dass die USA von einem Mann regiert werden sollten, nämlich ihm selbst, und zwar so lange, wie er wolle. Dies erkläre auch seine Bewunderung fĂźr ausländische Diktatoren und Autokraten und seine schwierigen Beziehungen zu vielen demokratisch gewählten Politikern des Westens. Trumps UnterstĂźtzung weiĂer Suprematisten verdeutliche seine Geringschätzung der Demokratie. Der Kulminationspunkt seiner autokratischen Präsidentschaft sei am 6. Januar 2021 schlieĂlich seine Aufforderung an seine UnterstĂźtzer gewesen, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2020 umzustĂźrzen. Allein Trumps Unfähigkeit und das organisatorische Chaos seiner Administration hätten während Trumps Präsidentschaft die Entwicklung der USA zu einer vollständigen Autokratie verhindert.cite-ref-699[699]
Faschismus
Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, inwiefern die amerikanische Demokratie einer âfaschistischenâ Bedrohung ausgesetzt ist. Auf der einen Seite sehen manche Wissenschaftler und Journalisten aus dem linken Spektrum in Trump einen Faschisten. Ruth Ben-Ghiat und Timothy Snyder haben auf Ăhnlichkeiten Trumps mit Mussolini und Hitler verwiesen. FĂźr manche verkĂśrpert Trump aber auch die spezifisch amerikanische Form eines faschistischen Demagogen. Sarah Chuchwell hat an die Traditionen des amerikanischen Faschismus wie die America-First-Bewegung der frĂźhen 1940er-Jahre erinnert. Jason Stanley hat eine Traditionslinie von Trump zum Ku-Klux-Klan (KKK) gezogen, fĂźr Stanley die erste faschistische Organisation in den USA. Andere sehen in Trump selbst zwar keinen Faschisten, werten aber die UnterstĂźtzung, die er von Rechtsextremisten erhält, als Transformation der Republikaner in eine, in den Worten Paul Krugmans, Partei der Faschisten, eine Transformation, die freilich schon Jahrzehnte vor Trump begonnen habe. Trump habe in jedem Fall die demokratischen Normen und Institutionen der Vereinigten Staaten so geschwächt, dass sie anfällig fĂźr eine faschistische MachtĂźbernahme geworden seien. Diese BefĂźrchtungen kulminierten im Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021. Diese Ereignisse fĂźhrten zu Vergleichen mit der DolchstoĂlegende, dem Hitlerputsch und der politischen Verfolgung nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933. Auch moderate Konservative aus der âNever Trumpâ-Bewegung wie Max Boot und George Conway haben Trump mit Mussolini und Hitler verglichen und damit den europäischen Einfluss betont, nicht zuletzt, um den amerikanischen Konservatismus in Schutz zu nehmen. Solche Vergleiche haben mitunter mehr rhetorische Funktion als analytische Tiefe.cite-ref-700[700] Auf der anderen Seite wurde die Charakterisierung Trumps als Faschist von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern infrage gestellt. Auch wenn Trump mit Nationalismus, Minderheitenfeindlichkeit, Demagogie, autokratischen ZĂźgen und einem Hang zu VerschwĂśrungstheorien typisch faschistische ZĂźge aufweise, gingen ihm doch wesentliche Charakteristika des Faschismus ab, namentlich eine einheitliche Ideologie und ein strukturiertes Programm. Seine Wirtschafts- und Sozialpolitik sei mit dem Schwerpunkt auf einen freien Markt und Deregulierung ebenso wenig typisch faschistisch gewesen wie seine nicht expansive AuĂenpolitik. Während Richard J. Evans in Trump auch nach dem 6. Januar 2021 keinen Faschisten erblicken will, glauben David French und Barbara F. Walter eher an eine sezessionistische Bewegung und einen BĂźrgerkrieg als an die Errichtung eines einheitlichen faschistischen Staates in den Vereinigten Staaten.cite-ref-701[701] Der amerikanische Politikwissenschaftler Omar G. EncarnaciĂłn sieht in Trumps Politik eher den Caudillismo lateinamerikanischer Prägung gegeben als europäischen Faschismus.cite-ref-702[702] Der Historiker Jeffrey Herf stellte in einem Vergleich Trumps mit Hitler und Mussolini neben Unterschieden auch eine wichtige Gemeinsamkeit fest: Der Sozialdarwinismus, die âIdee, dass das Ăberleben des Stärkeren dasjenige Gesetz ist und sein sollte, welches die Beziehungen in der Gesellschaft und zwischen den Staaten regeltâ, sei âeine wichtige Quelle des Faschismus und des Nazismusâ gewesen. In dieser Tradition sieht er âTrumps Verachtung fĂźr âVerliererâ und seine Selbstbeschreibung als âGewinnerââ. âFĂźr die Faschisten, die Nazis und fĂźr Trumpâ seien âSieg und Niederlage nicht nur das Ergebnis zufälliger Umstände, sondern auch ein moralisches Urteilâ. Spätestens seit dem Sturm auf das Kapitol hätten sich âTrump und der Trumpismus zu einer spezifisch amerikanischen Form des Faschismus entwickeltâ.cite-ref-703[703]
Im konservativen Spektrum, etwa beim Wall Street Journal oder dem National Review, gilt Trump eher als traditioneller Konservativer, der vielleicht etwas ruppig vorgehe. Aber auch Kritiker von der Linken wie Dylan Riley, Corey Robin und Samuel Moyn argumentieren, dass Trump viele Vorläufer in der amerikanischen Geschichte habe. Sie definieren den Trumpismus als eine Form der Oligarchie, die Herrschaft einer politischen Minderheit, die es in den USA schon vor dem Faschismus gegeben habe. Hitlervergleiche wĂźrden die historische Bedeutung von Individuen Ăźberbetonen und tiefer liegenden Ursachen wie soziale und Ăśkonomische Ungleichheit Ăźberdecken. Kritiker, die in Trump einen klassischen Demagogen sehen, beschreiben seine Herrschaft als Ochlokratie, eine Herrschaft des populistischen Mobs. Von den Nativisten, Ăźber die Populisten, den KKK, und Demagogen wie William Jennings Bryan, Huey Long und Joseph McCarthy habe es in Krisenzeiten immer wieder paranoide Bewegungen gegeben, wie sie jetzt Trump darstelle. Trumpismus wurde auch als Kleptokratie beschrieben, die der Mafia ähnele oder Diktaturen in Zentralasien nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In dieser Sicht ähnele Trump weniger Hitler oder Mussolini als vielmehr Vladimir Putin und Silvio Berlusconi. Der Trumpismus wurde auch als Theokratie begriffen. Auch wenn Trump selber keine Autorität als religiĂśser FĂźhrer aufweise, habe er doch auf die Aufhebung der Trennung von Staat und Kirchen hingearbeitet, um evangelikale Wähler fĂźr sich zu gewinnen. SchlieĂlich wird die Charakterisierung Trumps als Faschist auch aus rhetorischen GrĂźnden zurĂźckgewiesen. Auf der einen Seite drohe sich Godwins Gesetz der Nazivergleiche zu bestätigen, auf der anderen Seite wĂźrde man Hitler verharmlosen, wenn man ihn als eine Art Trump darstelle.cite-ref-704[704]
Siehe aber auch Aktuelle Entwicklungen und Vorwurf der Gleichschaltung unten.
Historische Einordnung
Unter Historikern gilt Trump als einer der schlechtesten Präsidenten der Vereinigten Staaten: Im Presidential Historians Survey des Fernsehsenders C-SPAN belegte er im Jahr 2021 den 41. Rang unter 44 bewerteten Präsidenten, im Presidential Greatness Project Expert Survey wurde er 2024 von 150 zur US-Politik forschenden Politikwissenschaftlern, Soziologen und Historikern beider politischer Lager als schlechtester Präsident der US-Geschichte bewertet.cite-ref-705[705]cite-ref-706[706]
Internationale Einordnung
Vor seiner ersten Präsidentschaftskandidatur 2016 räumten deutschsprachige Medien Trump sehr geringe Chancen ein.cite-ref-707[707] Trumps Erfolg wurde mit rechtspopulistischen Parteien in Europa in Verbindung gebracht.cite-ref-708[708] Die New York Times etwa sah Trumps Kampagne auf den Spuren der vor allem Arbeiter ansprechenden Parteien wie der britischen UKIP, die die christliche Identität und Ăśkonomische Integrität als durch Zuwanderung bedroht betrachteten. Teile der BevĂślkerung sähen sich als ZurĂźckgelassene im kulturellen Wandel und wegen Arbeitsplatzabwanderung in der globalisierten Wirtschaft als Modernisierungsverlierer, wogegen diese Bewegungen einen âWohlfahrtschauvinismusâ propagierten, also die Verteidigung des Sozialstaats nur fĂźr die Einheimischen.cite-ref-auto1-649-1[649] Nach Trumps Wahlsieg kam die BefĂźrchtung auf, er kĂśnne eine ânationalistische Internationaleâ mit autoritären und rechtsgerichteten Bewegungen weltweit bilden â etwa mit Nigel Farage im Vereinigten KĂśnigreich, Marine Le Pen in Frankreich und Wladimir Putin in Russland â und sich so gegen die bisher stabile liberale Ordnung der westlichen Staaten stellen. Das wurde im FrĂźhjahr 2017 durch Trumps zunehmend interventionistische und anti-russische AuĂen- und Sicherheitspolitik jedoch unwahrscheinlicher.cite-ref-709[709]cite-ref-710[710]
Der Historiker Volker WeiĂ schrieb 2025, Trump sei âPutin in der hypermaskulinen Gangster-AttitĂźde verbundenâ und teile âwie das Gros seiner Wählerinnen und Wähler dessen antiliberale Ressentimentsâ. Viele von ihnen sähen in Putins âEigenschaften den âSchlĂźssel fĂźr das Ăberleben der WeiĂenââ.cite-ref-711[711] Laut dem Historiker Thomas Zimmer (März 2025) haben sich die USA unter Trumps zweiter Präsidentschaft âentschieden, in ein antagonistisches Verhältnis zu der Ukraine und den europäischen Demokratien zu tretenâ. Es gebe eine âHinwendung zu Putin, zu den autokratischen Regimenâ und eine âAbkehr von der liberalen Weltordnungâ.cite-ref-712[712] Der frĂźhere Präsident des deutschen Bundesverfassungsgerichts Andreas VoĂkuhle sah die USA unter Trump im April 2025 in einer âernsthaften, groĂen Verfassungskriseâ. Man erlebe den Aufbau autoritärer Strukturen; es handele sich immer mehr um eine sogenannte âWahldiktaturâ, weil am Anfang ein Votum der Wähler stand und keine Revolution mit Waffen.cite-ref-713[713]
Aktuelle Entwicklungen und Vorwurf der Gleichschaltung
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Im Zuge der zweiten Amtszeit von Donald Trump wurde in den USA damit begonnen, vermehrt Inhalte und Forderungen aus dem bekanntgewordenen Project 2025 umzusetzen. Laut Presseberichten waren bis Ende Oktober 2025 von 318 MaĂnahmen, die im Plan formuliert wurden, anscheinend 118 bereits umgesetzt und weitere 67 angeblich in Arbeit.cite-ref-714[714]
In vielen BehĂśrden der USA wurden offensichtlich groĂe Teile der Mitarbeiter unter teilweise juristisch noch zu hinterfragenden Bedingungen entlassen und die Stellen abgebaut oder viele Mitarbeiter in wichtigen Bereichen angeblich durch solche ersetzt, die mĂśglichst loyal gegenĂźber Trump erscheinen. Laut einer wachsenden politischen und juristischen Diskussion untergräbt der vorgeworfene autoritäre Stil von Trump die fĂźr die USA wichtigen Checks and Balances auf teils bedrohliche Weise.cite-ref-715[715]
Verschiedene bekannte Universitäten und einige groĂe Medienhäuser, die Trump laut eigenen mĂźndlichen oder verschiedentlich nachzulesenden Aussagen als âwokeâ oder âlinksâ empfindet, sollen anscheinend durch die Streichung von FĂśrdermitteln oder SLAPP-Klagen unter Druck gesetzt werden. In verschiedenen Städten, vor allem solchen, die mehrheitlich von Politikern der dortigen Demokratischen Partei regiert werden, wurden teilweise ohne klaren Grund oder trotz fehlender Zustimmung dortiger Gouverneure sowie trotz noch offener juristischer Fragen die Kräfte der Nationalgarde eingesetzt. In einigen Bundesstaaten dĂźrfen beispielsweise BĂźcher zum Thema Sklaverei in den Schulen teilweise nicht mehr verwendet werden und einige der bekanntesten Museen wurden anscheinend angewiesen, die US-amerikanische Geschichte neuerdings so darzustellen, wie angeblich ein Präsident Trump diese sieht. In weiten Teilen der vor allem Internationalen Presse und von deutschen Politikern sowie aus der Politikwissenschaft wird zunehmend der Vorwurf einer Gleichschaltung erhoben. Einigen Berichten zufolge wird dabei auch der Vergleich mit der damals historischen Gleichschaltung wie in Deutschland nach 1933 gezogen und als zunehmend deutlicher Vorwurf erhoben.cite-ref-716[716]cite-ref-717[717]cite-ref-718[718]
In beiden Amtszeiten kritisierte Trump teilweise heftig und Üffentlich die US-Notenbank Fed und dabei vor allem deren derzeit noch amtierenden Chef Jerome Powell fßr die aus Sicht von Präsident Trump und mancher seiner Gefolgsleute zu hohen Leitzinsen. In der inzwischen mehrfach bemerkbaren indirekten oder anscheinend sogar direkten Androhung, den Chef der US-amerikanischen Notenbank vorfristig ersetzen zu wollen, sieht man laut weltweiten Berichten zunehmend einen Angriff auf die Unabhängigkeit sowohl der Notenbank als auch des Justizministeriums der USA.cite-ref-719[719]
Siehe aber auch Faschismus oben.
In Kunst und Popkultur
Als die Comics Ăźber den Superhelden Superman im Jahr 1986 nach fast 50 Jahren in einer generalĂźberholten und modernisierten Form neu gestartet wurden, wurde Supermans Erzfeind Lex Luthor, der bis dahin ein traditioneller verrĂźckter Wissenschaftler gewesen war, in der neuen Version des Stoffes als mächtiger Milliardär und Unternehmer präsentiert, der hinter einer ehrbaren Fassade dunklen Geschäften nachgeht und der heimliche Herrscher von Supermans Heimatstadt Metropolis ist: Die beiden Hauptvorbilder fĂźr diese Interpretation der Figur waren Donald Trump und Ted Turner als von der Ăffentlichkeit besonders stark beachtete Business-Titanen des Amerikas der 1980er-Jahre. Ăhnlich wie Trump mit seinem Trump Tower hauste der moderne Luthor in einem Wolkenkratzer, dem L-fĂśrmigen Lexcorp Tower, von dem aus er seine Intrigen gegen Superman dirigiert, und wie Trump hat er die Gewohnheit, alle seine Firmen, Produkte und BesitztĂźmer mit seinem Namen zu schmĂźcken. 1989 wurde die fiktive Lebensgeschichte dieses neuen Luthors im Detail in der Sonderausgabe Lex Luthor: The Unauthorized Biography erzählt, deren Titelblatt eine persiflierende Nachahmung von Trumps Erfolgsbuch Art of the Deal von 1987 ist. In der Story Lex 2000 aus dem Jahr 2000 gelang es der âkorrupten Geschäftsmannâ-Version von Supermans ewigem Antipoden, am Ende einer populistischen Kampagne zum Präsidenten der fiktiven Vereinigten Staaten der Superman-Comics gewählt zu werden â sechzehn Jahre bevor dies Trump als der realen Person, die als Inspiration fĂźr sie diente, in der realen Welt gelang.cite-ref-720[720]
Donald Trump hatte insbesondere in den 1990er-Jahren zahlreiche Cameoauftritte im US-amerikanischen Film und Fernsehen, unter anderem in Kevin â Allein in New York,cite-ref-721[721] im Prinz von Bel-Air, in The Job, Suddenly Susan, Sex and the City, Drew Carey Show, Ein Chef zum Verlieben, Chaos City, Die Nanny, The Associate, The Little Rascals, Zoolander, Eddie und WWE-Show. Die Zeichentrickserie Die Simpsons entwickelte in der im Jahr 2000 ausgestrahlten Folge Barts Blick in die Zukunft (Staffel 11) die Idee, dass Lisa Simpson im Jahr 2030 erste US-Präsidentin und Nachfolgerin Donald Trumps sei, als Satire auf Trumps erster Präsidentschaftskandidatur 1999/2000.cite-ref-722[722] 2015 wurde die Rede Trumps zur Erklärung der Präsidentschaftskandidatur ebenfalls von den Simpsons aufgegriffen.cite-ref-723[723] Nach seinem erfolgreichen Einstieg als Entertainer mit The Apprentice wurde 2005 der Fernsehfilm Trump Unauthorized (deutsch: Donald Trumps groĂe Show) mit Louis Ferreira in der Hauptrolle ausgestrahlt, der auf BĂźchern seiner Biografin Gwenda Blair beruht.cite-ref-724[724]
In dem Actionfilm Romeo Must Die aus dem Jahre 2000 vergleicht ein afroamerikanischer Musikclub-Besitzer, verkĂśrpert von Schauspieler und Rap-Musiker DMX, einen kriminellen dunkelhäutigen Clan-Boss, der in Bezug auf die Aufteilung der Immobilien in einem Hafenviertel einen gewalttätigen Mafia-Krieg gegen eine chinesische Gangsterbande fĂźhrt, mit Trump. Während sich der Musikclub-Besitzer mit der Tochter des afroamerikanischen Clan-Chefs unterhält, der zudem den Musikclub Ăźbernehmen will, erklärt der Musikclub-Betreiber: âDein Paps ist rumgerannt wie Donald Trump und hat sich jedes GrundstĂźck im Hafenviertel unter den Nagel gerissen. Und jetzt will er auch noch Clubbesitzer werden.â
Im Februar 2011 verĂśffentlichte der Rapper Mac Miller den Song Donald Trump, zu dem es ein Musikvideo gibt. Im März 2016 verĂśffentlichten die Rapper YG und Nipsey Hussle den Protestsong FDT (Fuck Donald Trump), der aufgrund seines anstĂśĂigen Textes Ermittlungen des Secret Service zur Folge hatte.cite-ref-725[725] Im Oktober 2016 startete ein von Dave Eggers ins Leben gerufenes Musikprojekt namens 30 Days, 30 Songs mit dem Ziel, bis zum Tag der Präsidentschaftswahl täglich ein Lied fĂźr ein âTrump-freies Amerikaâ zu verĂśffentlichen. Mit der Wahl Trumps wurde das Projekt unter dem Motto 1,000 Days, 1,000 Songs auf die Dauer seiner Amtszeit ausgeweitet.cite-ref-726[726] Eine ähnliche Playlist wurde vom Independent-Label Secretly Canadian unter dem Namen Our First 100 Days herausgegeben. Im Oktober 2016 tauchte in New York City ein Wahrsageautomat mit einer Trump-Puppe als Prophet auf, The all seeing Trump (deutsch âDer allsehende Trumpâ). Es handelte sich um eine bewegliche Kunstinstallation.cite-ref-time-727-0[727] Der allsehende Trump hatte eine einwanderungsfeindliche Haltung und einen dĂźsteren Ausblick in die Zukunft. DrĂźckte man auf einen Knopf, lieĂ er finstere Vorhersagen verlautencite-ref-time-727-1[727] und spuckte eine misfortune card (deutsch UnglĂźcks-Karte) aus.cite-ref-broke-728-0[728] Bei der Golden-Globe-Verleihung Mitte Januar 2017 gab die Schauspielerin Meryl Streep statt einer Dankesrede eine Stellungnahme zu Donald Trump ab: âRespektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt.â Sie fĂźgte hinzu: âWenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle.â Trump bezeichnete daraufhin Streep in einem Tweet als eine âder Ăźberbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywoodâ und âDienerinâ von Hillary Clinton.cite-ref-729[729]cite-ref-730[730]
Ende Januar 2017 stoppte der VerhĂźllungskĂźnstler Christo (VerhĂźllter Reichstag) sein Projekt âOver the Riverâ, die streckenweise Ăberspannung des Arkansas River im US-Bundesstaat Colorado mit silbrigen Gewebebahnen, nach 20 Jahren Vorbereitung: âHier ist die US-Bundesregierung unser Vermieter. Sie besitzt das Land. Ich kann kein Projekt machen, das diesem Vermieter zugutekommt.âcite-ref-731[731]
Im Februar 2025 äuĂerte Trump zum wiederholten Male seine Auffassung, dass ihm der Friedensnobelpreis zustehe: ÂŤSie werden mir nie den Friedensnobelpreis geben, ich verdiene ihn, aber sie werden ihn mir niemals geben.Âť stellte er im Gespräch mit Benjamin Netanjahu fest.cite-ref-734[734]
Nach dem Tod von Papst Franziskus kolportierte er auf die Frage von Reportern, wen er beim anstehenden Konklave gerne als nächsten Papst sähe, scherzhaft, er wßrde gern selber Papst werden.cite-ref-735[735] Ca. eine Woche nach seiner Teilnahme an der Beisetzung von Papst Franziskus postete Trump ßber Truth Social ein wohl von kßnstlicher Intelligenz erstelltes Bild von sich in Papst-Kleidung.cite-ref-736[736]
Zwei Dokumentarfilme, Youâve Been Trumped (2011) und A Dangerous Game (2014), zeichneten den Kampf lokaler Initiativen gegen von Trump geplante Golfplätze nach. Am 18. Oktober 2016 verĂśffentlichte der Filmemacher Michael Moore die bissige Politik-Dokumentation Michael Moore in TrumpLand. 2018 folgte die Dokumentation Fahrenheit 11/9, in der sich Moore mit der Präsidentschaft von Trump beschäftigt. In seinem Roman Golden House (2017) persifliert Salman Rushdie Trump in der Figur des Comic-Schurken Joker. Zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020 verĂśffentlichte Roy Zimmerman eine Parodie des Songs The Lion Sleeps Tonight namens The Liar Tweets Tonight auf YouTube.cite-ref-737[737]
Frisur (âComb-Overâ)
Trumps Frisur, ein sogenannter Comb-Over, bei dem lange Haarsträhnen Ăźber kahle Stellen auf dem Kopf gekämmt werden, wurde häufig popkulturell rezipiert. Die britische Boulevardzeitung Daily Mail verĂśffentlichte 2008 eine Beschreibung des âgravity-defying Donald Trump comboverâ (âder Schwerkraft trotzender Donald-Trump-Comb-Overâ), der laut Schema vier Kämmrichtungen kombiniert.cite-ref-738[738] Die Time verĂśffentlichte 2011 ein Schema der Frisur, das drei Kämmrichtungen kombiniert.cite-ref-739[739] Das Portal BuzzFeed verĂśffentlichte 2013 einen Artikel mit der Ăberschrift âThe 23 Most Important Comb-Overs of Congressâ (âDie 23 wichtigsten Comb-Overs im Kongressâ). Darin wird die Frisur des Abgeordneten Steve Chabot mit Trumps ââRound the Worldâ techniqueâ (âeinmal-um-die-Welt-Technikâ) verglichen.cite-ref-740[740] Das Magazin Vanity Fair verĂśffentlichte eine âIllustrierte Geschichteâ seiner Frisur.cite-ref-741[741] 2015 erschien eine Videosequenz der Simpsons unter dem Titel Trumptastic Voyage, in dem Homer Simpson durch Trumps Frisur schwebt, die er als âgravity-defying comboverâ bezeichnet.cite-ref-742[742] Während des Wahlkampfs schrieb der Musiker Jello Biafra ein StĂźck mit dem Titel Satanâs Combover (Der Comb-Over des Satans).cite-ref-743[743] Zahlreiche Medien schrieben Ăźber Trumps Kämmtechnik und zeigten Bilder, auf denen seine Frisur vom Wind in Unordnung gebracht wird.cite-ref-744[744]cite-ref-745[745]cite-ref-746[746] Der kanadische Entomologe Vazrick Nazari benannte 2017 die Mottenart Neopalpa donaldtrumpi nach Trump aufgrund der Ăhnlichkeit der gelblich-weiĂen Schuppen auf dem Kopf erwachsener Männchen mit Trumps Frisur.cite-ref-747[747] Bei Demonstrationen waren Plakate mit dem Slogan âWe Shall Overcombâ zu sehen, der auf den Protestsong We Shall Overcome (âWir werden es Ăźberwindenâ) anspielt.cite-ref-748[748]cite-ref-749[749] In seinem 2017 erschienenen EnthĂźllungsbuch Fire and Fury zitiert der Journalist Michael Wolff Trumps Tochter Ivanka mit einer ausfĂźhrlichen Schilderung von dessen Frisiervorgang:
Sie erklärte den Vorgang oft ihren Freunden: ein total kahler Oberkopf â seit einem Eingriff zur Kopfhaut-Reduktion eine klar abgegrenzte Insel â vorn und an den Seiten umgeben von einem pelzigen Haarkranz. Von dort werden alle Haarspitzen hochgekämmt und in der Mitte zusammengefĂźhrt, dann wird alles zurĂźckgekämmt und mit Haarspray fixiert.cite-ref-03-750-0[750]cite-ref-751[751]
Trump demonstrierte 2018 auf einer Wahlkampfveranstaltung, wie er eine kahle Stelle am Hinterkopf verdeckt.cite-ref-752[752] 2019 produzierte der schwedische Uhrenhersteller Triwa eine Armbanduhr mit einer Karikatur von Trumps Kopf, deren Zeiger die Form von Haarsträhnen haben.cite-ref-753[753] In der Family Guy-Episode Trump Guy (2019) bekommt Peter Griffin als Trumps Pressesprecher die Aufgabe, Räume auf elektrostatische Aufladung zu ĂźberprĂźfen, bevor sie Trump betritt. Als er Trump nach dem Ăffnen einer TĂźr die Hand gibt, stehen dessen Haare vom Kopf ab.cite-ref-754[754] In der britischen satirischen Puppenserie Spitting Image wird seit 2020 die Frisur von Donald Trump als eigene Figur mit Gesicht dargestellt, die den kahlen Kopf der Trump-Puppe verlässt.cite-ref-755[755] Während des Wahlkampfs 2020 verĂśffentlichte die New York Times Details aus Trumps Steuererklärung,cite-ref-756[756] aus denen Ausgaben von 70.000 US-Dollar fĂźr Haarpflege während seiner frĂźheren Tätigkeit als Moderator der Sendung The Apprentice hervorgingen.cite-ref-757[757]
Ehrungen und Auszeichnungen
⢠1983: Tree of Life Award des Jßdischen Nationalfonds fßr Beiträge zu den israelisch-amerikanischen Beziehungen.
⢠1986: Ellis Island Medal of Honorcite-ref-758[758]
⢠1995: Aufnahme in die Gaming Hall of Fame wegen seiner Spielcasinoscite-ref-759[759]
⢠2007: Stern auf dem Hollywood Walk of Famecite-ref-760[760]
⢠Muhammad Ali Entrepreneur Awardcite-ref-761[761]
⢠2010: Ehrendoktorwßrde der Robert Gordon University,cite-ref-rgu1-762-0[762] Widerruf durch die Verleiher 2015cite-ref-763[763]
⢠New York Ride of Famecite-ref-764[764]
⢠2012: Ehrendoktorwßrde der Liberty Universitycite-ref-lu1-765-0[765]
⢠2013: Aufnahme in die Hall of Fame der Wrestling-Promotion World Wrestling Entertainmentcite-ref-766[766]
⢠2015: The-Algemeiner-Liberty-Award fßr Beiträge zu den israelisch-amerikanischen Beziehungencite-ref-767[767]
⢠New Jersey Boxing Hall of Famecite-ref-768[768]
⢠Financial Times â Person of the Year
⢠2017: Namensgeber fßr die in Kalifornien, Arizona und Mexiko beheimatete Palpenmottenart Neopalpa donaldtrumpicite-ref-772[772]
⢠KÜnig-Abdulaziz-al-Saud-Orden, der hÜchste Orden Saudi-Arabiens fßr ausländische Regierungschefscite-ref-773[773]
⢠2018: vorgesehener Namensgeber fßr Dermophis donaldtrumpi, eine wurmartige Amphibienartcite-ref-774[774]
⢠2025: Mugunghwa-Orden, hÜchster Verdienstorden Sßdkoreascite-ref-776[776]
⢠2025: Friedenspreis des FuĂball-Weltverbands FIFA
⢠2025: Trump-Klasse, Kriegsschiffe der US-Marine (geplant, Bau 2025-12-22 angekßndigt)cite-ref-777[777]
Negativauszeichnungen
⢠1991: Goldene Himbeere fĂźr seine Nebenrolle in Mein Geist will immer nur das Eine âŚcite-ref-778[778]
⢠2019: zweifache Auszeichnung mit der Goldenen Himbeere fßr seine Nebenrollen in Death of a Nation und Fahrenheit 11/9 als er selbstcite-ref-779[779]
VerĂśffentlichungen (Auswahl)
⢠mit Tony Schwartz: Trump. Die Kunst des Erfolgs. Heyne, Mßnchen 1988, ISBN 3-453-04005-8 (Original: Trump: The Art of the Deal. Random House, 1987, ISBN 978-0-345-47917-4).
⢠Neuausgabe: Tony Schwartz (Ghostwriter fßr Trump): So werden Sie erfolgreich: Strategien fßr den Weg nach oben. Redline, Mßnchen 2008, ISBN 978-3-636-01597-6.
⢠Neuauflage: Tony Schwartz (Ghostwriter fßr Trump): Trump: The Art of the Deal. Plassen Buchverlage, Kulmbach 2017, ISBN 978-3-86470-479-6.
⢠mit Meredith McIver: Gib niemals auf! Wie ich meine grĂśĂten Herausforderungen in meine grĂśĂten Triumphe verwandelte. Ăbersetzt von Isabel Lamberty-Klaas. Redline, MĂźnchen 2008, ISBN 978-3-636-01596-9 (Original: Never Give Up: How I Turned My Biggest Challenges into Success. Wiley, 2008, ISBN 978-0-470-19084-5).
⢠mit Bill Zanker: Nicht kleckern, klotzen! Der Wegweiser zum Erfolg aus der Feder eines Milliardärs. BÜrsenmedien, Kulmbach 2008, ISBN 978-3-938350-73-7 (Original: Think Big and Kick Ass in Business and Life. Harper, 2007).
⢠mit Meredith McIver: Wie man reich wird. Ăbersetzt von Horst Fugger. FinanzBuch, MĂźnchen 2004, ISBN 3-89879-080-0 (Original: Trump: How to Get Rich. Ballantine, 2004, ISBN 978-0-345-48103-0).
⢠GREAT AGAIN! â Wie ich Amerika retten werde. Plassen Buchverlage, Kulmbach 2017, ISBN 978-3-86470-384-3 (Crippled America: How to Make America Great Again. Threshold Editions, New York 2015, ISBN 978-1-5011-3796-9).
Siehe auch
Dokumentarfilme und Filmbiografien
⢠What's The Deal? 83 Min. Ein Film von Jesse Kornbluth. USA 1991.cite-ref-780[780]
⢠Donald Trump â Der lange Arm des Milliardärs. 55 Min. Ein Film von Anthony Baxter. Ăsterreich 2016.cite-ref-782[782]
⢠Die Trumps â Aus der Pfalz ins WeiĂe Haus. 48 Min. Ein Film von Paul Berczeller. Vereinigtes KĂśnigreich 2017.cite-ref-783[783]
⢠Trump: An American Dream. 4 Folgen (Titelnamen: Manhattan, Der Spieler, Citizen Trump, Politik), 222 Min. Vereinigtes KÜnigreich 2017.cite-ref-784[784]
⢠Fahrenheit 11/9. 128 Min. Ein Film von Michael Moore. USA 2018.cite-ref-785[785]
⢠Erzfreunde â Trump und Putin. 89 Min. Ein Film von Claire Walding. Deutschland 2019.cite-ref-786[786]
⢠Trumps schmutziger Deal â Der Präsident und die Ukraine-Affäre. 58 Min. Ein Film von Jacques Charmelot und Francois ChayĂŠ. Frankreich 2020.cite-ref-789[789]
⢠Donald Trump â Der unterschätzte Präsident. 45 Min. Ein Film von Carsten Oblaender und Florian Huber. Deutschland 2020.cite-ref-790[790]
⢠Das gespaltene Amerika: Trump: America first! (= Frontline. Staffel 38, Folge 3). 106 Min. Ein Film von Michael Kirk. USA 2020.cite-ref-791[791]
⢠Im Wahn â Trump und die Amerikanische Katastrophe. 90 Min. Ein Film von Stephan Lamby und Klaus Brinkbäumer. Deutschland 2020.cite-ref-792[792]
⢠Amerika hat die Wahl: Trump gegen Biden. 110 Min. Ein Film von Michael Kirk und Mike Wiser. USA 2020.cite-ref-793[793]
⢠Trump und das FBI â Eine amerikanische Affäre. 90 Min. Ein Film von David Carr-Brown und Fabrizio Calvi. Frankreich/Deutschland 2020.cite-ref-794[794]
⢠Trumps Erbe â Das zerrissene Amerika. 45 Min. Ein Film von Carsten Obländer. Deutschland 2021.cite-ref-795[795]
⢠Trump â der wĂźtende Kandidat. 45 Min. Ein Film von Carsten Oblaender und Alexander Landsberger. Deutschland 2024.cite-ref-796[796]
⢠Trump und der Weg zur Diktatur? 45 Min. Ein Film von Marie-Laure Widmer Baggiolini und Françoise Weilhammer. Schweiz 2024.cite-ref-797[797]
⢠The Apprentice â The Trump Story. 120 Min. Ein Film von Ali Abbasi. USA/Kanada 2024.
⢠Amerika hat die Wahl: Harris gegen Trump. 112 Min. Ein Film von Michael Kirk und Mike Wiser. USA 2024.cite-ref-798[798]
⢠Donald Trump â Mythos, Macht & Manipulation. 2 Folgen. Ein Film von Dan Reed. USA 2024.cite-ref-799[799]
⢠Putins Helfer. 43 Min. Ein Film von Johannes Hano, Deutschland 2025.cite-ref-802[802]
Literatur
(alphabetisch geordnet)
⢠Peter Baker, Susan Glasser: The Divider: Trump in the White House, 2017â2021. Anchor Books, New York 2022, ISBN 978-0-385-54653-9.
⢠Wayne Barrett: Trump: The Greatest Show on Earth: The Deals, the Downfall, the Reinvention. Regan Arts, New York 2016, ISBN 978-1-68245-079-6. (Nachdruck der 1. Auflage von 1992 mit einem neuen 30-seitigen Vorwort).
⢠Michael C. Bender: Frankly, We Did Win This Election: The Inside Story of How Trump Lost. Twelve, New York 2021, ISBN 978-1-5387-3480-3.
⢠Stephan Bierling: America First â Donald Trump im WeiĂen Haus. Eine Bilanz. C.H. Beck, MĂźnchen 2020, ISBN 978-3-406-75706-8.
⢠Gwenda Blair: Donald Trump. The Candidate. Simon & Schuster, New York 2007, ISBN 978-1-4165-4654-2.
⢠Russ Buettner, Susanne Craig: Lucky Loser: How Donald Trump Squandered His Father's Fortune and Created the Illusion of Success. Penguin Press, New York 2024, ISBN 978-3-9894104-6-6.
⢠dt. Lucky Loser. Die Wahrheit ßber Donald Trump und sein VermÜgen. Gutkind, Berlin 2024, ISBN 978-0-593-29864-0.
⢠Michael DâAntonio: The Truth About Trump. St. Martin's Press, New York 2016, ISBN 978-1-250-11695-6.
⢠dt. Die Wahrheit ßber Donald Trump. Econ, Berlin 2016, ISBN 978-3-430-20221-3.
⢠Joshua Green: Devil's Bargain: Steve Bannon, Donald Trump, and the Storming of the Presidency. Penguin, New York 2017, ISBN 978-0-7352-2502-2.
⢠Maggie Haberman: Täuschung: Der Aufstieg Donald Trumps und der Untergang Amerikas. Siedler Verlag, Mßnchen 2022, ISBN 978-3-8275-0164-6.
⢠Roderick P. Hart: Trump and Us: What He Says and Why People Listen. Cambridge University Press, Cambridge 2020, ISBN 978-1-108-49081-8.
⢠Jon Huer: Donald Trump: Made in the USA. Hamilton Books, Lanham 2017, ISBN 978-0-7618-6927-6.
⢠David Cay Johnston: The Making of Donald Trump. Melville House, Brooklyn 2016, ISBN 978-1-61219-632-9.
⢠dt. Die Akte Trump. Ecowin, Wals bei Salzburg 2016, ISBN 978-3-7110-0115-3.
⢠Ronald Kessler: The Trump White House: Changing the Rules of the Game. Crown Forum, New York 2018, ISBN 978-0-525-57571-9.
⢠Michael Kranish, Marc Fisher: Trump Revealed â The Definitive Biography of the 45th President. Scribner, New York 2017, ISBN 978-1-5011-5652-6.
⢠Meridith McGraw: Trump in Exile. Random House, New York 2024, ISBN 978-0-593-72963-2.
⢠Carol Leonnig, Philip Rucker: Trump gegen die Demokratie â âA Very Stable Geniusâ. S. Fischer, Frankfurt am Main 2020, ISBN 978-3-10-397045-6.
⢠Carol Leonnig, Philip Rucker: I Alone Can Fix It: Donald J. Trump's Catastrophic Final Year. Bloomsbury Publishing, London [u. a.] 2021, ISBN 978-1-5266-4263-9.
⢠Simone Payment: Donald Trump: Profile of a Real Estate Tycoon. Rosen Publishing Group, New York 2007, ISBN 978-1-4042-1909-0.
⢠James Poniewozik: Alle Scheinwerfer auf mich: Die Geburt Donald Trumps aus dem Fernsehen und der Zerfall Amerikas. 1. Auflage. edition TIAMAT, Berlin 2025, ISBN 978-3-89320-331-4 (amerikanisches Englisch: Audience of One: Donald Trump, Television, and the Fracturing of America. 2019. Ăbersetzt von Sean Carty, Clara Schilling).
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